© UNICEF/UN0443245/Fazel

Kinder weltweit

Die besten Nachrichten des ersten Halbjahres 2021

Sie tun so gut und zwischendurch brauchen wir sie einfach: gute Nachrichten! Ja, es gibt sie, auch aus dem ersten Halbjahr 2021. Lesen Sie selbst.

Donnerstag, 29.07.2021, 09:09 Uhr

In den vergangenen Monaten haben meist die Corona-Pandemie, Krisen und Konflikte die öffentliche Debatte dominiert. Dabei gab es sie, die positiven, inspirierenden Geschichten, die Hoffnung und gute Laune machen. Wir haben für Sie die besten Nachrichten für Kinder weltweit gesammelt:

Januar

Alle Kinder haben Träume für die Zukunft! Auch die zwölfjährige Halimo möchte Großes erreichen: "Mein Lieblingsfach ist Mathe - ich träume davon, mein Wissen anzuwenden und eines Tages Präsidentin zu werden“, erzählt sie stolz in ihrem Klassenzimmer in Mogadischu, Somalia. 

Bildung in Somalia: Das Mädchen Halimo mit einem Schulheft von UNICEF
© UNICEF/UN0405813/Taxta

Bildung ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes, besseres Leben. Leider ist sie alles andere als selbstverständlich in Somalia. Mehr als drei Millionen Kinder in dem ostafrikanischen Land gehen nicht zur Schule – aufgrund von Armut, langen Schulwegen und der schwierigen Sicherheitslage, oder weil sie früh verheiratet werden und es an gut ausgebildeten Lehrer*innen fehlt. UNICEF setzt sich gemeinsam mit seinen Partnern dafür ein, dass mehr Kinder lernen können.

Umso erfreulicher ist es, dass Halimo weiter lernen kann. Denn der Schulbesuch gibt ihr und ihren Freund*innen die Chance auf ein sicheres und gesundes Leben – für sich, ihre Familien und ihre Gemeinschaft … und er bietet ihr die Chance, ihren großen Traum zu verwirklichen! 

Februar

Juhu, die Prüfungen können doch stattfinden! Für Schüler*innen aus dem Südsudan ist das eine ganz besonders gute Nachricht im Februar. Die Abschlussprüfungen ermöglichen ihnen, eine weiterführende Schule zu besuchen und so ihren Zukunftsträumen ein Stück näher zu kommen.

"Ich hoffe, dass ich eines Tages Krankenschwester werde", sagt die 19-jährige Marsa aus Romic im Bezirk Tonj East, Südsudan. Nachdem die Schulen im November nach den coronabedingten Schließungen endlich wieder öffnen konnten, hat sie hart gearbeitet und sich intensiv auf den Abschluss vorbereitet. Dann die Enttäuschung: Aufgrund der Sicherheitslage vor Ort wurden die zentralen Prüfungen in sieben Bezirken des Südsudan kurzfristig abgesagt.

Südsudan 2021: UNICEF-Mitarbeiter sind im Einsatz, um Unterlagen zu verteilen.

UNICEF-Mitarbeiter sind im Südsudan im Einsatz, um Prüfungsunterlagen und Hygiene-Produkte für die Abschlussklassen zu verteilen.

© UNICEFSouthSudan/Ryeng

Damit die Mädchen und Jungen ihren Abschluss dennoch machen können, sollten die Prüfungen möglichst schnell nachgeholt werden. Weil die Zeit drängt, bat das Bildungsministerium UNICEF bei der Auslieferung der Prüfungsunterlagen um Hilfe. Die UNICEF-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen haben daraufhin alle Hebel in Bewegung gesetzt und Unterlagen für insgesamt 1732 Schüler*innen mit dem Hubscharuber in die Bezirke gebracht.

März

Gute Nachricht gab es gleich zum Monatsbeginn: Am 1. März wurden in Ghana und in der Elfenbeinküste die ersten Menschen mit Corona-Impfstoffen geimpft, die COVAX geliefert hatte. Die internationale COVAX-Initiative hat zum Ziel, Menschen überall auf der Welt mit Vakzinen gegen Covid-19 zu versorgen. UNICEF verantwortet dabei Beschaffung und Lieferung von zwei Milliarden Impfdosen.

