Südsudan: Ein Schnellboot transportiert Medikamente auf dem Nil.
© UNICEF/GrarupSüdsudan: Ein Schnellboot transportiert Medikamente auf dem Nil.
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Wie UNICEF-Hilfsgüter von A nach B kommen

7,18 Milliarden Dollar – das ist der Gegenwert der Hilfsgüter, die UNICEF im letzten Jahr weltweit für Kinder und Familien in Not bereitgestellt hat.


von Katharina Kesper

Impfstoffe, Wasserreinigungstabletten, Erdnusspaste: So funktioniert die UNICEF-Hilfe weltweit

Mit Hilfsgütern im Gegenwert von 7,81 Milliarden Dollar stieg das Volumen im vergangenen Jahr um unglaubliche 61 Prozent und erreichte einen neuen Rekordwert. 2021 war ein historisches Jahr für die Welt - und für UNICEF. Wir waren gefragt, in neuem Umfang und Tempo zu arbeiten und innovative Lösungen für neue Herausforderungen zu finden. Die Corona-Pandemie war die schlimmste globale Gesundheitskrise. Es galt die weltweite  Pandemiebekämpfung zu unterstützen, für Nothilfeeinsätze gewappnet zu sein und reguläre Programme mit Hilfsgütern zu versorgen. Neben medizinischen Masken und Covid-19-Testkits, lieferten wir wie gewohnt Impfstoffe, Wasserpumpen, Nahrungsmittel, Spielzeug und Schulequipment in 160 Länder und Regionen. 

Wie funktioniert all das überhaupt, wo lagern die Hilfsgüter und wie viele Menschen sind in der weltweiten Logistik involviert? Alle Antworten darauf lesen Sie hier im Blog.

Mutter Poheli ist froh über die gute Versorgung ihres Neugeborenen auf der Säuglingsstation in Bangladesch.

"Wir erhielten einen wunderbaren Service in einer so gut ausgestatteten und sauberen Einrichtung", sagt Mutter Poheli Chakma, nachdem ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt kam. 

© UNICEF/UNICEF Bangladesh/2021/Marma

2021 – ein herausforderndes Jahr für die weltweite Logistik

2021 war ein Jahr wie kein anderes. Ein Jahr, in dem sich ein Krankheitserreger ausbreitete, alle Ecken der Welt erreichte und so das Leben von Kindern und Familien bedrohte. Die Lieferung von Hilfsgütern wurde wie nie zuvor auf die Probe gestellt. Doch mit Engagement, Widerstandsfähigkeit und jeder Menge Tatkraft konnten wir die regulären Lieferungen von Hilfsgütern für Kinder aufrecht erhalten und gleichzeitig die weltweit steigende Nachfrage nach medizinischen Hilfsgütern bedienen.

Im Zuge von Grenzschließungen, Exportverboten und Einschränkungen der internationalen Frachtkapazitäten mussten wir dafür zwar ein wenig kreativ werden, doch unser großes Netzwerk mit Lieferanten und unsere gute Zusammenarbeit mit Regierungen und Partnern halfen dabei.

Sudan: Covid-Test von UNICEF-Gesundheitshelfer*innen.

Einem Jungen im Sudan wird mit einem Tupfer eine Probe für einen Covid-19-Test entnommen. UNICEF-Gesundheitshelfer*innen erhalten das dafür benötigte Equipment.

© UNICEF/UN0436721/Yeslam

Wie hat UNICEF die globale COVAX-Impfaktion unterstützt?

Wir von UNICEF waren an vorderster Front bei der Covid-Bekämpfung dabei. Es war ein Jahr voller Erfolge und Widrigkeiten. Die Euphorie über das erste gelandete Flugzeug, voll beladen mit Covid-19-Impfstoffdosen, war groß. Am 24. Februar 2021 - nur 39 Tage nach der ersten Verimpfung eines Corona-Impfstoffes in einem Industriestaat, erreichten den afrikanischen Kontinent lebensrettende Impfdosen. Gleichzeitig trübten Exportverbote und andere logistische Herausforderungen die globale Impfverteilung. Seit Jahren ist UNICEF der weltweit größte Einkäufer von Impfstoffen für Kinder, etwa gegen Krankheiten wie Masern und Polio. Im vergangenen Jahr organisierten wir zusätzlich die Beschaffung und Lieferung von 957 Millionen Impfdosen in 144 Länder.

