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Gut zu wissen

Impfungen sei Dank: 8 Krankheiten, die Sie fast vergessen haben

Kaum jemand bei uns in Deutschland denkt noch viel nach über gefährliche Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Polio oder Mumps. Womit das zusammenhängt? Ganz klar: Mit erfolgreichen Impfkampagnen und einer hohen Durchimpfung schon bei Kindern.

Donnerstag, 29.04.2021, 00:00 Uhr

von Susanne Nandelstädt   •  0 Kommentare

Kein Tag vergeht ohne neueste Informationen und Meldungen zum Corona-Virus. Covid-19 bestimmt seit mehr als einem Jahr unseren Alltag. Unser Denken kreist darum, wie wir uns am besten schützen können; welche Rückschläge oder Fortschritte im Kampf gegen das Virus es gibt; und wann wir uns endlich impfen lassen können.

Was wir vor lauter Corona-Fokus fast vergessen: Es gibt auch zahlreiche andere hoch ansteckende und gefährliche Infektionskrankheiten, die bei uns in Deutschland dank regelmäßiger Impftermine kaum noch für Schlagzeilen sorgen. Aber in anderen Teilen der Welt bedrohen sie noch immer die Gesundheit von Millionen Mädchen und Jungen. Acht dieser Krankheiten stelle ich Ihnen heute vor.

IMPFUNGEN: SCHUTZ VOR ANSTECKENDEN KRANKHEITEN

1. Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine sehr gefährliche und schmerzhafte bakterielle Infektion. Das Tetanus-Bakterium ist weltweit verbreitet und gelangt über eine kleine verunreinigte Wunde (wie etwa einen unscheinbaren Kratzer, Stich oder Schnitt) in den Körper und damit in den Blutkreislauf.

Tetanus-Schutzimpfung: Eine junge Frau erhält in einem Gesundheitszentrum eine Impfung in den Oberarm.

Maimouna ist schwanger. Während einer Vorsorgeuntersuchung in einem von UNICEF unterstützten Gesundheitszentrum im Niger erhält sie eine Tetanusimpfung.

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Einmal infiziert, lösen die Tetanus-Erreger starke Krämpfe und Muskelsteifheit aus. Trotz moderner Intensivmedizin verläuft Tetanus auch heute noch bei vielen tödlich: Rund jeder zehnte Tetanus-Patient stirbt an der Infektionskrankheit.

Menschen jeden Alters sind anfällig für Tetanus. Bei Neugeborenen und ihren Müttern tritt die Krankheit jedoch besonders häufig auf und kann schwer verlaufen. Sie können sich mit Tetanus anstecken, wenn die Nabelschnur nicht richtig gepflegt oder unhygienisch geschnitten wurde und Erreger über die Nabelwunde in den Körper gelangen.

Die meisten Säuglinge, die an Tetanus erkranken, überleben die Erkrankung nicht – und das sogar bei frühzeitiger Behandlung. Weltweit sterben jährlich mehr als 30.000 Neugeborene an Tetanus.

Früher machten sich Eltern in Deutschland schnell Sorgen, wenn sich ihre Kinder beim Spielen im Freien verletzten – denn die Tetanus-Erreger verbergen sich vor allem in der Erde. Aber durch moderne Tetanus-Impfstoffe gehört diese Sorge bei uns jetzt praktisch der Vergangenheit an. Dennoch bleibt der Impfschutz gegen Tetanus unverändert wichtig: Die Infektionsquelle – das Tetanus-Bakterium – ist nach wie vor vorhanden.

Tetanus in Deutschland

In Deutschland sind Tetanus-Erkrankungen dank hoher Impfraten extrem selten geworden. Die erste Tetanus-Impfung bekommen Babys in Deutschland laut Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) möglichst ab der achten Lebenswoche. Gegen Tetanus wird in Form einer Mehrfach-Impfung geimpft, das heißt man verabreicht mit einer Impfung unterschiedliche Impfstoffe gegen mehrere Infektionskrankheiten. Es folgen im Laufe des ersten Lebensjahres zwei weitere Tetanus-Impfdosen. Ca. alle zehn Jahre muss die Tetanus-Impfung wieder aufgefrischt werden.

2. Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten ist weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern und wird per Tröpfcheninfektion übertragen – durch Husten, Niesen oder auch beim Sprechen. Die Krankheit ist hoch ansteckend und kann sich daher schnell in Familien, Kindertagesstätten und Schulen ausbreiten. Die Keuchhusten-Erreger befallen die Schleimhäute der oberen Atemwege und verursachen starke, krampfartige Hustenanfälle. Das "Keuchen" kommt von dem Geräusch einer infizierten Person, wenn sie versucht, genug Sauerstoff in ihre Lunge zu ziehen.