Zu den Ersten, die Anfang März geimpft werden konnten, gehörte auch Phénix Azian, ein Gesundheitshelfer in der Elfenbeinküste. "Ich bin glücklich", sagte der 36-Jährige. "Die Impfung kann Leben retten." Kurz darauf begann Azian selbst, die Impfkampagne in der Elfenbeinküste als Helfer zu unterstützen.

COVAX: Gesundheitshelfer erhält Impfung gegen Covid-19

Gesundheitshelfer Phénix Azian gehört zu den Ersten, die in der Elfenbeinküste gegen Covid-19 geimpft wurden.

© UNICEF/UN0423309/COVAX/Miléquêm Diarassouba

Wie in Ghana und der Elfenbeinküste sind inzwischen in Dutzenden Ländern Impfdosen eingetroffen. UNICEF ist weiter im Einsatz, damit noch mehr Menschen vor dem Virus geschützt werden können. Es ist eine historische Aufgabe, die größte Impfaktion aller Zeiten.

April

Ahmad ist zwar erst 4, aber laut unseren UNICEF-Kolleg*innen in Kabul, Afghanistan, kann er schon ein bisschen lesen. Dank des neuen Hochleistungszeltes, das wir im Frühjahr in der afghanischen Hauptstadt mit Unterstützung großzügiger Spender*innen aufstellen konnten, hat er es dabei jetzt auf jeden Fall schön warm. 

Afghanistan: Ahmad, 4, blättert in einem Zelt von UNICEF in einem Heft

Gemütlich hier: Ahmad (4) aus Kabul in Afghanistan besucht eine von UNICEF unterstützte Kinderbetreuung.

© UNICEF/UN0443250/Fazel
Afghanistan: Kinder stehen vor einem Hochleistungszelt von UNICEF

In dem neuen Hochleistungszelt von UNICEF können die Kinder sicher im Trockenen und Warmen spielen. Früher wurden die Kinder in der Betreuung oft krank, weil die Heizung häufig ausfiel. 

© UNICEF/UN0443251/Fazel
Afghanistan: Kinder spielen vor einem Hochleistungszelt

Dank großzügiger Spenden konnten wir von UNICEF in Afghanistan mehrere solcher Hochleistungszelte aufbauen. Sie halten extremer Hitze und Kälte und sogar Stürmen stand.

© UNICEF/UN0443247/Fazel

Eine wunderbare Nachricht! Denn in den Bergen Afghanistans fallen die Temperaturen im Winter, Frühjahr und Herbst häufig unter den Gefrierpunkt. Gleichzeitig gibt es kaum moderne Heizungen. So wurden Kinder in der Betreuung früher oft krank, Kitas und Klassenräume waren zu kalt. Um sich zu wärmen, nutzen die Menschen traditionelle Holzöfen. Von diesen können aber giftige Gase ausgehen, die für die Kinder gefährlich sind.

Deshalb setzen wir von UNICEF in Afghanistan jetzt Hochleistungszelte ein. Die Zelte selbst sind nicht neu, aber Afghanistan ist das erste Land weltweit, das sie in großem Stil für Bildung und Kinderbetreuung nutzt. Nach und nach werden wir 400 Zelte im Land aufstellen. Sie sind speziell isoliert und haben einen festen Boden, so dass es im Zelt schön warm bleibt und die Kinder sicher spielen können. Der traditionelle Holzofen kann auch genutzt werden – aber auf eine sichere Weise, denn die Zelte haben einen Rauchabzug.

>> Klingt spannend? Wenn Sie mehr über die UNICEF-Hochleistungszelte lesen möchten, klicken Sie hier.

Mai

Eine gute Nachricht erreichte uns im Mai aus dem nordwestlichen Afrika: In Mauretanien ist ein neues UNICEF-Hilfsprogramm gestartet, das besonders benachteiligte Familien finanziell unterstützt. Extrem arme Haushalte oder Familien mit einem behinderten Familienmitglied bekommen für die nächsten Monate einen festgelegten Geldbetrag. Mit einer sicheren Bankkarte, die sie beim ersten Besuch übergeben bekommen, können sie alle zwei Monate 2.000 Mauretanische Ouguiya abheben – das sind umgerechnet knapp 50 Euro.

