© UNICEF/UN0799479/FrancoEin Kind in Mosambik wird gegen Cholera geimpft.
Gut zu wissen

Cholera: Eine große Gefahr für Kinder auf der ganzen Welt

Weltweit nehmen die Fälle von Cholera zu und gefährden insbesondere Kinder. Erfahren Sie, warum es zu Ausbrüchen der gefährlichen Infektionskrankheit kommt und was UNICEF tut, um Kinder zu schützen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cholera ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die vor allem durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird.
  • Sauberes Trinkwasser, gute Hygiene und eine schnelle Behandlung mit Flüssigkeit und Elektrolyten sind entscheidend, um schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern.
  • UNICEF unterstützt betroffene Kinder und Familien unter anderem mit sauberem Wasser, Hygieneartikeln, medizinischer Versorgung und Aufklärung – damit Kinder geschützt sind und schnell Hilfe bekommen.

Was ist Cholera – und warum bedroht sie noch immer Kinder auf der ganzen Welt?

Immer mehr Cholera-Fälle werden an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. Der afrikanische Kontinent ist besonders stark betroffen. Seit 2023 sind 13 Länder im östlichen und südlichen Afrika mit einem der schlimmsten Choleraausbrüche seit Jahren konfrontiert.

Im August 2026 breitet sich Cholera nun auch rasant in sechs Ländern West- und Zentralafrikas aus: Kongo, Nigeria, Tschad, Kamerun, Zentralafrikanische Republik und Republik Kongo. Allein in Nigeria wurden seit Januar 2026 über 50.000 Fälle registriert. Saisonale Überschwemmungen und Bevölkerungsbewegungen beschleunigen die Ausbreitung.

In den meisten dieser Länder war zuvor jahrzehntelang kein einziger Fall der hochinfektiösen Krankheit aufgetreten. Wieso kommt es nun zu so vielen neuen Ausbrüchen in Ländern, die als von Cholera befreit galten?

Was Sie über die Krankheit Cholera wissen müssen

Cholera ist eine Darminfektion und eine der ältesten bekannten Epidemien der Menschheit. Sie wird durch Lebensmittel oder Wasser verursacht, die mit dem Bakterium Vibrio cholerae kontaminiert sind. Verunreinigtes Trinkwasser ist der häufigste Infektionsherd für Kinder und Familien. Nach vorsichtigen Schätzungen von Forscher*innen gibt es jedes Jahr weltweit bis zu vier Millionen Cholerafälle und bis zu 143.000 Todesfälle.

Cholera: Recht auf Gesundheit: Lebensentscheidende Cholera-Impfungen bieten Schutz.

Lebensrettende Impfstoffe werden bei unseren Nothilfe-Einsätzen in die betroffenen Regionen eingeflogen. Die erste Cholera-Impfdosis schützt die Mädchen und Jungen für sechs Monate. 

© UNICEF/UN0295308/Oatway

Was verursacht Cholera?

Die Magen-Darm-Infektion ist hoch ansteckend und kann sich daher schnell zu einer Epidemie ausbreiten. Verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel sowie mangelnde Hygiene sind Nährböden für Cholera-Bakterien. Mangelernährte Kinder sind besonders gefährdet, da die Infektionskrankheit zu Dehydrierung infolge von schweren Durchfällen, Erbrechen und Ausscheidungen führt und unbehandelt zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen bis hin zum Tod führen kann.

Die rasche Ausbreitung von Cholera wird durch verschiedene Umstände begünstigt: Schlechte Wasser- und Abwassersysteme, Überschwemmungen und andere klimabedingte Naturkatastrophen, Konflikte und Armut sind Katalysatoren für die Epidemie.

Ende 2022 verursachten verheerende Überschwemmungen in Pakistan die ersten Ausbrüche von Cholera seit Jahren.

Ende 2022 verursachten verheerende Überschwemmungen in Pakistan den Ausbruch von Cholera.  

© UNICEF/UN0701707/Zaidi

Immer dann, wenn der Zugang zu sauberem Wasser fehlt, steigt die Wahrscheinlichkeit rapide, dass wenig später Cholera grassiert und ein Risikogebiet entsteht.

