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UNICEF FORDERT HUMANITÄREN ZUGANG, UM KATASTROPHE FÜR KINDER IM GAZASTREIFEN ABZUWENDEN
Ost-Jerusalem/Gazastreifen/Köln
Mittwoch, 19. Mai 2021, 10:15 Uhr

NAHOSTKONFLIKT/ STATEMENT VON UNICEF-EXEKUTIVDIREKTORIN HENRIETTA FORE VOM 18. MAI 2021

Eine Million Kinder im Gazastreifen leiden unter den immer härter werdenden Folgen des gewaltsamen Konflikts. Sie können sich nirgendwo in Sicherheit bringen. Menschen haben ihr Leben verloren, Familien wurden zerstört.

Nahostkonflikt: Junge in Palästina blickt auf Stadt Hebron

Palästina 2018: Der 8-jährige Hamid blickt vom Dach seines Hauses auf die Altstadt von Hebron.
© UNICEF/UN0222670/Izhiman

In Gaza wurden in weniger als 10 Tagen mindestens 60 Kinder getötet und weitere 444 verletzt. Fast 30.000 Kinder wurden vertrieben. Schätzungsweise 250.000 Kinder benötigen psychologische Betreuung und Schutz. Mindestens vier Gesundheitseinrichtungen und 40 Schulen wurden beschädigt. Etwa 48 Schulen - die meisten davon von dem UN-Hilfswerk UNRWA betrieben - werden als Notunterkünfte für Familien genutzt, die dort Zuflucht vor der Gewalt suchen.

Die bereits vor dem Konflikt unzureichenden Wasser- und Abwassersysteme wurden durch diese jüngste Eskalation weiter beeinträchtigt. Wesentliche Infrastrukturen - darunter Grundwasserbrunnen und -reservoirs, Entsalzungs- und Abwasseranlagen, Wasserversorgungsnetze und Pumpstationen - haben erhebliche Schäden erlitten. UNICEF schätzt, dass rund 325.000 Menschen eine Notversorgung mit Wasser und sanitären Einrichtungen benötigen, ohne die sie in Gefahr sind, an potenziell tödlichen Infektionskrankheiten zu erkranken. 

Die Stromerzeugung ist im gesamten Gazastreifen um etwa 60 Prozent zurückgegangen, so dass die Krankenhäuser zunehmend auf Generatoren angewiesen sind, um lebenswichtige Funktionen aufrechterhalten zu können. Diese Generatoren benötigen erhebliche Mengen an Treibstoff für den Betrieb. Jede Reduzierung der Kapazitäten im Gesundheitswesen könnte auch die Behandlung von Menschen mit Covid-19 gefährden.  

UNICEF fordert die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten aus humanitären Gründen, um die Einreise von Personal und die Lieferung lebenswichtiger Güter zu ermöglichen, darunter Treibstoff, medizinische Hilfsgüter, Erste-Hilfe-Pakete und Covid-19-Impfstoffe. Wir fordern auch die Einrichtung von humanitären Korridoren, damit wir diese Hilfsgüter sicher liefern können, damit Familien wieder zusammenkommen sowie Zugang zu lebenswichtiger Unterstützung erhalten können und damit Kranke und Verwundete evakuiert werden können. 

Jeden Tag, an dem der Konflikt andauert, werden Kinder im Staat Palästina und in Israel leiden. Die Kinder brauchen jetzt einen Waffenstillstand und eine langfristige politische Lösung für den gesamten Konflikt. Sie haben etwas Besseres verdient als den schrecklichen Kreislauf von Gewalt und Angst, der schon viel zu lange andauert."

Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

CHRISTINE KAHMANN

Pressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe
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E-Mail: presse(at)unicef.de