Bis heute konnte UNICEF rund 1,6 Milliarden Covid-19-Impfdosen für knapp 150 Länder versenden (Stand: August 2022).

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Corona-Pandemie: Hilfsgüter kommen weiter an – wie UNICEF jetzt arbeitet

Für UNICEF war und ist es ein Privileg eine zentrale Rolle bei der Pandemiebekämpfung zu spielen und die
Gerechtigkeitsagenda voranzutreiben. Wir haben dabei in verschiedenen Bereichen mitgewirkt:

  • Stärkung der Kühlketteninfrastruktur, um Impfstoffe sicher zu lagern und zu transportieren. Dazu lieferten wir 800 Ultra-Kühlketteneinheiten in über 70 Ländern in Rekordzeit.
  • Bereitstellung und Lieferung von fast 850 Millionen Spritzen in 92 Länder, die es braucht, um den Impfstoff sicher zu verabreichen.
  • Versand von über 434 Millionen Artikeln zur persönlichen Schutzausrüstung in 115 Länder für das Gesundheitspersonal.
  • Beschaffung von über 28.000 Sauerstoffkonzentratoren.
  • Einführung des COVID-19-Impfstoff-Dashboards - die erste öffentliche Quelle für die neuesten Daten und Informationen zur Impfverteilung.
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Kein Weg zu weit: Wie UNICEF Kinder in jedem Winkel der Welt impft

Wer verteilt die Hilfsgüter?

Weltweit arbeiten 1.238 Menschen für UNICEF im Bereich Logistik. Das ist eine geballte Power an Spezialist*innen, die sich um den Versand, die Bestellung und die Verteilung von Hilfsgütern kümmern. Ein großartiges Team, das unermüdlich und an beinahe jedem Fleck der Welt für Kinder im Einsatz ist. Wir arbeiten dabei oft mit Partnern und Organisationen vor Ort, um von der lokalen Expertise zu profitieren. 

Frauenpower in der Führungsriege im Warenlager in Kopenhagen.

Bild 1 von 6 | Volle Frauenpower in der UNICEF-Führungsriege in Kopenhagen. Das weltweit größte humanitäre Warenlager hat ausschließlich weibliche Führungskräfte.

© UNICEF/UN0470460/Mansour
Arbeiten am Fließband: Notfallsets verpacken im Akkord.

Bild 2 von 6 | Die lebensrettenden Hilfsgüter werden in Notfallkits verpackt und vom weltweit größten humanitären Lager in Kopenhagen in die ganze Welt geschickt.

© UNICEF/UN0470459/Mansour
Kopenhagen: Djani Zadi im Logistikzentrum

Bild 3 von 6 | Einer, der anpackt: Djani Zadi arbeitet im UNICEF-Warenlager in Kopenhagen. Er ist Experte für Logistik und kümmert sich darum, dass die Hilfsgüter schnell und effizient an ihr Ziel gelangen.

© UNICEF/UN0127073/Moreno Gonzalez
Syrien Krieg: UNICEF Helfer verteilen Hilfspakete an Flüchtlinge im Irak

Bild 4 von 6 | In einem Flüchtlingscamp im Irak verteilen UNICEF-Mitarbeiter*innen Hilfspakete an Familien. Aydin und seine Mutter Juin Khalil sind zwei der Millionen Syrerinnen und Syrer, die Zuflucht in einem Nachbarland suchen.

© UNICEF UK/Schermbrucker
Hunger in Afrika: UNICEF-Helfer in Äthiopien versorgt Kinder

Bild 5 von 6 | Äthiopien: Ernährungsexperte Yayneshet versorgt Mädchen und Jungen mit therapeutischer Zusatznahrung. Sie enthält lebenswichtige Vitamine und Mineralien und ist so zusammengesetzt, dass Kinder sie auch im ausgezehrten Zustand essen und verdauen können. 

© UNICEF/UN024906/Sewunet
Cholera im Südsudan: Ein UNICEF-Helfer verteilt Wassereimer an eine Familie.

