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Menschen für UNICEF

Bericht aus der Ukraine: „Die Kinder brauchen am allermeisten Frieden“

Unsere Kollegin Michaela Bauer ist in der Ukraine im Einsatz. Per WhatsApp und über Telefon sind wir regelmäßig in Kontakt. Wie erlebt sie die Situation vor Ort? Und wie hilft UNICEF jetzt? Hier berichtet die UNICEF-Helferin von der Lage vor Ort.

Donnerstag, 17.03.2022, 14:08 Uhr

von Caroline Dohmen  •  0 Kommentare

Den Alltag, der gerade noch stattgefunden hat, gibt es in Teilen der Ukraine nicht mehr, stattdessen die eskalierende Gewalt direkt vor der Haustür, das ständige Heulen der Sirenen, ein Land im Kriegszustand. Familien müssen über Tage in Luftschutzbunkern ausharren oder fliehen. Und dazu die Angst, nicht zu wissen, was als nächstes passiert.

Ukraine-Konflikt: Selfie von Michaela Bauer mit dem UNICEF-Team im Auto.

In der Ukraine im Einsatz: Michaela Bauer (Mitte) und ihre Kolleg*innen des UNICEF-Teams organisieren landesweit Hilfe für Kinder und ihre Familien.

© UNICEF Ukraine

Unsere Kollegin Michaela Bauer erlebt vor Ort die verzweifelte Situation der Kinder und ihrer Familien. Zusammen mit einigen Kolleg*innen des UNICEF-Teams ist sie im Westen des Landes, um die UNICEF-Hilfe vor Ort zu koordinieren. Sie organisiert zusammen mit einem Netzwerk an Partnern Hilfe für Kinder landesweit und auf der Flucht in die Nachbarländer. Hier berichtet Michaela Bauer, wie die Lage für Kinder vor Ort ist, was sie am dringendsten benötigen und wie UNICEF jetzt hilft. 

Update 17. März 2022: "Die ersten Hilfslieferungen haben Krankenhäuser in Kiew und Charkiw erreicht"

Die Situation in der Ukraine ist weiter dramatisch: "In den letzten zwei Wochen sind über 30 Krankenhäuser angegriffen, zum Teil ganz zerstört worden. Über 50 Kinder wurden getötet, viele andere verletzt", so Michaela Bauer. Die Not der Familien wächst jeden Tag, die der Krieg andauert.

Die Kolleg*innen des UNICEF-Teams setzen weiter alles daran, Hilfe zu den Kindern und ihren Familien in der Ukraine zu bringen. In den letzten Tagen konnten die ersten Lieferungen mit medizinischen Hilfsgütern nun an Krankenhäuser in Kiew, Charkiw und anderen Städten gebracht werden. Die vielen Kisten, die auch in dem Tweet von Michaelas Kollegen Murat Sahin zu sehen sind, enthalten zum Beispiel lebenswichtige Medikamente und medizinische Ausrüstung für Entbindungskliniken.

Die Not ist aber weiterhin sehr groß. Vor allem eingeschlossene Orte müssen dringend Zugang zu Hilfslieferungen erhalten. Die dringend benötigten humanitären Korridore sind jedoch immer noch nicht offen, berichtet Michaela Bauer, "Wir appellieren weiterhin an alle Parteien, den Zugang der humanitären Akteure zuzulassen und Frauen und Kinder aus Städten zu evakuieren, die immer noch eingeschlossen sind."

04. März 2022: „Es gibt keine Normalität mehr im Alltag für Kinder“

Die mehr als sieben Millionen Kinder in der Ukraine erleben seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzung ein Land im Ausnahmezustand. Schulen und Kindergärten sind geschlossen, teilweise zerstört. Kinder wurden aus ihrem normalen Rhythmus rausgerissen.

Ukraine-Konflikt: Ein Mädchen vor den Trümmern eines Hauses in Kiew

Ein Mädchen steht vor den Trümmern eines Wohnhauses in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der Krieg in der Ukraine bringt 7,5 Millionen Kinder in akute Gefahr.

© UNICEF/UN0597997/Skyba for The Globe and Mail

Viele Mädchen und Jungen sind mit ihren Müttern auf der Flucht, die Väter mussten teils zurückbleiben. "Die Kinder leiden, weil Familien auseinandergerissen sind", so Bauer. Sie und die anderen UNICEF-Kolleg*innen erleben durch ihre Arbeit, aber auch im eigenen Bekanntenkreis, wie es den Kindern gerade geht. Wie belastend ist die Situation für Kinder derzeit?

„Wir arbeiten über das ganze Land verteilt“

Die Hilfe von UNICEF in der Ukraine ist ganz unterschiedlich: Von der akuten Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten bis hin zur Hilfe für traumatisierte Kinder. "Wir arbeiten daran, Frauen und Kinder in der momentanen Situation mit dem zu versorgen, was sie brauchen: Wasser, Hygieneprodukte und medizinische Notfall-Kits, aber auch psychosoziale Betreuung", erklärt Michaela Bauer. 

Nothilfe Ukraine und Nachbarländer: Hilfsgüter für ukrainische Flüchtlinge in der Republik Moldau

An der Grenze zur Republik Moldau entladen Helfer Hygieneartikel wie Toilettenpapier für die ukrainischen Flüchtlinge, die hier ankommen.

© UNICEF/UN0598145/Velixar
Helfen Sie den Kindern

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In der Ukraine sind Mitarbeiter*innen im ganzen Land unterwegs, um Kinder und ihre Familien zu unterstützen. Dabei arbeiten sie mit vielen Partnern wie anderen Organisationen, freiwilligen Helfer*innen und den Gemeinden zusammen. 

Im Video erklärt Michaela Bauer noch einmal, wie UNICEF vor Ort hilft.

"Kinder brauchen jetzt am allermeisten Frieden"

Manche Teile des Landes sind durch den Konflikt vollkommen von der Außenwelt isoliert. Damit die UNICEF-Kolleg*innen und ihre Partner in der Ukraine den Kindern und ihren Familien möglichst schnell helfen können, müssen die Orte für die humanitäre Hilfe zugänglich sein. "Dafür fordern wir eine sofortige Waffenruhe", so Michaela Bauer. Die Kinder brauchen möglichst schnell Frieden, damit sie durch Hilfsgüter erreicht werden und wieder ein bisschen Normalität erleben können.

In dem Video-Interview erklärt Michaela Bauer, was die Kinder in der Ukraine jetzt am nötigsten brauchen.

Wie kann jeder von uns helfen?

In Deutschland und anderen Ländern gehen Tausende Menschen für den Frieden auf die Straße. Viele wollen die Kinder und ihre Familien aus der Ukraine unterstützen. Diese Solidarität beeindruckt Michaela Bauer und ihre UNICEF-Kolleg*innen sehr. Was können die Menschen tun, um zu helfen? Das erklärt Michaela Bauer im Video-Interview.

Ukraine: Alle Blogs auf einen Blick

Sie möchten mehr UNICEF-Blogs zur Ukraine lesen?

In unseren Blogbeiträgen zur Ukraine schildern wir die aktuelle Situation der Kinder, geben Tipps, wie man mit Kindern über den Krieg sprechen kann, und erklären Ihnen, wie sich der Konflikt über die Jahre entwickelt hat.

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