Bangladesch: Rohingya Kinder stehen in einem Camp vor einer Hütte

ROHINGYA-KRISE: LEBEN IM FLÜCHTLINGSCAMP

FLÜCHTLINGSKINDER IN BANGLADESCH – JETZT SPENDEN

Hunderttausende Rohingya sind seit dem Sommer 2017 vor der Gewalt in Myanmar nach Bangladesch geflohen. Ihre Situation hat sich seitdem kaum verändert. Noch immer leben fast eine Million Rohingya in riesigen Flüchtlingscamps, die meisten von ihnen in der Küstenregion Cox's Bazar. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder. Ob und wann sie in ihre Heimat Myanmar zurückkehren werden, ist nach wie vor unklar. 

Die Situation in den nur notdürftig eingerichteten Camps ist nach wie vor schwierig. Die hinter ihnen liegenden Monsun-Monate (ca. Juni bis November) haben die Situation für die Kinder zusätzlich erschwert.  

Die zweijährige Rumana auf dem Weg zu ihrer neuen Hütte.

Die zweijährige Rumana war mit ihrer Familie während des Monsuns an einen sichereren Ort innerhalb des Camps umgezogen. Tausende Kinder wie sie waren in der Regenzeit besonders bedroht. 
© UNICEF/UN0219084/Modola

Durch die starken Regenfälle waren die Bedingungen in den Camps zeitweilig katastrophal. Es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. UNICEF hat sich während des Monsuns intensiv um die Menschen gekümmert. Und auch nach der Regenzeit brauchen die Rohingya weiter dringend unsere Hilfe! 

Größtes Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch

Kutupalong ist momentan das größte Flüchtlingscamp weltweit: Rund 500.000 Rohingya leben hier in ihren notdürftigen Hütten. Wie gigantisch groß das Lager ist, zeigt das unten stehende Drohnen-Video:

Notschulen sind wichtig 

Die Unterkünfte der Rohingya in den Flüchtlingscamps sind noch immer provisorisch. Nach der Flucht im August 2017 waren die Hütten in aller Eile gebaut worden. Bis heute bestehen sie vor allem aus Bambus, Wellblech und Zeltplanen. 

Noch dazu befinden sich einige Teile der Flüchtlingscamps in Hanglage. Die Rohingya, die hier leben, sind bei Regenfällen von Erdrutschen bedroht. Deshalb hat UNICEF Tausende Menschen innerhalb der Lager an sicherere Orte umgesiedelt.

Die Schulen haben für die Kinder in den Camps eine besondere Bedeutung. Für viele ist es ihr größter Wunsch, wieder lernen zu können. "Mit einer guten Ausbildung können wir sein, wer wir sein wollen", sagt etwa die 14-jährige Ashadia. Die Klassen sind deshalb oft überfüllt. „Wenn wir nicht jetzt in die Bildung investieren, stehen wir vor der sehr realen Gefahr, dass eine 'verlorene Generation' von Rohingya-Kindern heranwächst", sagt der Leiter von UNICEF Bangladesch, Edouard Beigbeder.

Jetzt für die Rohingya spenden

Bitte unterstützen Sie die Nothilfe für die Rohingya-Kinder in Bangladesch! Jeder Beitrag hilft vor Ort.

1 Familien-Hygieneset mit Seife, Zahnpasta und Co.
20.000 Reinigungstabletten für Trinkwasser
5 Erste-Hilfe-Pakete mit Medikamenten und Nährstoffpulver

Hilfe für die Rohingya

Unsere Mitarbeiter sind seit dem Anfang der Rohingya-Flüchtlingskrise vor Ort und an der Seite der Kinder. Bereits die ersten Flüchtlinge im August 2017 wurden von unseren Teams schnell und gezielt mit Wasser und Medikamenten versorgt. Kinder erhielten feste Anlaufstellen und Betreuung durch geschultes Personal. Mittlerweile ist UNICEF in den Flüchtlingscamps fest eingerichtet und versorgt die Kinder jeden Tag mit Wasser, Nahrung und medizinischer Hilfe. Während der Monsun-Zeit erhielten die Familien auch Gummistiefel und Regenumhänge von uns.

