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LIBANON: KINDER MÜSSEN ZUM SCHULSTART WIEDER IN DIE SCHULE KÖNNEN
Beirut/Köln
Freitag, 4. September 2020, 02:01 Uhr

EINEN MONAT NACH DER SCHWEREN EXPLOSION IN BEIRUT

Einen Monat nach der Explosion in Beirut: Zerstörung in einer Schule

Bei der Explosion in Beirut wurden auch Schulen stark beschädigt.
© UNICEF/UNI360034/Kelly

Einen Monat nach den verheerenden Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut ruft UNICEF die internationale Gemeinschaft zu dringender Unterstützung auf, damit betroffene Kinder und Jugendliche zu Beginn des neuen Schuljahres wieder lernen können. Mindestens 163 öffentliche und private Schulen sowie 20 Berufsschulen wurden durch die Explosionen beschädigt – über 77.000 Schüler und Schülerinnen sind davon betroffen.

Bildung bietet Kindern nicht nur Zukunftschancen, sondern kann ihnen auch Halt und Sicherheit geben. Schätzungsweise 600.000 Kinder leben im Umkreis von 20 Kilometern um den Explosionsort. UNICEF ist besorgt, dass viele der Kinder unter den negativen psychischen Auswirkungen der Explosion leiden.

“In Notsituationen kann Bildung eine wichtige Lebensader für Kinder sein, deren Leben auf den Kopf gestellt wurde. Die Schule kann ihnen einen sicheren Ort und ein Stück Normalität inmitten des Chaos bieten“, sagte die Leiterin von UNICEF Libanon Yukie Mokuo. „Wir sind sehr besorgt über die erheblichen Schäden an Schulen in den am stärksten betroffenen Stadtteilen und über die Auswirkungen, die dies auf Kinder haben könnte. Schulschließungen aufgrund der COVID-19-Pandemie stellen eine weitere Herausforderung dar, deshalb müssen wir Lösungen finden, damit Kinder so schnell wie möglich wieder lernen können – auch durch Fernunterricht.“

Wegen COVID-19 planen die Schulen eine Mischung aus Fern- und Präsenzunterricht, jedoch wird dies durch die Auswirkungen der Explosion erschwert. Viele Familien haben ihr Zuhause verloren und mussten umziehen. Der dadurch erschwerte Zugang zu Lernmaterialien und dem Internet muss daher dringend vor Beginn des neuen Schuljahres adressiert werden.

Die am meisten benachteiligten Kinder hatten schon vor der Katastrophe keinen Zugang zu Lernmaterialien und dem Internet. Nun könnte sich der Schulbeginn weiter hinauszögern und manche von ihnen könnten nicht in die Schule zurückkehren. Familien, die ihr Zuhause und ihren Lebensunterhalt verloren haben, stehen zudem vor finanziellen Herausforderungen, die es ihnen erschweren, die Bildung ihrer Kinder zu unterstützen.

UNICEF unterstützt in Beirut vor Ort

Gemeinsam mit seinen Partnern unterstützt UNICEF die Instandsetzung und Ausstattung der beschädigten Schulen, die Verbreitung von Richtlinien zur Schulsicherheit, die Schulung von Lehrenden im Bereich der psychosozialen Unterstützung sowie die Bereitstellung von Lern- und Spielmaterialien. UNICEF arbeitet zudem an innovativen Lösungen für den Fernunterricht durch verbesserten Zugang zum Internet sowie technischer Ausstattung.

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Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

CHRISTINE KAHMANN

Pressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe
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