In Regionen wie Ost- und Westafrika, dem Nahen Osten und Südasien sind die verzeichneten Choleraausbrüche besonders besorgniserregend, da es in einigen Ländern seit über einem Jahrzehnt keine größeren Ausbrüche mehr gegeben hatte. Doch nun nehmen die Fälle weltweit zu. Vor allem Länder, die zu Katastrophengebieten zählen, können schnell zu Cholera-Epizentren werden.

 Ein Zelt in Malawi stellt Wasser und Seife zum Händewaschen bereit  zur Vorbeugung von Cholera

Von Haiti über Syrien bis Malawi und Pakistan: UNICEF ist weltweit im Einsatz, um mit Hilfsgütern zur Behandlung und Vorbeugung von Cholera zu unterstützen.

© UNICEF/UN0711213/

Wie verbreitet sich Cholera?

Überall dort, wo viele Menschen leben und der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen fehlt, kann sich das Bakterium Vibrio cholerae leicht ausbreiten. Kinder, die in städtischen Slums oder improvisierten Zeltstädten für Binnenvertriebene oder Flüchtlinge leben, sind besonders gefährdet. Schlechtes Wassermanagement, zunehmende Armut und Konflikte führen dazu, dass sauberes Wasser immer knapper wird.

Warum verstärkt die Klimakrise die Verbreitung von Cholera?

Der Klimawandel kommt als mächtiger Verstärker hinzu: Überschwemmungen kontaminieren Trinkwasserquellen und zerstören Sanitäranlagen. Extreme Wetterereignisse vertreiben Menschen – und in überfüllten Lagern und Notunterkünften verbreitet sich das Bakterium besonders schnell. Steigende Temperaturen begünstigen zudem die Vermehrung von Vibrio cholerae im Wasser.

Der Klimawandel verursacht Cholera nicht – aber er verschärft genau die Bedingungen, unter denen sie gedeiht. Solange Millionen Kinder keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, wird jede Extremwetterlage zur Gesundheitsgefahr.

Infolgedessen steht Familien und ihren Kindern oft nur verunreinigtes Wasser zur Verfügung, was sie einem größeren Risiko aussetzt, sich mit der durch Wasser übertragbaren Krankheit anzustecken.

Im Kampf gegen Cholera schöpft Souza Mbomba (19) Wasser aus  einer von UNICEF erschlossenen Wasserquelle.

Souza Mbomba (19) schöpft Wasser aus einer von UNICEF erschlossenen Wasserquelle in der Demokratischen Republik Kongo. Früher bezogen sie und ihre Familie das Wasser direkt aus dem nahe gelegenen Fluss. Es kam immer wieder zu Cholerafällen.

© UNICEF/UN0560203/Dubourthoumieu

UNICEF warnt, dass bis zu 1,1 Milliarden Menschen auf der Welt durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet sind, an Cholera zu erkranken – insbesondere durch intensivere und häufigere Wirbelstürme und Hurrikane, die extreme Regenfälle und verheerende Überschwemmungen mit sich bringen können.

Was sind typische Symptome einer Cholerainfektion?

Die meisten Kinder, die mit Cholera infiziert sind, haben keine oder nur leichte Symptome, und ihr Cholera-Verlauf und der zugehörige Salzverlust kann mit Hilfe einer oralen Rehydrationslösung erfolgreich behandelt werden. Bleibt die Krankheit jedoch unbehandelt, kann sie innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Schwere Fälle von Cholera erfordern eine schnelle Behandlung mit intravenöser Flüssigkeit und Antibiotika.

Nach dem Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser kann es zwischen zwölf Stunden und fünf Tagen dauern, bis ein Kind Symptome zeigt. Die Inkubationszeit – also die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung – ist somit relativ kurz. Die Bakterien verbleiben bis zu zehn Tage nach der Ansteckung in den Fäkalien und werden so in das Ökosystem zurückgegeben. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich auch andere Menschen mit dem Erreger anstecken – insbesondere wenn keine sicheren Sanitäreinrichtungen zur Verfügung stehen.

UNICEF hilft Kindern weltweit, die an Cholera erkrankt sind.

