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COVID-19 VERSCHÄRFT DIE NOT DER KINDER IM NAHEN OSTEN UND IN NORDAFRIKA
Amman/Köln
Montag, 20. April 2020, 12:00 Uhr

UNICEF FÜHRT DERZEIT IN VERSCHIEDENEN LÄNDERN DER REGION SEINE WELTWEIT GRÖSSTEN NOTHILFEPROGRAMME DURCH 

Die Covid-19-Pandemie breitet sich auch im Nahen Osten und Nordafrika aus. In der Region wurden bis Ende vergangener Woche bereits 105.419 Infektionen registriert, 5.699 Menschen sind bisher in Folge von Covid-19 gestorben. Der Iran verzeichnet 80 Prozent der Fälle in der Region.

Eine Krankenschwester misst die Temperatur eines Mädchens.

Covid-19-Vorsorge in Beirut/Libanon: Eine Krankenschwester misst die Temperatur eines Mädchens.
© UNICEF/UNI317998/Choufany

„In keiner anderen Region der Welt leiden so viele Kinder unter den Folgen von Konflikten und Krisen. Die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen ist hier am höchsten. Rund die Hälfte aller Kinder sind von Armut betroffen und haben keinen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheitsversorgung, Nahrungsmitteln, einer Unterkunft, Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen sowie Informationen“, sagte Ted Chaiban, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und das nördliche Afrika. „Eine fehlende Grundversorgung, andauernde Konflikte, Armut, Entbehrungen und nun die Covid-19-Pandemie treffen die am meisten benachteiligten Kinder am härtesten und machen ihr bereits schwieriges Leben unerträglich. Je länger die Situation andauert, desto gravierender werden die Folgen für Kinder sein.“

Viele Familien haben ihre Arbeit als Tagelöhner verloren und wissen schon jetzt nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Schätzungsweise 110 Millionen Kinder in der Region können derzeit nicht zur Schule gehen. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, wie Schulschließungen, Ausgangsbeschränkungen sowie fehlender Freizeit- und Spielmöglichkeiten, sind die Kinder zusätzlichen psychischen Belastungen ausgesetzt.

Die UNICEF-Hilfe geht trotz erschwerter Bedingungen weiter. Gemeinsam mit seinen Partnern führt UNICEF einige seiner weltweit größten Nothilfeprogramme durch, wie beispielsweise in Syrien und dem Jemen. In den vergangenen Wochen hat UNICEF in der Region:

  • 22 Millionen Menschen mit Aufklärungsarbeit zu Corona über Zeitungen, Radio- und Fernsehprogramme sowie 7 Millionen weitere über digitale Kommunikationskanäle erreicht. 
  • Trotz der aktuellen logistischen Herausforderungen 1,6 Millionen Einheiten an Hilfsgütern, wie medizinische Artikel und Schutzausrüstung, bereitgestellt.
  • Gemeinsam mit Partnern vor Ort kontinuierlich daran gearbeitet, mehr Menschen Zugang zu sauberem Wasser und zu Waschgelegenheiten zu ermöglichen und Hygieneartikel wie Seife und Desinfektionsmittel verteilt.
  • Bildungsministerien beraten und unterstützt, um alternative Lernangebote zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Kinder weiter lernen können.
  • Praktische Tipps und Informationen - beispielsweise Spielideen - für Eltern und Betreuende bereitgestellt, um die psychologischen Auswirkungen der Bewegungseinschränkungen auf Kinder zu mildern.
  • Informationskampagnen gestartet, um gegen Falschinformationen über das Coronavirus vorzugehen.

UNICEF benötigt 92.4 Millionen US-Dollar für die Nothilfeprogramme zur Bekämpfung von Covid-19 im Nahen Osten und Nordafrika.

» Weitere Informationen finden Sie hier

Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

CHRISTINE KAHMANN

Pressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe
0221-93650-298
E-Mail: presse(at)unicef.de