Pressemitteilung

UNICEF: KINDER VON RAKKA IN VERZWEIFELTER LAGE

Köln, 25. August 2017

In der umkämpften syrischen Stadt Rakka befinden sich nach Angaben von UNICEF weiter Tausende Kinder zwischen den Fronten. Ihr Leben ist in akuter Gefahr.

Dringend notwendige humanitäre Hilfe in der abgeriegelten Stadt ist nicht möglich. Auch Kinder, die mit ihren Familien fliehen konnten, sind in einer verzweifelten Lage.

Über 60.000 Menschen, denen es in den vergangenen Wochen gelungen ist, unter Lebensgefahr aus der vom sogenannten Islamischen Staat kontrollierten Stadt zu fliehen, leben unter extrem harten Bedingungen in notdürftigen Zeltlagern, die Hälfte von ihnen sind Kinder. Viele Kinder sind traumatisiert und völlig erschöpft. Sie leiden unter der extremen Hitze mit Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius. Es fehlt an Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Hilfe.

Rakka, Syrien: Fran Equiza, Leiter von UNICEF in Syrien, spricht mit Familien im Flüchtlingscamp

Besuch im Areesha Camp: Fran Equiza, Leiter von UNICEF in Syrien, spricht mit Familien, die aus dem umkämpften Rakka fliehen mussten. 
© UNICEF/ Syria 2017/ Delil Souleiman

„Die Menschen sind völlig verzweifelt“, sagt Fran Equiza, Leiter von UNICEF in Syrien bei einem Besuch im Lager Areesha, wo derzeit allein zwischen 11.000 und 13.000 Flüchtlinge Schutz suchen. „Ich habe Kinder getroffen, die zwei, drei Tage zu Fuß hierher gelaufen sind – ohne zu wissen, was sie erwartet“.

UNICEF bringt jeden Tag 300.000 Liter Trinkwasser mit Tankwagen nach Areesha und weiteren Lagern für Flüchtlingsfamilien aus Rakka und der Provinz Deir-ez-Zor. Auch Latrinen werden eingerichtet. Die Kinder werden auch auf ihren Ernährungszustand untersucht und erhalten medizinische Hilfe.

Kinder aus Rakka berichten:

„Wir sind schon dreimal geflohen“, sagt der 14-jährige Muhannad. „Wir hatten furchtbare Angst. Wir wurden beschossen und wir hatten Angst vor Minen.“

„Als wir aus Rakka flohen, wurde mein Cousin von einem Scharfschützen getroffen“, berichtet der 12-jährige Rahaf.

„Wir sind in der Nacht geflohen und mussten alles zurücklassen“, sagt der zehnjährige Ali. „Ich hatte die ganze Zeit furchtbare Angst, besonders als nahe an unserem Haus gekämpft wurde. Ich dachte, dass ich jeden Moment getroffen werden könnte.“

„Ich sehne mich danach, morgens aufzuwachen und keine Angst mehr zu haben und zur Schule zu gehen“, sagt der zehnjährige Remethan aus Rakka.

Service für Redaktionen

Aktuelles sendefähiges UNICEF-Videomaterial und Fotos aus dem Lager Areesha zum Download unter:

» Videomaterial aus Rakka, Syrien

» Bildmaterial aus Rakka, Syrien

Rudi Tarneden

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