Eine Mutter hält ihr Baby auf dem Arm, während eine Kinderärztin das Kind untersucht.

Halyna in der Ukraine schaut zu, wie eine Kinderärztin ihr fünf Monate altes Baby Alexander vor einer Keuchhusten-Impfung untersucht.

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Bei ungeimpften Menschen kann eine Keuchhusten-Ansteckung zu Lungenentzündungen, Krampfanfällen, Hirnschäden und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Besonders gefährlich ist Keuchhusten für Kinder – vor allem für Säuglinge, die noch zu jung sind für ihre erste Impfung und bei denen es am häufigsten zu Komplikationen kommt.

Erst bei komplett geimpften Personen entfaltet der Impfstoff seine volle Wirkung. Aber auch wer einmal vollständig geimpft war, kann im Laufe seines Lebens trotzdem an Keuchhusten erkranken. Deshalb sind regelmäßige Auffrischungs-Impfungen gegen Keuchhusten für uns alle unverzichtbar.

Keuchhusten kommt bei uns nicht mehr oft vor und gilt daher nicht mehr als klassische Kinderkrankheit. Dennoch bleibt Keuchhusten eine Bedrohung, denn in jedem Jahr werden in Deutschland mehrere Tausend Keuchhusten-Fälle gemeldet. Die Quelle sind meist ältere Kinder oder Erwachsene, die nicht ausreichend geimpft sind. Bei ihnen verläuft Keuchhusten oft sehr milde und wird daher nicht immer erkannt.

Keuchhusten-Impfungen in Deutschland

Durch ein langjähriges Pertussis-Impfprogramm ist die Zahl der Keuchhusten-Fälle in Deutschland stark zurückgegangen. Wie Tetanus gehört auch Keuchhusten zu den Krankheiten, gegen die in Deutschland standardmäßig geimpft wird. Die Keuchhusten-Impfung ist Teil einer Kombinationsimpfung mit anderen Impfstoffen. Die erste Impfdosis erhalten Babys möglichst im Alter von zwei Monaten. Nach insgesamt drei Impfungen ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Im Vorschul- und später Jugendalter erhalten die Kinder ihre Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten.

3. Hepatitis B     

Die Infektionskrankheit Hepatitis B ist weltweit stark verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass mindestens 257 Millionen Menschen weltweit chronisch mit Hepatitis B infiziert sind. Von ihnen wissen aber nur rund 10 Prozent, dass sie überhaupt erkrankt sind. Hunderttausende Hepatitis-B-Infizierte sterben jährlich an den Folgen ihrer Erkrankung.

Eine Mutter hält nach einer Impfung ihr Baby im Arm.

Marsolyaire hält ihren neugeborenen Sohn Moisés im von UNICEF unterstützten Kinderkrankenhaus in Caracas (Venezuela) im Arm. Moisés hat gerade seine Impfung gegen Hepatitis B erhalten.

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Hepatitis B wird durch infizierte Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel übertragen, hauptsächlich auf sexuellem Weg. Wenn sich eine Schwangere mit Hepatitis B infiziert hat, kann sie die Infektion während der Schwangerschaft oder Geburt auf ihr Kind übertragen. Die Krankheit verläuft oft über Monate und wird in vielen Fällen chronisch: Jedes neunte Kind, das sich mit Hepatitis B ansteckt, entwickelt eine chronische Infektion. Dieser Verlauf ist sehr gefährlich und kann zu Leberzirrhose und Krebs führen. Für zahlreiche Kinder endet die Infektion sogar tödlich.

Deshalb sollten alle Schwangeren auf das Virus getestet werden und alle Babys kurz nach der Geburt ihren ersten Hepatitis-B-Impfstoff erhalten. Hepatitis B ist eine der ersten Impfungen für Babys und ein echter Lebensretter!

Hepatitis-B-Impfungen in Deutschland

Allein in Deutschland sind schätzungsweise 300.000 bis 650.000 Menschen chronisch mit Hepatitis B infiziert. Zwischen hundert und tausenden Menschen stecken sich jährlich deutschlandweit mit Hepatitis B an.

Daher wird man in Deutschland – sofern man den Empfehlungen der STIKO folgt – schon als Säugling standardmäßig gegen Hepatitis B geimpft. Denn gerade bei Säuglingen und Kleinkindern ist das Risiko für eine chronische und schwere Verlaufsform von Hepatitis B besonders hoch. Die Grundimmunisierung bei uns besteht aus drei Teilimpfungen und erfolgt im Rahmen einer 6-fach-Impfung. Die erste Impfung erhalten Babys ab einem Alter von acht Wochen.