Bild 6 von 6 | UNICEF-Helfer Isaac Akul gibt der 25-jährigen Amoumawien in Aweil im Südsudan einen Eimer für Trinkwasser.  Die 25-Jährige hat vier Kinder, drei davon sind unterernährt.

© UNICEF South Sudan/2016/Rich

Welche Hilfsgüter verteilt UNICEF?

Unser Steckenpferd: Therapeutische Spezialnahrung, die wirkt! Erdnusspaste hat die Behandlung von mangelernährten Kindern revolutioniert. Denn die therapeutische Zusatznahrung ist so zusammengesetzt, dass schwer mangelernährte Kinder sie auch im extrem ausgezehrten Zustand essen, schlucken und verdauen können. Sie enthält zudem lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen. In 2021 haben wir über 51.000 Tonnen gebrauchsfertige therapeutische Lebensmittel (RUTF - ready-to-use therapeutic food) - wozu auch die bewährte Erdnusspaste zählt - verteilt. Die Spezialnahrung wurde insbesondere dafür verwendet, um mangelernährte Kinder am Horn von Afrika, in der Sahelregion im Südsudan und im Jemen zu versorgen.

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Erdnusspaste direkt vom Fließband

Dabei setzen wir immer mehr auf die lokale Produktion von Erdnusspaste. Die erste afrikanische Fabrik, die Erdnusspaste produziert, steht zum Beispiel in Niger. Insgesamt wird bereits mehr als die Hälfte der nahrhaften Paste in den Programmländern selbst hergestellt – das ist super und fördert die lokale Wirtschaft!

Südsudan: Frauen tragen von UNICEF gelieferte Moskitonetze.

Bild 1 von 7 | Südsudan: Frauen tragen von UNICEF gelieferte Moskitonetze.

© UNICEF/UN0360022/Naftalin
Männer waten durch tiefes Wasser, beladen mit Hilfsgütern.

Bild 2 von 7 | Im Südsudan waten Männer voll bepackt mit lebensrettenden Hilfsgütern von UNICEF durch einen Fluss.

© UNICEF/UNI224894/De La Guardia
Kind wird mit Erdnusspaste gefüttert

Bild 3 von 7 | Mehr als 47.000 Tonnen Erdnusspaste haben Kinder auf der ganzen Welt erreicht. Mehr als die Hälfte davon wurde in den jeweiligen Krisenregionen produziert.

© UNICEF/UN0218185
Bildung: UNICEF versorgt Rohingya-Kinder mit Schulmaterial

Bild 4 von 7 | Die Freude ist groß! Dank UNICEF gibts für die drei Mädchen aus Bangladesch Schulrucksäcke.

© UNICEF/UN0203363/Sokol
Zyklon Kenneth in Mosambik: UNICEF verteilt Mittel zur Herstellung von Trinkwasser

Bild 5 von 7 | UNICEF-Helfer Daniel Timme in einem Lager für Hilfsgüter in Pemba, Mosambik. Er zeigt zwei Flaschen mit einem Mittel, mit dessen Hilfe sich verunreinigtes Wasser reinigen lässt.

© UNICEF/De Wet
Hungersnot Südsudan: Milch wird zum Verzehr vorbeireitet

Bild 6 von 7 | Ein Kind im Südsudan bekommt Spezialmilch. Diese enthält lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen.

© UNICEF/UN053456/Gonzalez Farran
Südsudan: Eine Impfung wird vorbereitet

Bild 7 von 7 | Ganze 2,4 Milliarden Impfdosen wurden in 99 Länder verschickt. Wir haben damit 45 Prozent der unter Fünfjährigen auf der ganzen Welt erreicht!

© UNICEF/UN0219203

Wir haben Länder und Krisenregionen weltweit im letzten Jahr vor allem mit Impfstoffen versorgt. Das machte ganze 19 Prozent unserer gesamten Hilfsgüterlieferungen aus. Jährlich sterben schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren weltweit an Krankheiten, vor denen sie durch Impfungen geschützt gewesen wären. Wir arbeiten mit Partnern und Herstellern zusammen, um Kindern wichtige Impfstoffe zur Verfügung zu stellen, unabhängig davon, wo sie leben. Ganze 2,3 Milliarden Impfdosen wurden 2021 in 109 Länder verteilt. 48,5 Prozent dieser Impfstoffe waren für Routineimpfprogramme bestimmt. Wir haben damit 46 Prozent der unter Fünfjährigen auf der ganzen Welt erreicht. 