Eine Frau in Mauretanien hält ihre Bankkarte in der einen, mehrere Geldscheine in der anderen Hand.
© UNICEF/UN0465236/Pouget

Dieses Geld können die Empfänger*innen flexibel einsetzen für alles, was sie besonders dringend in ihrem familiären Alltag brauchen: Etwa, um Lebensmittel und Trinkwasser für die Kinder kaufen zu können. Oder auch, um deren Schulgebühren zu bezahlen.

Das Bargeldtransfer-Programm in Mauretanien wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) finanziert. Ganze 10.000 Familien profitieren davon. Mauretanien ist ein wirtschaftlich sehr schwaches Land ohne ausreichendes Sozialsystem. Indem wir ausgewählten Familien diese Geldbeträge geben, helfen wir ihnen dabei, ihr Existenzminimum zu sichern.

Juni

Die Corona-Pandemie hat weltweit unsagbares Leid verursacht – und auch das erste Halbjahr 2021 war in Bezug auf die Ausbreitung des Virus nicht reich an guten Nachrichten. Doch hin und wieder gab es sie doch, die Hoffnungsschimmer. Nachrichten, die Mut machen. Zeichen der Solidarität inmitten dieser beispiellosen Krise.

So etwa Anfang Juni, als einige der größten deutschen Unternehmen sowie ein Netzwerk von Philanthropen ihre Unterstützung für COVAX bekannt gaben. DHL, SAP, die Deutsche Bank Stiftung, die Adolf Würth GmbH & Co. KG und zahlreiche Philanthropen wie das Ehepaar Stefan und Susan Findel beteiligten sich an der globalen Impfkampagne zur Eindämmung von Covid-19. Sie halfen dadurch mit, dass UNICEF noch mehr Impfstoffe in die ärmsten und am stärksten betroffenen Regionen bringen konnte. 

COVAX-Impfdosen und Impfausrüstung erreichen Demokratische Republik Kongo

April 2021: COVAX-Impfdosen und Impfausrüstung erreichen Bukavu im Süden der Demokratischen Republik Kongo.

© UNICEF/UN0450923/Frisone

"Es macht Hoffnung, dass sich nun auch große Player aus der deutschen Wirtschaft und Philanthropen an dieser gemeinsamen Kraftanstrengung beteiligen", sagte damals Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Und nur wenige Tage später kündigten die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten im Rahmen des G7-Gipfels in Großbritannien an, mehr und schneller Impfstoffe für die COVAX-Initiative zu spenden, um den Kampf gegen die Pandemie stärker zu unterstützen. Ein weiterer Hoffnungsschimmer – wenn auch sicher nicht die endgültige Lösung der Probleme in den von Corona betroffenen Regionen.

Vielen Dank, dass Sie gute Nachrichten möglich machen

"Only bad news is good news", lautet eine alte Journalisten-Regel. Soll heißen: Interessant sind nur die schlimmen Schlagzeilen. Auch wir von UNICEF berichten oft über die Probleme und Sorgen, mit denen Kinder weltweit konfrontiert werden, gerade jetzt in der Coronakrise. Es gehört zu unserer Aufgabe, den Menschen die Situation der Kinder vor Augen zu führen.

Aber gute Entwicklungen, Fortschritte und glückliche Geschichten sind für uns ebenso relevant. Und all die guten Nachrichten der letzten Monate hätte es nicht gegeben ohne die zahlreichen UNICEF-Unterstützerinnen und -Unterstützer, die sich unermüdlich für Mädchen und Jungen weltweit einsetzen. Dafür danken wir Ihnen herzlich.

Die Autor*innen

Christine Kahmann, Caroline Dohmen, Klas Libuda, Laura Sandgathe, Susanne Nandelstädt und Tim Rohde haben für Sie gute Nachrichten recherchiert und diesen Beitrag gemeinsam verfasst.

Haben Sie auch gute Nachrichten entdeckt, die Sie teilen möchten? Wenn Sie mögen, schreiben Sie gerne darüber in den Kommentaren. Wir freuen uns.

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