4. Polio

Poliomyelitis (als Polio abgekürzt) ist eine hoch ansteckende akute Infektionskrankheit, die tödlich enden oder aber zu schweren Behinderungen führen kann. Das Polio-Virus breitet sich vorwiegend per Schmierinfektion von Person zu Person aus. Es kann in das Gehirn und das Rückenmark einer infizierten Person eindringen und führt zu unterschiedlichen Krankheitsverläufen. Typisch sind vor allem die bleibenden Lähmungen, die der Polio-Erreger hervorrufen kann.

Ein poliokranker Junge mit in Afghanistan auf der Erde.

Mohebullah aus Afghanistan ist 16. Als Kind hatte er sich mit Polio infiziert. Seit er ein Jahr alt ist, ist er schwer gelähmt.

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Weltweit ist die Zahl der Polio-Fälle um 99 Prozent zurückgegangen, nachdem der Polio-Impfstoff in den 50-er-Jahren entwickelt worden war. In einigen wenigen Ländern kommt es aber noch immer zu Polio-Infektionen. Insbesondere in Afghanistan und Pakistan ist das hoch ansteckende Polio-Virus nach wie vor aktiv. In diesen Ländern verbreitete sich das so genannte Wildvirus zuletzt sogar wieder stärker. Der Grund: Durch die Covid-19-Pandemie konnten manche Impfprogramme nicht mehr fortgesetzt werden, sodass in diesen Ländern die Impfquote nicht so hoch war wie in den Jahren zuvor.

Solange es also irgendwo auf der Welt noch Polio-Infektionen gibt, ist die Impfung von Säuglingen und Kindern der einzig wirksame Weg, um sie vor der grausamen Krankheit zu schützen. Nur konsequente und umfassende Impfungen können dafür sorgen, dass sich nicht wieder mehr Kinder mit Polio anstecken und die Krankheit weltweit ausgerottet wird.

Polio-Impfungen in Deutschland

In Deutschland werden Kinder im Rahmen der 6-fach-Impfung schon als Säuglinge gegen Polio geimpft. Für die Polio-Impfung wird ein Kombinationsimpfstoff verwendet. Säuglinge erhalten ihn erstmals im Alter von acht Wochen, die zweite und dritte Dosis ebenfalls noch im ersten Lebensjahr. Nach diesen drei Impfdosen haben sie eine vollständige Grundimmunisierung. Im Vorschulalter und als Jugendliche brauchen sie Auffrischimpfungen – danach haben sie einen langanhaltenden Impfschutz, der alle zehn Jahre erneuert werden sollte.

5. Masern

Die Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt. Vermutlich können sich unsere Eltern oder Großeltern noch daran erinnern, dass in ihrer Kindheit so genannte "Masern-Partys" abgehalten wurden: Dabei wurden an Masern erkrankte Kinder gezielt mit gesunden Kindern in Kontakt miteinander gebracht. So versuchte man damals sicherzustellen, dass Kinder schon jung an den Masern erkrankten und auf diese Art immun dagegen wurden.

Ein Baby liegt auf dem Arm seiner Mutter, während es eine Spritze in den Oberschenkel erhält.

Impfung gegen Masern: Ein Mädchen in einem von UNICEF unterstützten Gesundheitszentrum in Somalia erhält ihre Impfdosis per Spritze direkt in den Oberschenkel.

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Bei leichteren Verläufen führen Masern zu Ausschlag und grippeähnlichen Symptomen. Bei schweren Fällen verursachen sie gefährliche Komplikationen wie etwa Gehirnentzündungen. Diese endet bei manchen Erkrankten tödlich oder lässt eine Lähmung oder geistige Behinderung zurück. In den letzten Jahren starben wieder mehr Menschen an den Masern als zuvor: Von 2016 bis 2019 gab es einen Anstieg von 50 Prozent. Allein im Jahr 2019 wurden offiziell über 207.500 Masern-Todesopfer weltweit gemeldet.

Masern sind dort besonders verbreitet, wo Impfstoffe schwer zugänglich sind. Schon ein einzelner Masern-Infizierter kann in diesen Regionen einen neuen Ausbruch verursachen. Das Masern-Virus breitet sich rasend schnell aus: Der R-Wert (die Rate, wieviele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt) liegt bei den Masern zwischen 12 und 17. Im Vergleich: Bei der aktuellen Corona-Pandemie lag der R-Wert in Deutschland bisher maximal bei 2. Masern sind zudem so ansteckend, dass die Viren noch bis zu zwei Stunden nach Verlassen eines Raumes über die Luft weitergegeben werden können.