Mittel zur sauberen Wasseraufbereitung – zum Beispiel Wasserreinigungstabletten – folgen direkt auf Platz zwei der meist bezogenen Hilfsgüter. Vor allem für Kinder kann der fehlende Zugang zu sauberem Wasser lebensgefährlich sein. Verunreinigtes Wasser, fehlende Toiletten und mangelnde Körperpflege sind nach wie vor die Auslöser für viele Krankheiten. Die Verbesserung der Wasserversorgung gehört daher zu den Schwerpunkten der Arbeit von UNICEF.

An dritter Stelle steht die Versorgung mit Spezialnahrung, wie der kalorienhaltigen Erdnusspaste, proteinhaltigen Keksen oder therapeutischer Milch.

Rund 155 Millionen Dollar sind 2021 in die Bereitstellung von Bildungsmaterialien für 105 Länder geflossen. Es gibt zum Beispiel die „School in a Box“, die bis oben hin voll mit Schulmaterial gefüllt ist. Auch frühkindliche Bildung spielt für uns eine große Rolle. Hier beliefern wir verschiedene Regionen und Länder mit speziellen Spiel- und Lernmaterialien für die ganz Kleinen. Übrigens: Auch Spielzeuge für die Freizeitgestaltung fördern spielerisch die Bildung von Kindern und werden von uns geliefert.

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Bildungskrise durch Corona: Schule ist mehr als ein Klassenzimmer

Im Rahmen der Schulschließungen während pandemiebedingter Lockdowns hat UNICEF in vielen Ländern Schulklassen digitalisiert und alternative Lernmöglichkeiten geschaffen. Zum Beispiel haben wir Laptops für ein großes digitales Bildungsprojekt in El Salvador bereitsgestellt oder Radios für Schulkinder in Ruanda geliefert.


Wie erreichen Hilfsgüter Kinder und Familien in Konflikt- und Krisengebieten?

2021 erreichte ein großer Anteil der Hilfsgüter 139 Länder und Regionen in akuten Notsituationen. Ganze 687 Millionen Dollar flossen in Hilfspakte für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten.

UNICEF-Notfallversorgung im Jahr 2021 im Überblick.

Die weltweite UNICEF-Notfallversorgung im Jahr 2021 im Überblick.

© UNICEF

Konflikte, die über Jahre andauern, Naturkatastrophen oder wirtschaftliche Krisen wirken sich weiterhin auf die humanitäre Situation von Tausenden Menschen aus. Insbesondere Bevölkerungsgruppen im Nahen Osten, in Afrika und in Südostasien sind betroffen. Die Instabilität betrifft dann häufig auch Nachbarländer der Region. 

Jeder Notfall ist einzigartig und erfordert eine maßgeschneiderte Versorgung und Logistikreaktion.

Kann UNICEF die Hilfsgüter-Pakete bis zur Auslieferung ins Projektland verfolgen?

Ja! Unser Erklär-Video zeigt, wie UNICEF mit der Smartphone-App "Warehouse in a pocket" noch besser und effizienter Pakete packen, verschicken und verfolgen kann. Das ist ein technologischer Durchbruch für den gesamten Versorgungssektor. Die App umfasst neun verschiedene Funktionen: Von Lagerbestand prüfen über Sendungen und Lieferungen verfolgen bis hin zum Aufzeichnen des Wareneingangs.

Das klingt alles sehr technisch, hat aber viele Vorteile. Die durchschnittliche Zeitersparnis im vergangenen Jahr lag bei mehr als 30 Prozent. Hinzu kommen bessere Rückverfolgbarkeit und zuverlässige Informationen über die Lieferketten.

Lassen Sie es sich von Susanne Fraisse selbst erklären:  

Wo kommen die Hilfsgüter her?

