Jemen-Krieg: Kinder leiden unter Gewalt, Hunger und dem Coronavirus. Zwei Jungen im Krankenhaus

Bürgerkrieg und Hunger im Jemen – jetzt spenden

Fünf Jahre Krieg im Jemen: Hunger und Krankheiten gefährden die Kinder

"Im Jemen erlebt ein Kind an einem Tag so viel Ungerechtigkeit und Not, wie sie die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben nicht erfahren werden", sagt Sara Beysolow Nyanti, UNICEF-Repräsentantin im Jemen.

Seit über fünf Jahren herrscht Krieg im Land. Das Leben der Kinder wird mit jedem Tag gefährlicher: Vor allem Hunger und Krankheiten bedrohen die Mädchen und Jungen. Die sich ausbreitende Corona-Pandemie ist eine weitere Gefahr.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jemen sind seit Beginn des Konflikts mit ihrer Nothilfe-Arbeit vor Ort. Sie bleiben an der Seite der Kinder und versorgen sie mit allem, was sie am dringendsten brauchen – zum Beispiel mit stärkendem Essen, sauberem Wasser, Hygieneartikeln und Medikamenten. 

Helfen Sie uns dabei, die Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen! 

Covid-19-Ausbruch im Jemen: Mit unseren Hilfsgütern schützen wir Kinder 

Die Zahl der bestätigten Coronainfektionen im Jemen ist weiter gestiegen. Angesichts dieser Tendenz haben wir unsere Corona-Hilfsmaßnahmen im Jemen verstärkt. UNICEF setzt alles daran, Kindern und Familien in der Coronakrise zu helfen. So haben wir im Jemen Millionen Menschen informiert, wie sie sich vor der Ausbreitung des Corona-Virus schützen können. Dafür nutzen unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer Fernsehen, Radio und soziale Medien und gehen sogar von Haus zu Haus. 

Unsere Hygiene- und Schutzartikel helfen Kindern im Jemen.

Kampf gegen Corona: Per Flugzeug bringen wir Hygiene- und Schutzartikel in den Jemen. 

© UNICEF/UNI333775

Wir fliegen außerdem lebenswichtige Hilfsgüter ins Land ein, die während der Pandemie besonders wichtig sind und eine Ansteckung mit dem Virus verhindern können. Zum Beispiel bringen wir große Mengen von Corona-Test-Kits ins Land. Unsere Hygienesets und Schutzartikel (wie etwa Masken und Handschuhe) werden von Ärzten und anderen Gesundheitshelfern dringend gebraucht, damit sie die Kinder im Jemen weiterhin medizinisch betreuen können. 

Hungernde Kinder im Jemen kämpfen um ihr Überleben 

Rund zwei Millionen Kinder im Jemen leiden Hunger. Für 360.000 der Unter-5-Jährigen ist der Hunger sogar lebensbedrohlich: Sie sind so stark unterernährt, dass sie jeden Tag um ihr Überleben kämpfen und dringend unsere Nothilfe brauchen. Und die Situation in dem Bürgerkriegsland spitzt sich immer weiter zu: Es droht eine Hungersnot. Rund die Hälfte der Zivilbevölkerung im Jemen könnte bald davon betroffen sein – wenn nicht jetzt endlich gehandelt wird. 

Hunger im Jemen: Mangelernährte Kinder brauchen Spezialnahrung

Tausende Babys wie dieses müssen in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen aufgrund schwer akuter Mangelernährung behandelt werden. 

© UNICEF/UNI313433

Ihre Spende schützt Kinder im Jemen vor Hunger und Krankheiten

Mit Ihrer Unterstützung wollen wir als Hilfsorganisation alle Kinder im Jemen erreichen: Danke Ihrer Spende versorgen wie die Mädchen und Jungen mit Hilfsgütern und schützen sie so vor Hunger und akuter Mangelernährung. Unsere Medikamente und Impfungen bewahren sie vor Krankheiten oder helfen ihnen, wieder gesund zu werden. 