Obwohl Cholera vermeidbar und leicht behandelbar ist, erkranken immer wieder Kinder an der potenziell tödlichen Krankheit. Die Darminfektion breitet sich oft aus, weil es an sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen mangelt.

© UNICEF/UN041183/Maxence Bradley

Cholera kann sogenannten akuten wässrigen Durchfall, Erbrechen und schwere Dehydrierung verursachen, was tödlich verlaufen kann. Bei Säuglingen und Kindern ist das Risiko einer Dehydrierung bei Durchfall größer als bei Erwachsenen, vor allem, wenn sie bereits mangelernährt sind. Sie können dem großen Flüssigkeitsverlust nichts entgegensetzen und sterben sehr wahrscheinlich an ihrer Durchfallerkrankung, wenn sie nicht behandelt werden.

Cholera weltweit: Welche Länder und Regionen sind besonders betroffen?

In den letzten Jahren hat die Zahl der Choleraausbrüche weltweit stark zugenommen. Zuletzt waren vor allem Länder in Süd- und Ostafrika betroffen. Dazu ein kurzer Exkurs zum Thema Epidemien und Pandemien:

  • Epidemie: Ansteckende Krankheit breitet sich schnell in einer bestimmten Region aus.
  • In kurzer Zeit erkranken ungewöhnlich viele Menschen an derselben Krankheit.
  • Die Ausbreitung bleibt auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt.
  • Unterschied zur Pandemie: Eine Pandemie breitet sich über mehrere Länder und Kontinente aus.
  • Auch in Deutschland könnte grundsätzlich eine Cholera-Epidemie entstehen, wenn sich eine Krankheit regional stark ausbreitet und deutlich mehr Menschen als üblich erkranken. Eine Cholera-Epidemie ist hier jedoch sehr unwahrscheinlich. Seit mindestens 2001 sind keine Übertragungen innerhalb Deutschlands bekannt.

Rekordhoch der Cholerafälle in Süd- und Ostafrika

12 Länder im östlichen und südlichen Afrika erleben seit Monaten einen besorgniserregenden Choleraausbruch mit mehr als 200.000 Krankheitsfällen und schätzungsweise 3.000 Todesfällen (Stand Juli 2025). Die tatsächlichen Zahlen sind wahrscheinlich noch höher.

Seit dem ersten gemeldeten Fall in Sambia im Oktober 2023 schießt die Sterblichkeitsrate in die Höhe. In 9 von 10 Provinzen werden inzwischen Cholerafälle gemeldet. Rund 52 Prozent aller Erkrankten in Sambia sind Kinder unter fünf Jahren.

Sambia: Rehydrationslösung zur Behandlung von Cholera.

Die meisten Kinder, die mit Cholera infiziert sind, haben keine oder nur leichte Symptome und ihr Cholera-Verlauf kann mit Hilfe einer oralen Rehydrationslösung erfolgreich behandelt werden. Wenn das Arzneimittel greifbar ist!

© UNICEF/UN0782654/Adam

Cholera in der Demokratischen Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo erlebt die schwerste Cholera-Krise seit 2017. Allein im Juli 2025 wurden über 38.000 Fälle und 951 Todesfälle gemeldet, 25 Prozent der Erkrankten sind Kinder unter fünf Jahren. Besonders betroffen sind die Provinzen South Kivu, North Kivu, Haut Katanga, Tshopo, Haut Lomami, Tanganyika und Maniema. Die Kombination aus Überschwemmungen, Vertreibung und unzureichendem Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung erhöht das Risiko für die schnelle Ausbreitung dieser bakteriellen Darmerkrankung.

Cholera-Impfkampagne in der demokratischen Republik Kongo

Ein Gesundheitshelfer von UNICEF unterstützt die Cholera-Impfkampagne in Goma (Demokratische Republik Kongo). Wir liefern rund 1,7 Millionen Impfstoffdosen, um die Infektionskrankheit einzudämmen.

© UNICEF/UNI494329/Benekire

Cholera in Gaza: Die Krankheit erreicht den Gazastreifen

Laut Schätzungen von UNICEF stehen Kindern in Gaza lediglich 1,5 bis zwei Liter Wasser pro Tag zur Verfügung – weit unter dem in humanitären Notlagen empfohlenen Mindestbedarf von mindestens 15 Litern Wasser pro Tag (Stand Januar 2025).