Masern-Impfungen in Deutschland

Masern galten bei uns schon fast als ausgerottet. Doch in den letzten Jahren erkrankten in Deutschland aufgrund einer zu niedrigen Impfquote jährlich mehrere hundert Menschen an Masern. Seit dem Frühjahr 2020 gibt es deshalb in Deutschland eine Masern-Impfpflicht. Sie gilt für alle Kinder, die einen Kindergarten oder eine Schule besuchen (sowie für das dort arbeitende Personal). Schon eine zweimalige Impfung schützt wirksam gegen Masern. Die erste Teilimpfung erhalten Babys zwischen dem elften und 14. Lebensmonat.

6. Mumps

Mumps – umgangssprachlich manchmal auch Ziegenpeter genannt – ist eine weltweit auftretende Virusinfektion, die die Speicheldrüsen befällt. Die Viren werden meist per Tröpfcheninfektion übertragen, etwa durch Husten oder Niesen.

Schulkinder in Afrika halten nach einer Impfkampagne stolz ihre rosafarbenen Impfausweise in die Höhe.

Ein Mädchen in Uganda hält stolz seinen Impfausweis hoch, nachdem es gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wurde.

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Bei einem Großteil der Kleinkinder verläuft die Mumps-Infektion harmlos und ohne Krankheitsanzeichen – doch auch symptomlos erkrankte Kinder können andere anstecken und so die Infektion übertragen.

Die typischen Symptome bei leichten Mumps-Verläufen ähneln der Grippe – beispielsweise Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Noch bekannter ist Mumps aber dafür, dass die Krankheit durch eine Entzündung der Ohrspeicheldrüsen bei manchen Patienten zu den charakteristischen enorm geschwollenen Wangen führt. Bei rund jedem zehnten Erkrankten verursacht Mumps eine gefährliche Hirnhautentzündung. Für Jungen, die sich in der Pubertät mit Mumps infizieren, kann die Krankheit außerdem zu einer gefährlichen Hodenentzündung führen – diese kann ihre Fruchtbarkeit einschränken. Entzündungen von Brustdrüsen oder Eierstöcken wiederum können bei Mädchen und Frauen die Folge einer Mumps-Infektion sein.

Mumps-Impfungen in Deutschland

Früher waren Mumpsinfektionen in Deutschland durchaus häufig, doch aufgrund der mittlerweile hohen Durchimpfung ist die Erkrankung deutlich seltener geworden: Mehrere Hundert Mumps-Infektionen wurden zuletzt jährlich in Deutschland gemeldet.

Um sich vor Mumps zu schützen, wird allen Kindern und Jugendlichen in Deutschland eine zweimalige Impfung empfohlen. Die erste Impfdosis wird am Ende des ersten Lebensjahres verabreicht. Die Mumps-Impfung wird üblicherweise als Kombinationsimpfung durchgeführt: Die Mehrfach-Impfung enthält gleichzeitig auch Impfstoffe gegen die Krankheiten Masern, Röteln und oft auch Windpocken.

7. Röteln

Auch Röteln verbreiten sich durch Husten und Niesen. Die Virusinfektion ist bekannt für ihren typischen roten Hautausschlag, der etwa zwei Wochen nach der Ansteckung auftritt und rund drei Tage anhält.

Eine Hebamme untersucht durchs Abtasten den Bauch einer schwangeren Frau.

Uganda: Eine Hebamme untersucht eine Schwangere kurz vor der Entbindung. Röteln sind für ungeborene Babys unglaublich gefährlich. Deshalb ist es wichtig, dass Mädchen und Frauen vollständig geimpft sind, bevor sie schwanger werden.

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Für etwa die Hälfte der infizierten Menschen verlaufen die Röteln komplikationsfrei. Die Röteln-Symptome sind in diesen Fällen nur mild – sodass viele nicht einmal bemerken, dass sie krank sind. Extrem gefährlich sind Röteln aber vor allem für Schwangere und ihre ungeborenen Babys. Eine Röteln-Infektion kann bei einer ungeimpften Schwangeren leicht eine Fehlgeburt auslösen oder zu einer schweren Schädigung des Ungeborenen führen. Mit Röteln infizierte Babys kommen oft blind, gehörlos, geistig behindert, mit einem entzündeten Organ oder einem Herzfehler auf die Welt.

Um niemanden zu gefährden, sollten alle Kinder gegen Röteln geimpft werden. Auch Frauen mit unvollständigem Impfschutz oder unklarem Impfstatus müssen frühzeitig noch einmal geimpft werden – und zwar vor einer Schwangerschaft. Nur so kann verhindert werden, dass Schwangere an Röteln erkranken und ihre Infektion sich auf das ungeborene Baby überträgt.