Wussten Sie, dass das weltweit größte humanitäre Warenlager von UNICEF in Kopenhagen steht? Ein Grund für die Wahl dieses Standorts: der internationale Containerverkehr. Von der dänischen Hauptstadt aus packen und verschicken wir Hilfspakete in verschiedene Länder. Seit sechs Jahrzehnten gehört das Verpacken von Hilfsgütern zu den wichtigsten Aufgaben des UNICEF-Hauptstandortes für globale Versorgung und Logistik.

Es gibt ungefähr 100 verschiedene "Sets" – wie wir sie nennen – die dort zusammengestellt werden. Zum Beispiel Hygienesets, Schulset oder Hebammensets – für jede Notsituation individuell angepasst und zusammengestellt. Das Lager ist wirklich riesig –hier ein Vergleich: Mit 20.000 Quadratmetern ist das Depot etwa so groß wie drei Fußballfelder. 36.000 Paletten werden dort gelagert. Mehr als 400 Mitarbeiter*innen arbeiten in Kopenhagen. Insgesamt arbeiten weltweit bei UNICEF im Bereich Logistik 1.238 Mitarbeiter*innen – aus 147 Nationen. 

Das Warenlager ist immer für einen humanitären Notfall gewappnet. Jederzeit könnten bis zu 10.000 Menschen für mindestens drei Monate mit überlebenswichtigen Hilfsgütern versorgt werden.

Dazu gehören dann zum Beispiel Moskitonetze, Erdnusspaste, Medikamente oder Wasserreinigungstabletten. Und noch eine beeindruckende Zahl: Insgesamt lagern in Kopenhagen rund 850 verschiedene Hilfsgüter. In 2021 wurden hier 141.315 Pakete gepackt.

Kopenhagen: UNICEF-Logistikzentrum

Im Warenlager in Kopenhagen stapeln sich mehrere Tausend Paletten Hilfsgüter.

© UNICEF/UN069234/Guhle

Wenn die Hilfsgüter nicht aus Kopenhagen kommen, dann aus einem der anderen fünf großen Warenlager von UNICEF, die geografisch näher an den Krisengebieten liegen. Sie stehen in Panama-Stadt, Shanghai, Accra, Brindisi und Dubai.

Woher weiß UNICEF, in welchem Land welche Hilfsgüter benötigt werden?

Bevor Hilfsgüter verschickt werden, meldet das betroffene Land oder die Region, die in einer Notsituation ist, ihren Bedarf. Denn die Kolleg*innen vor Ort wissen am besten, wie viele Kinder bzw. wie viele Familien welche Form der Hilfe brauchen. 

Südsudan: UNICEF-Helfer trägt Kühlboxen

Für jedes Kind auf der Welt überall im Einsatz.

© UNICEF/UN0219198

Gleichzeitig wird geprüft, welche Hilfsgüter lokal beschafft werden können. Nach Möglichkeit fördern wir dann die regionalen Zulieferer, um die Wirtschaft vor Ort nachhaltig zu stärken und nicht zu sehr von externer Hilfe abhängig zu machen. 

Als nächstes folgt die Budgetierung und Planung. Auch wie dringlich eine Lieferung benötigt wird, meldet das jeweilige Länderbüro dem Warenlager in Kopenhagen. Einkauf, Kommunikation und Logistik spielen also eine große Rolle. Wenn die Hilfsgüter ihren Zielort erreichen, werden sie geprüft und inspiziert. Vor Ort werden sie dann gegebenenfalls noch einmal zwischengelagert, meist aber sofort verteilt. Ob die Hilfsgüter ausreichen oder weitere benötigt werden, muss das jeweilige Länderbüro direkt prüfen. 

Wie teuer sind die Hilfsgüter?

Eine "School in a Box" kostet zum Beispiel 180 Euro und ermöglicht rund 40 Kindern provisorischen Unterricht. Natürlich ist das Thema Kostenkalkulation für uns wichtig und wir haben immer das Ziel, die Hilfsgüter preiswert zu beschaffen, um am Ende noch mehr Kinder versorgen zu können.

Ein großer Vorteil für UNICEF: Wir können die Hilfsgüter in riesigen Massen einkaufen. Wir sind einer der größten Abnehmer für Hilfsgüter im humanitären Bereich und können dadurch gute Einkaufspreise verhandeln. 