Seit Oktober 2023 wurden 80 Prozent der Gesundheits-, Wasser- und Sanitärinfrastruktur zerstört, was die Ausbreitung von bakteriellen Darmerkrankungen begünstigte. Im Sommer 2024 tauchten nach über 25 Jahren wieder Polio-Fälle auf - das zeigten Abwasseranalysen.

UNICEF und Partner impften im Herbst 2024 trotz zerstörter Straßen und gefährlichster Bedingungen 560.000 Kinder und lieferten 1,6 Millionen Impfdosen sowie Kühlboxen. Die Kampagne schützt Kinder vor einer Krankheit, die wässrigen Durchfall, Erbrechen, Muskelkrämpfe verursacht, und zeigt die Bedeutung von Hygiene, abgekochtem Wasser und Impfungen.

Über 90 Prozent der Kinder unter zehn Jahren konnten mit der Impfkampagne im Gazastreifen gegen Polio geimpft werden. Da Anfang dieses Jahres erneut Erreger im Abwasser nachgewiesen wurden, erhielten in einer erneuten Impfkampagne im Februar 2025 rund 603.000 Kinder eine Immunisierung, etwa 40.000 Kinder mehr als in der vorangegangenen. Die Waffenruhe ermöglichte es, auch Kinder mit Impfungen zu erreichen, die vorher noch keinen Schutz erhalten hatten. Mit erneutem Einsetzen der Kampfhandlungen nur wenige Wochen später, wurden weitere größere Impfkampagnen unmöglich.

Spenden für Gaza: Ein Baby in Gaza wird in einer von UNICEF unterstützen Klinik geimpft.

Impfungen sind Teil unserer medizinischen Hilfe im Gazastreifen. Hier bekommt gerade in Rafah in einem von UNICEF unterstützten Krankenhaus ein Baby eine lebensrettende Impfung.

© UNICEF/UNI498538/El Baba

Nigeria meldet Cholera-Rekordhoch

In Nigeria ist Cholera eine ernsthafte Bedrohung, besonders für Kinder und geschwächte Menschen. Bis Ende Juni 2025 wurden 3.109 Verdachtsfälle und 86 Todesfälle in 34 Bundesstaaten registriert. Die bakterielle Darmerkrankung breitet sich oft über verunreinigtes Wasser, Eiswürfel oder unzureichend abgekochtes Trinkwasser aus.

Typische Symptome sind wässriger Durchfall, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Austrocknung durch Ausscheidungen. Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Stunden bis wenige Tage, was die schnelle Ausbreitung in überfüllten Gebieten begünstigt. Besonders gefährdet sind Kinder mit geschwächtem Immunsystem. Trotz der bekannten Risiken bleibt Cholera in Nigeria endemisch, mit wiederkehrenden Ausbrüchen, die zeigen, wie wichtig präventive Maßnahmen und Zugang zu sauberem Wasser sind.

  • 12 Länder
    im östlichen & südlichen Afrika

    erleben äußerst besorgniserregende Choleraausbrüche mit fast 70.000 registrierten Fällen.

  • 140.000 Fälle
    der Darminfektion

    enden für Kinder jedes Jahr tödlich. Weltweit gibt es schätzungsweise vier Millionen Cholerafälle jährlich.

  • 12 Stunden
    bis zu fünf Tage

    nach dem Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser, kann es dauern, bis ein Kind Symptome zeigt.

Gibt es einen Impfstoff gegen Cholera?

UNICEF schützt Kinder vor Cholera

Durchfall ist eine tödliche Gefahr für Kleinkinder. UNICEF versorgt Familien überall auf der Welt mit sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. UNICEF sorgt auch für Seife zum Händewaschen und stellt Zucker-Salz-Lösung als erste Hilfe bei Durchfall bereit.

Spendenbetrag
Spendenzweck
Sauberes Wasser
Autor*in Katharina Kesper

Katharina Kesper ist Chefin vom Dienst bei UNICEF und teilt in ihren Blogs bewegende Geschichten von Kindern, spannende Einblicke in die Arbeit von UNICEF weltweit und besondere Begegnungen mit Helfer*innen.