Der Krieg im Jemen führt zu Lebensmittelnot und Unterernährung.
Der Krieg im Jemen führt zu Lebensmittelnot und Unterernährung.
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Saba ist 16 Monate alt. Ein gesundes Kind dieses Alters sollte mindestens neun Kilo wiegen. Saba dagegen wiegt gerade einmal sechs. Ihre Mutter hat sie deshalb in ein Ernährungszentrum in Hudaida gebracht, das von UNICEF unterstützt wird.

Saba ist schwer krank, weil sie nicht genug zu essen hat.
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Bei ihrer Ankunft hatte Saba hohes Fieber, starken Durchfall und eine beginnende Lungenentzündung. Wegen dem Krieg haben Sabas Eltern nicht genug Geld, um Essen für die Familie zu kaufen: "Wir haben nicht einmal mehr Brot", erzählt Sabas Mutter.

UNICEF unterstützt Gesundheitszentren im Jemen.
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In einer Gesundheitseinrichtung in Hudaida untersucht Dr. Ibrahim Saba gründlich. Die Diagnose steht schnell: Sie ist schwer mangelernährt und muss sofort behandelt werden.

Saba erhält Spezialmilch für mangelernährte Kinder.
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Dr. Ibrahim ordnet therapeutische Milch für Saba an, damit sie schnell zu Kräften kommt. Außerdem bekommt sie Antibiotika gegen ihre Lungenentzündung.

Dank der Medikamente und der Spezialnahrung geht es Saba besser.
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Nach drei Tagen hat sich Sabas Zustand deutlich verbessert: Das Fieber ist runter, sie behält wieder Nahrung bei sich, und auch der Husten ist schon fast weg.

Im Ernährungszentrum werden Kinder gewogen und gemessen.
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Seit es ihr besser geht, wird Saba im Ernährungszentrum ambulant weiterbehandelt. Sie wird dort regelmäßig gemessen und gewogen und bekommt sättigende und nahrhafte Erdnusspaste für Zuhause.

Lebensmittel sind knapp im Jemen. Sabas Eltern machen sich Sorgen.
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Ihre Eltern sind froh, dass es Saba besser geht. Sorgen machen sie sich trotzdem: Wie wird es weitergehen mit ihrer Familie – in einem Land, in dem seit Jahren Krieg herrscht und die Nahrungsmittel so knapp sind?

Mangelernährung im Jemen: Saba hat es geschafft

Die 1-jährige Saba war in einem dramatischen Gesundheitszustand, als ihre Mutter sie ins von UNICEF unterstützte Ernährungszentrum brachte. Wochenlang hatte sie viel zu wenig gegessen. Sie war stark untergewichtig und geschwächt. 

Umso schöner ist es zu sehen, wie sie dank unserer therapeutischen Spezialnahrung wieder zu Kräften kam. 

So helfen wir den Kindern im Bürgerkrieg 

Hunderttausende hungernde Kinder bekommen von uns Spezialnahrung, damit sie überleben können. 

UNICEF führt große Impfkampagnen durch, zum Beispiel gegen Cholera, Polio und Masern. Dafür sind Tausende Impfhelfer im ganzen Land unterwegs.

Mehrere Millionen Menschen haben dank UNICEF Zugang zu sauberem Trinkwasser. Wir reparieren auch Leitungen und bauen Brunnen. 

Mit Durchfallmitteln und anderen Medikamenten, Cholera-Betten und Beratung unterstützen wir die Menschen im Jemen gesundheitlich.

Viele Mädchen und Jungen sind durch ihre Kriegserlebnisse traumatisiert. Wir begleiten sie mit Spiel-, Gesprächs- und Betreuungsangeboten.

Mit Spezialnahrung gegen den Hunger im Jemen

Jeden Tag sterben im Jemen Mädchen und Jungen an Hunger. Was wir dagegen tun? Wir setzen kalorien- und nährstoffreiche Erdnusspaste und Spezialmilch zur Therapie ein. Diese Nahrungsmittel stillen den Hunger und geben den unterernährten Kindern schnell neue Kraft.

