Flüchtlingskinder: Vater und Tochter aus Syrien in Berlin

SCHUTZ UND UNTERSTÜTZUNG FÜR GEFLÜCHTETE KINDER IN DEUTSCHLAND

Seit 2015 haben etwa 1,5 Millionen geflüchtete und migrierte Menschen in Deutschland Asyl beantragt – darunter mehr als ein Drittel Kinder und Jugendliche. Im letzten Jahr war jede zweite Person, die einen Asylantrag gestellt hat, ein Kind. Viele stammen wie diese syrische Familie aus Bürgerkriegsländern. 

Flüchtlingskinder: Familie aus Syrien in Flüchtlingsunterkunft

Diese Familie aus Syrien sehnt sich nach einem Leben in Sicherheit. Aktuell leben sie in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Berlin.
© UNICEF/DT2016-45762/Ashley Gilbertson/VII Photo

Oft wurde den Jungen und Mädchen bereits vor ihrer Ankunft in Deutschland viel wertvolle Zeit geraubt, weil sie in ihren Heimatländern wegen der unsicheren Situation nicht in die Schule gehen konnten oder weil ihre Flucht lange, ungewisse Monate dauerte. In Deutschland haben sie nun die Möglichkeit das Erlebte zu verarbeiten, neue Freunde zu finden und neue Erfahrungen zu sammeln. 

Geflüchtete Kinder vor Gefahren schützen

Die deutsche Regierung sowie die Länder und Kommunen, Organisationen und Tausende Freiwillige haben in den vergangenen Jahren großartige Arbeit bei der Versorgung der neu angekommenen geflüchteten Menschen geleistet.

Studien wie die UNICEF-Studie „Kindheit im Wartezustand“ haben jedoch gezeigt, dass die Bedürfnisse und Rechte der geflüchteten Kinder trotz aller Bemühungen und der stark rückläufigen Zuzugszahlen vielerorts nicht im vollen Umfang beachtet werden.

Insbesondere Mädchen und Jungen, die sich mit ihren Familien in Flüchtlingsunterkünften aufhalten, befinden sich in einer schwierigen Situation. Dort leben sie in einer eigentlich nicht für Kinder geeigneten Umgebung – und das oft für viele Monate oder sogar Jahre. Das Zusammenleben mit vielen fremden Menschen auf engem Raum, mangelnde Privatsphäre und fehlende Rückzugsorte, zum Teil problematische hygienische Bedingungen und fehlende Schutzkonzepte haben Auswirkungen auf ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen.

Erst wenn familien- und kindgerechte Standards bundesweit für alle Unterkünfte verbindlich werden, kann der Schutz aller Kinder in den Unterkünften gewährleistet werden.

Bericht Flüchtlingskinder: Auch an solch trostlosen Orten spielen die Kinder

Viele Flüchtlingsunterkünfte sind trostlose Orte, die wenig kindgerecht sind.
© UNICEF/DT2016-45781/Ashley Gilbertson

UNICEF leistet weltweit Hilfe für Kinder in Konflikten und für geflüchtete und migrierte Kinder – vor allem vor Ort in den jeweiligen Herkunftsländern wie Syrien und seinen Nachbarländern, aber auch auf den Flucht- und Migrationsrouten.

Seine langjährige weltweite Erfahrung bei Flüchtlingskrisen und insbesondere die Perspektive der Kinder bringt UNICEF auch in Deutschland ein.

Geflüchtete Kinder schützen: eine gemeinsame Initiative mit der Bundesregierung

Gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) hat UNICEF 2016 eine Initiative ins Leben gerufen, um Kinder, Jugendliche und andere Personen mit besonderen Bedürfnissen in Flüchtlingsunterkünften besser zu schützen sowie ihren Zugang zu Bildungsangeboten und psychosozialer Unterstützung zu verbessern. Die Initiative wird in enger Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und weiteren Partnern umgesetzt.

Im Rahmen der Bundesinitiative haben die Partner erstmals bundesweit einheitliche Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften entwickelt. Zu den umfassenden Schutzstandards gehört unter anderem, dass alle Einrichtungen Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt ergreifen und alle dort tätigen Menschen entsprechend sensibilisiert werden. Auch die Einrichtung von sogenannten „Kinderfreundlichen Orten“, an denen Kinder Schutz und Halt erfahren und gefördert werden, ist ein wichtiger Aspekt der Initiative.

Flüchtlingskinder: Kinderfreundliche orte in Unterkünften

Joudi (11) tanzt bei einem Tag der offenen Tür in der Flüchtlingsunterkunft in Berlin. Kinder brauchen ein schützendes Umfeld.
© UNICEF/DT2016-45787/Ashley Gilbertson/VII Photo

Die Mindeststandards wurden in rund 100 Unterkünften von Koordinatoren und Koordinatorinnen für Gewaltschutz erprobt, die in enger Abstimmung mit der Leitung der Unterkunft auf die Einrichtung zugeschnittene Schutzkonzepte entwickelt und ihre Umsetzung begleitet haben.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Unterkünfte werden zudem geschult und bei der Entwicklung der Schutzkonzepte, der Vernetzung untereinander, der Einrichtung von kinderfreundlichen Räumen und der Analyse der erzielten Fortschritte unterstützt.

Schutz und Förderung - für jedes Kind

Darüber hinaus setzt sich UNICEF gegenüber Regierung, Politik und Behörden dafür ein, dass die Rechte der geflüchteten Kinder in Deutschland umgesetzt werden. Denn jedes einzelne Mädchen und jeder einzelne Junge hat das Recht auf Schutz, auf eine kindgerechte Umgebung, auf Bildung oder gute Gesundheitsversorgung, auf gleiche Chance und soziale Teilhabe. Zudem engagiert sich UNICEF für eine verbesserte Datenlage zur Situation von geflüchteten Kindern.  Verlässliche Daten und Informationen sind die Voraussetzung dafür, konkrete Maßnahmen zu entwickeln und Kinder dadurch wirksam zu unterstützen.

SO HELFEN SIE GEFLÜCHTETEN KINDERN IN DEUTSCHLAND

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Es ist uns ein großes Anliegen, dass wir jetzt nicht bei der Hilfe nachlassen, wo sie derzeit noch viel dringender benötigt wird – zum Beispiel für die Kinder vor Ort in Syrien und seinen Nachbarländern wie Jordanien und Libanon.

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