Ein paar weitere Beispiele, was wir für die Rohingya in Bangladesch tun:

Um die Gefahr von ansteckenden Krankheiten wie Cholera zu minimieren, hat UNICEF 900.000 Rohingya in den Camps gegen die gefährliche Durchfallerkrankung geimpft.

Inmitten der Camps brauchen die Mädchen und Jungen sichere Orte, an denen sie spielen und lernen können. UNICEF hat deshalb spezielle Kinderzentren aufgebaut, in denen die Kinder sich aufhalten können. Und für die Jugendlichen gibt es eigene Jugendclubs, in denen sie sich treffen können.

Hunderttausende Rohingya erhalten von UNICEF sauberes Trinkwasser. UNICEF hat außerdem die Toiletten-Anlagen in den Camps überprüft: Die nicht mehr sicheren Latrinen wurden abgebaut, stattdessen hat UNICEF mehr als Tausend neue einfache Toiletten-Anlagen installiert. 

Für viele Rohingya-Kinder ist es ein großer Wunsch, zur Schule gehen zu können. Um ihnen dies zu ermöglichen, hat UNICEF zahlreiche Notschulen eingerichtet. 140.000 Rohingya unter 14 Jahren können daher dank UNICEF auch in den Camps weiter zur Schule gehen.

UNICEF bringt in großen Trucks sauberes Trinkwasser in die Lager.

Zweimal täglich bringt UNICEF in großen Trucks sauberes Trinkwasser in die Camps. In langen Schlangen stehen die geflüchteten Rohingya an: Jeder erhält pro Tag zwei Liter Wasser.
© UNICEF/UN0216997/LeMoyne

Kinder wollen einfach Kinder sein

In ihrer Heimat Myanmar und auf der Flucht haben die Rohingya-Kinder teils Schreckliches erlebt. Einige mussten mitansehen, wie ihre Eltern, Geschwister oder andere Angehörige starben. Im Camp sind vor allem Mädchen in Gefahr, sexuell ausgebeutet zu werden. Manche von ihnen werden schon als Kinder verheiratet.

In den UNICEF-Kinderzentren finden diese Kinder einen Ort, an dem sie das Erlebte verarbeiten, spielen, lachen und "einfach Kind sein dürfen", wie William Kollie, Manager im UNICEF-Kinderschutzprogramm, sagt. Hier erhalten sie auch psychosoziale Hilfe und lernen, welche Rechte sie haben.

Spenden für die Rohingya-Kinder aus Myanmar

Möchten Sie den Rohingya-Flüchtlingskindern helfen? Dann spenden Sie jetzt und unterstützen Sie die UNICEF-Arbeit für die Rohingya ganz gezielt. Ihre Hilfe kommt an und wird dringend gebraucht. Vielen Dank!

Rohingya: Ein Junge lacht in einem UNICEF-Kinderzentrum in Bangladesch

In den UNICEF-Kinderzentren in den Flüchtlingslagern können die Kinder spielen, lachen, einfach Kind sein. Dieser Junge ist stolz auf das Wandbild, das er gemeinsam mit anderen Kindern gemalt hat.
© UNICEF/UN0213496/Brian Sokol

Wer sind die Rohingya?

Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit, die im überwiegend buddhistischen Myanmar lebt. Sie sind staatenlos – werden also von Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt. In Myanmar werden sie seit Jahrzehnten diskriminiert und verfolgt. Sie dürfen z.B. dort nicht wählen und haben keinen Zugang zu höherer Bildung. Die meisten Rohingya sind deshalb sehr arm. Die Vereinten Nationen bezeichnen sie dadurch als die "am stärksten verfolgte Minderheit der Welt".

Die Vorfahren der Rohingya waren vermutlich zumindest teilweise muslimische Bengalis. Ab dem 16. Jahrhundert siedelten sie sich im Norden des heutigen Myanmars an. Seit August 2017 sind Hunderttausende von ihnen vor der gegen sie gerichteten Gewalt in Myanmar geflohen – überwiegend nach Bangladesch.

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