Röteln-Impfungen in Deutschland

Deutschland ist eins der vielen Länder, das seit Jahren Röteln-Imfpstoffe in seinem nationalen Impfprogramm verwendet. Die gemeldeten Röteln-Fälle sind deshalb bei uns – wie auch weltweit – stark zurückgegangen. Doch noch immer gibt es einzelne Fälle von Röteln-Infektionen, weil manche Schwangere nur unzureichenden Impfschutz gegen Röteln haben. Laut Robert Koch-Institut lag die Zahl der Röteln-Infektionen in den letzten Jahren im zweistelligen Bereich jährlich.

Die Röteln-Impfung ist Teil des Impfkalenders der STIKO. Entsprechend der Impf-Empfehlungen gibt es zwei Impfdosen. Die erste Teilimpfung wird als Kombinationsimpfung im Alter zwischen elf und 14 Monaten gegeben, eine Wiederholungsimpfung folgt einige Monate später.

8. Diphtherie    

Diphtherie ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die Rachenschleimhäute und Haut befallen kann. Für viele von uns klingt sie wie eine Krankheit aus alten Zeiten, die längst ausgerottet sein müsste. Doch Diphtherie ist nur in den Regionen und Ländern tatsächlich verschwunden, wo die Impfquote hoch genug ist, damit sich die Krankheit nicht ausbreiten kann. Ohne Impfungen aber würde Diphtherie schnell wieder zurückkehren, auch nach Deutschland.

Ein Mädchen zieht lächelnd die Kleidung an ihrem Arm hoch, damit eine Gesundheitshelferin ihr eine Spritze geben kann.

In einer Gesundheitsklinik im Jemen wird ein Mädchen gegen Diphtherie geimpft. Trotz der Covid-19-Pandemie werden die lebenswichtigen Impfkampagnen fortgesetzt.

© UNICEF/UNI349183/Fahdl

Der Erreger der Diphtherie ist ein Bakterium, das per Tröpfcheninfektion übertragen wird. Wenn der Rachen davon befallen ist, bilden sich Beläge, die die Atemwege verschließen und schlimmstenfalls zum Tod durch Ersticken führen. Das Bakterium kann außerdem Organschäden verursachen. Zwischen fünf und zehn Prozent der Diphtherie-Erkrankten sterben auch heute noch an der Infektionskrankheit.

Diphtherie-Impfungen in Deutschland

In westlichen Ländern wie Deutschland kommt es nur noch in Einzelfällen zu Diphtherie-Infektionen. Damit das so bleibt, sind die Impfungen nach einem festgelegten Impfschema unerlässlich. Die STIKO empfiehlt in Deutschland allen Babys und Kleinkindern die Grundimmunisierung gegen Diphtherie: Man erreicht sie mit drei Teilimpfungen, die im Rahmen einer 6-fach-Impfung mit anderen Impfstoffen kombiniert werden. Los geht es im Alter von etwa zwei Monaten mit der ersten Impfdosis.


Routine-Impfungen für ärmere Länder

Mit groß angelegten Impfkampagnen konnten wir in den vergangenen Jahrzehnten schon in vielen Ländern dieser Welt gefährliche Krankheiten eindämmen. Aber noch immer sterben viel zu viele Kinder weltweit an vermeidbaren Infektionskrankheiten – dabei könnte eine einfache Impfung ihr Leben retten.

Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass wir auch für ärmere Länder noch mehr Impfstoffe besorgen können gegen Krankheiten, die bei uns schon nahezu verschwunden sind. Damit sich auch dort die Eltern irgendwann um Krankheiten wie Tetanus, Diphtherie, Polio oder Mumps kaum noch Gedanken machen müssen.

COVAX: Weltweite Corona-Impfkampagne

Aktuell stehen wir durch die Corona-Pandemie außerdem vor einer echten Mammut-Aufgabe. In Deutschland haben wir das Glück, dass unser Gesundheitssystem stark ist und unsere Regierung es sich leisten kann, ausreichend Corona-Impfstoffe für alle zu kaufen. Aber Familien in den ärmsten Ländern haben nicht diesen Zugang zu Impfstoffen. Gemeinsam mit unseren Partnern sorgen wir dafür, dass die wertvollen Corona-Impfstoffe auch sie erreichen.

>> COVAX: Weltweite Corona-Impfkampagne <<

** Dieser Blogbeitrag ist in Anlehnung an einen Blog von UNICEF Australien entstanden. Wir haben ihn für Sie erweitert und angepasst. **

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