... und Nachhaltigkeit?

Ja, an die Umwelt denken wir auch! Unsere Hilfsgüter sind nachhaltig! Wir verwenden zum Beispiel biokompostierbare Beutel für Gesundheits- und Bildungskits, denn uns ist eine "grüne" Versorgung wichtig. Die Beutel werden bei der Entsorgung Teil des Bodens oder des Wassers und das, ohne Plastikmikropartikel zu hinterlassen.

Bereits in 2017 haben wir rund 20 Millionen biologisch kompostierbare Taschen in Gesundheits- oder Bildungskits nach Burundi, in die Demokratische Republik Kongo, nach Nigeria und Sierra Leone geschickt.

Burundi: Schuljunge hält neue Schulsachen in kompostierbarem Beutel

Ein Schuljunge aus Burundi hält seine neuen Schulsachen in einem kompostierbaren Beutel. 

© UNICEF Burundi/2017/J.Haro

Wie innovativ sind die Hilfsgüter von UNICEF?

Einen sicheren Ort für sich und die Familie finden: Das ist das oberste Ziel von Menschen, die vor Konflikten, den Folgen von Naturkatastrophen oder Epidemien fliehen mussten. Zelte sind eine schnelle, praktische und gute Übergangslösung und kommen oft zum Einsatz.

Uganda: Die Solaranlage des neuen Zeltes wird installiert

Die neuen Zelte sind unter anderem mit einer eigenen Solaranlage ausgestattet. Hier wird einer der Prototypen in Uganda aufgebaut.

© UNICEF/UNI276732/Kakooza

Die Lösung: Das neue UNICEF-Hochleistungs-Zelt. Es bietet eine ganze Reihe von Verbesserungen gegenüber den Zelten, die wir bislang genutzt haben:

  • ein verbessertes Befestigungssystem, um das Zelt optimal und sicher im Boden zu verankern
  • gerade, glatte Wände, so dass es im Inneren 20 Prozent mehr Platz gibt
  • dreilagige Fenster, bestehend aus einem Moskitonetz, einem transparenten Laken und einer Verdunklungsplane. So können Licht und Luft im Zelt gut reguliert werden
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Unsere neueste Innovation: Dieses Zelt trotzt Hurrikans und Hitze

Wir von UNICEF sind davon überzeugt, dass die Hochleistungs-Zelte die weltweite Nothilfe entscheidend voranbringen. Sie bieten eine hohe Qualität und sind speziell auf die Bedürfnisse der Kinder und Helfer vor Ort eingestellt.

Das große Ziel: Hilfe für jedes Kind

Unser Ziel ist es, die Bedürfnisse von Kindern in der ganzen Welt zu erfüllen. Das erfordert eine hohe Reaktionsfähigkeit, ein starkes logistisches Wissen und weltweit agile und vernetzte Mitarbeiter*innen. Wir sind stolz auf unser Team und seinen unermüdlichen Einsatz weltweit. Und dankbar für jedes Kinderlächeln, das wir zurückbekommen!

Kambodscha: Drei Jungen springen vor Freude in die Luft.

Die drei Jungen aus Kambodscha freuen sich sichtlich über ihren Schulbesuch und springen vor Freude in die Luft.

© UNICEF/UN0322936/Seng

Weitere Informationen und Materialien

Gut zu wissen

Weitere Informationen und Materialien


Weitere Informationen, Zahlen und Fakten zum UNICEF-Warenlager in Kopenhagen können Sie in unserem englischsprachigen Jahresreport 2021 nachlesen.

Oder Sie besuchen die englischsprachige Seite der Supply Division.

Dieser Blogbeitrag wurde für Sie mehrfach aktualisiert und basiert auf dem jährlich neu erscheinenden Jahresbericht unseres Logistikzentrums in Kopenhagen. 

Katharina Kesper
Autor*in Katharina Kesper

Katharina Kesper leitet den Newsroom bei UNICEF und bloggt über kraftvolle Geschichten von Kindern, über die Arbeit der Organisation auf der ganzen Welt, über UNICEF-Helfer*innen und besondere Begegnungen.