Medizinische Hilfe bei Cholera-Ausbrüchen und Vorsorge durch Impfungen

Neben dem Corona-Virus ist Cholera momentan die schlimmste gesundheitliche Bedrohung für die Kinder im Jemen. Weit mehr als 100.000 Menschen sind allein im ersten Halbjahr 2020 an der Cholera oder an lebensgefährlichem Durchfall erkrankt. 

Für jüngere Kinder wird Cholera schnell lebensbedrohlich, wenn sie nicht behandelt wird. Unsere Mitarbeiter vor Ort fangen die aktuellen Cholera-Ausbrüche im Rahmen unserer Katastrophenhilfe medizinisch auf: mit Durchfallmitteln, Cholera-Betten, Betreuung und Beratung für Millionen Menschen. Um die Kinder vor einer Ansteckung zu schützen, führen wir Schluckimpfungen gegen die Cholera durch.

Wir stellen auch die Versorgung mit anderen Impfstoffen sicher: Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen impfen wir Millionen Kinder etwa gegen Diphtherie, Polio, Masern oder Röteln. So sind die Kinder geschützt gegen diese lebensbedrohlichen Krankheiten. 

Ein Junge und ein Mädchen zeigen stolz die Stelle, wo sie geimpft wurden.

Diese Kinder wurden von UNICEF-Helfern gegen Masern geimpft, damit sich die gefährliche, hoch ansteckende Krankheit im Bürgerkriegsland nicht ausbreitet.

© UNICEF/UN0284429/Fadhel

Bildung: Wiederaufbau von Schulen im Jemen

Viele Schulen sind durch den Krieg zerstört worden oder werden als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Damit die Kinder im Jemen trotz schwierigster Bedingungen weiterhin lernen können, repariert UNICEF Schulen, schafft neue Lernräume für Kinder und bildet Lehrer aus.

Bildung: Millionen Kinder im Jemen gehen aktuell nicht zur Schule.
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Tausende Schulen sind im Bürgerkriegsland Jemen außer Betrieb. Wir bauen sie wieder auf. 

© UNICEF/UN0188785/Fuad
Jemen: Ein Junge hat UNICEF-Schulmaterial erhalten
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Kinder wie der 12-jährige Azmi können dank UNICEF wieder zur Schule gehen. Sie bekommen Schulmaterial von uns und können weiter lernen.

© UNICEF/UN0188088/Fuad
Jemen: Die Kinder spielen in einem kinderfreundlichen Ort
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Wir schaffen zusätzlich zu den Schulen kinderfreundliche Orte. Denn spielen, singen oder malen hilft Kindern, den Krieg zwischendurch zu vergessen.

© UNICEF/UN0219824/
INFO

Fünf Jahre Bürgerkrieg im Jemen

Gewalt, Krankheiten, Armut

Seit 2015 herrscht Krieg im Jemen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Situation ist dramatisch, denn die Auswirkungen sind in allen Lebensbereichen spürbar. 

  • Ein großer Teil der Zivilbevölkerung im Jemen hat kein Geld mehr für Lebensmittel. 
  • Zwei Millionen Kinder sind mangelernährt. Es droht eine Hungersnot. 
  • Fast 18 Millionen Jemeniten haben kein sauberes Wasser und sind auf Hilfslieferungen von humanitären Hilfsorganisationen wie UNICEF angewiesen. 
  • Die Gesundheitsversorgung im Land ist in weiten Teilen zusammengebrochen. Nur noch wenige Krankenhäuser sind voll funktionsfähig.
  • Kinder im Jemen werden immer wieder Opfer der anhaltenden Gewalt: Fünf Kinder werden durchschnittlich jeden Tag getötet oder verletzt. 
  • Tausende Schulen im Land sind zerstört. Über zwei Millionen Kinder konnten schon vor Covid-19 nicht zur Schule gehen. Mittlerweile sind es fast acht Millionen (Stand: 26. Juni 2020). Die meisten Lehrerinnen und Lehrer bekommen schon seit mehreren Jahren kein Gehalt mehr. 
  • Strategisch wichtige Hafenstädte wie Hudaida und Aden werden immer wieder umkämpft. Die Versorgungswege für Hilfslieferungen sind dadurch stark eingeschränkt.