El Niño in Afrika: Hamida Mohammed (6) aus Äthiopien hält ein Ziegenkind im Arm

Dürre durch El Niño: Hungerkrisen bringen Kinder in Lebensgefahr

Helfen Sie mangelernährten Mädchen und Jungen

Wasser und Nahrung sind in vielen afrikanischen Ländern ein kostbares Gut – ganz besonders dann, wenn das Wetterphänomen El Niño aufkommt und den halben Kontinent mit voller Wucht trifft. In unregelmäßigen Abständen tritt El Niño immer wieder auf – durchschnittlich alle vier Jahre. 

Während einer El-Niño-Episode wechseln sich extreme Trockenheit und Dürre mit sintflutartigen Regenfällen ab. Die Auswirkungen der letzten El Niño-Periode waren dramatische Ernteausfälle in Äthiopien, Somalia, Swasiland, Lesotho, Malawi, Simbabwe, Angola, Eritrea, Mosambik und Madagaskar. Nach UNICEF-Schätzungen waren eine Million Mädchen und Jungen durch El Niño lebensbedrohlich mangelernährt.

Marianna füttert ihre Tochter mit Erdnusspaste und schützt sie so vor Unterernährung

Marianna hatte duch die Dürre 2015 alles verloren. Die Ernte fiel aus, sodass sie nicht genug Nahrung für ihre Tochter Tamina hatte. Tamina verlor immer mehr Gewicht und wäre fast gestorben. Zum Glück erhielt Marianna im Gesundheitszentrum therapeutische Milch und Erdnusspaste für Tamina – das war ihre Rettung.

© UNICEF/UN011591/Ayene

Hunger durch den radikalen Ernteausfall und Wassermangel treffen durch El Niño ausgerechnet die Länder, in denen ohnehin schon viele Menschen unter Nahrungsunsicherheit und großer Armut leiden. Viele Menschen verlieren durch El Niño alles: Ihr Vieh verdurstet, ihre Äcker verdorren. Sie verlassen ihre Heimat und sind als Flüchtlinge auf der Suche nach Essen, Wasser und einem sicheren Platz. In El-Niño-Jahren brauchen die Menschen unsere besondere Hilfe, um ihre Kinder und sich selbst vor den schlimmen Folgen von Armut und Mangelernährung zu schützen.

Babys leiden besonders unter El Niño

Babys und Kleinkinder leiden immer besonders unter den Folgen des Klimaphänomens El Niño: Es fehlt den Familien an Wasser und Nahrung. Vor allem Kleinkinder verlieren dann sehr schnell an Gewicht. Sie sind dadurch besonders anfällig für tödliche Krankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung, Masern und Malaria. Manche mangelernährten Kinder können kaum noch alleine aufrecht sitzen, so geschwächt sind sie. Diejenigen, die über einen langen Zeitraum unzureichend ernährt werden, bleiben in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung insgesamt zurück. Es entstehen irreparable Schäden.

Dürre als Folge von El Niño in Afrika – UNICEF hilft vor Ort

UNICEF versorgt die Kinder, die Opfer von El Niño geworden sind, mit Medikamenten, Nahrung und sauberem Wasser, damit sie wieder zu Kräften kommen. Durch Impfungen schützt UNICEF sie vor Krankheiten wie Masern, Lungenentzündung, Durchfall und Polio.

Ein weiteres unterernährtes Kind liegt in einer UNICEF Hängewaage.
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Wie viel zeigt die Waage an? Hat das Baby ausreichend zugenommen? Dieser Säugling ist eines der mehr als 400.000 Kinder, die allein in Äthiopien durch El Niño 2015/2016 nicht genug zu essen bekamen und dadurch gefährlich mangelernährt waren.

© UNICEF/UN011586/Ayene
Edward trinkt die letzte Portion der Nahrungsergänzungmittel, die seiner Mutter geblieben ist.
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Das ist Edward. Seine Mutter konnte ihn aufgrund der Nahrungsmittelknappheit nicht mehr stillen, weil sie selbst zu schwach war. In der Folge war er wie ein Großteil der Bevölkerung Malawis mangelernährt und brauchte dringend Zusatznahrung, um zu überleben.

© UNICEF/Malawi/2016
Familien warten darauf, ihre Kanister mit Wasser zu befüllen. Ob es reichen wird, ist unklar.
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Wasser ist absolute Mangelware während einer Dürre: Wenn andere Kinder tagsüber spielen, müssen Kinder in der Region Oromia (Äthiopien) nach Wasser suchen. Hier warten Familien darauf, Kanister mit Wasser zu befüllen, um wenigstens ein paar Tage versorgt zu sein.

© UNICEF/UN011590/Ayene
Endlich können Kinder dank der UNICEF-Handpumpen mit Wasser versorgt werden.
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UNICEF lässt Pumpen installieren, um die Menschen vor Ort mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und Kinder vor Infektionen durch verunreinigtes Wasser zu bewahren.

© UNICEF/UN011585/Ayene
An den seltenen Wasserstellen werden alle Familienmitglieder und die verbleibenden Tiere versorgt.
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Viele Kinder müssen lange Strecken mit ihren Familien überstehen, um an die wenigen Wasserstellen zu gelangen. Dort versorgen sie nicht nur sich selbst notdürftig, sondern auch ihre Tiere – ohne die Gewissheit, ob es beim nächsten Mal auch noch reichen wird.

© UNICEF/UN011589/Ayene
Kinder durchqueren die Dürre auf der Suche nach Wasser anstatt die Schule zu besuchen.
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Wenn die Trockenzeit lange anhält, können viele Kinder nicht mehr zur Schule gehen. Stattdessen sind sie gezwungen, nach Wasser zu suchen. Um der Hitze zu entkommen, beginnen sie ihre Suche nachts und kommen meist erst am nächsten Tag nachmittags zurück.

© UNICEF/UN011588/Ayene
Dieser Vater wartet mit seinen Töchtern auf die Mutter, die hoffentlich mit Wasser zurückkehrt.
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Überleben statt leben: Dieser Vater in Äthiopien wartete während der Dürre 2016 mit seinen zwei Töchtern auf ihre Mutter, die in der Zeit nach Wasser suchte. Er konnte die Kinder nicht mit Nahrung versorgen. Eins der Kinder liegt teilnahmslos in seinen Armen, es hustet.

© UNICEF/UN011587/Ayene
INFO

Was ist El Niño?

El Niño ist ein natürliches globales Wetterphänomen, das das Leben und Überleben von Millionen von Menschen beeinflusst. Es handelt sich dabei um die Erwärmung der Oberfläche des Meerwassers im östlichen tropischen Pazifik. In den letzten Jahrzehnten kam das Phänomen alle zwei bis sieben Jahre vor. Es dauert in der Regel sechs bis 18 Monate an.

Die globalen Auswirkungen von El Niño sind dramatisch: Es kommt einerseits zu schweren Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen. In anderen Teilen der Welt dagegen (vor allem im östlichen und südlichen Afrika) bleiben die dringend benötigten Regenfälle aus: Dort führt El Niño zu extremer Trockenheit und langanhaltender Dürre. Dadurch wiederum gehen ganze Ernten verloren, und den Menschen fehlt ihre Existenzgrundlage.

Das letzte schwere El-Niño-Jahr war 2015/2016. Der NOAA (National Oceanographic and Atmospheric Administration) zufolge hatte El Niño 2015/2016 die verheerendsten Auswirkungen auf die Menschen seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1950.