
Cholera: Eine große Gefahr für Kinder auf der ganzen Welt
Weltweit nehmen die Fälle von Cholera zu und gefährden insbesondere Kinder. Erfahren Sie, warum es zu Ausbrüchen der gefährlichen Infektionskrankheit kommt und was UNICEF tut, um Kinder zu schützen.
von Katharina Kesper
Das Wichtigste in Kürze
- Cholera ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die vor allem durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird.
- Sauberes Trinkwasser, gute Hygiene und eine schnelle Behandlung mit Flüssigkeit und Elektrolyten sind entscheidend, um schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern.
- UNICEF unterstützt betroffene Kinder und Familien unter anderem mit sauberem Wasser, Hygieneartikeln, medizinischer Versorgung und Aufklärung – damit Kinder geschützt sind und schnell Hilfe bekommen.
Was ist Cholera – und warum bedroht sie noch immer Kinder auf der ganzen Welt?
Immer mehr Cholera-Fälle werden an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. Der afrikanische Kontinent ist besonders stark betroffen. Seit 2023 sind 13 Länder im östlichen und südlichen Afrika mit einem der schlimmsten Choleraausbrüche seit Jahren konfrontiert.
Im August 2026 breitet sich Cholera nun auch rasant in sechs Ländern West- und Zentralafrikas aus: Kongo, Nigeria, Tschad, Kamerun, Zentralafrikanische Republik und Republik Kongo. Allein in Nigeria wurden seit Januar 2026 über 50.000 Fälle registriert. Saisonale Überschwemmungen und Bevölkerungsbewegungen beschleunigen die Ausbreitung.
In den meisten dieser Länder war zuvor jahrzehntelang kein einziger Fall der hochinfektiösen Krankheit aufgetreten. Wieso kommt es nun zu so vielen neuen Ausbrüchen in Ländern, die als von Cholera befreit galten?
Was Sie über die Krankheit Cholera wissen müssen
Cholera ist eine Darminfektion und eine der ältesten bekannten Epidemien der Menschheit. Sie wird durch Lebensmittel oder Wasser verursacht, die mit dem Bakterium Vibrio cholerae kontaminiert sind. Verunreinigtes Trinkwasser ist der häufigste Infektionsherd für Kinder und Familien. Nach vorsichtigen Schätzungen von Forscher*innen gibt es jedes Jahr weltweit bis zu vier Millionen Cholerafälle und bis zu 143.000 Todesfälle.

Lebensrettende Impfstoffe werden bei unseren Nothilfe-Einsätzen in die betroffenen Regionen eingeflogen. Die erste Cholera-Impfdosis schützt die Mädchen und Jungen für sechs Monate.
© UNICEF/UN0295308/OatwayWas verursacht Cholera?
Die Magen-Darm-Infektion ist hoch ansteckend und kann sich daher schnell zu einer Epidemie ausbreiten. Verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel sowie mangelnde Hygiene sind Nährböden für Cholera-Bakterien. Mangelernährte Kinder sind besonders gefährdet, da die Infektionskrankheit zu Dehydrierung infolge von schweren Durchfällen, Erbrechen und Ausscheidungen führt und unbehandelt zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen bis hin zum Tod führen kann.
Die rasche Ausbreitung von Cholera wird durch verschiedene Umstände begünstigt: Schlechte Wasser- und Abwassersysteme, Überschwemmungen und andere klimabedingte Naturkatastrophen, Konflikte und Armut sind Katalysatoren für die Epidemie.

Ende 2022 verursachten verheerende Überschwemmungen in Pakistan den Ausbruch von Cholera.
© UNICEF/UN0701707/ZaidiImmer dann, wenn der Zugang zu sauberem Wasser fehlt, steigt die Wahrscheinlichkeit rapide, dass wenig später Cholera grassiert und ein Risikogebiet entsteht.
In Regionen wie Ost- und Westafrika, dem Nahen Osten und Südasien sind die verzeichneten Choleraausbrüche besonders besorgniserregend, da es in einigen Ländern seit über einem Jahrzehnt keine größeren Ausbrüche mehr gegeben hatte. Doch nun nehmen die Fälle weltweit zu. Vor allem Länder, die zu Katastrophengebieten zählen, können schnell zu Cholera-Epizentren werden.

Von Haiti über Syrien bis Malawi und Pakistan: UNICEF ist weltweit im Einsatz, um mit Hilfsgütern zur Behandlung und Vorbeugung von Cholera zu unterstützen.
© UNICEF/UN0711213/Wie verbreitet sich Cholera?
Überall dort, wo viele Menschen leben und der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen fehlt, kann sich das Bakterium Vibrio cholerae leicht ausbreiten. Kinder, die in städtischen Slums oder improvisierten Zeltstädten für Binnenvertriebene oder Flüchtlinge leben, sind besonders gefährdet. Schlechtes Wassermanagement, zunehmende Armut und Konflikte führen dazu, dass sauberes Wasser immer knapper wird.
Warum verstärkt die Klimakrise die Verbreitung von Cholera?
Der Klimawandel kommt als mächtiger Verstärker hinzu: Überschwemmungen kontaminieren Trinkwasserquellen und zerstören Sanitäranlagen. Extreme Wetterereignisse vertreiben Menschen – und in überfüllten Lagern und Notunterkünften verbreitet sich das Bakterium besonders schnell. Steigende Temperaturen begünstigen zudem die Vermehrung von Vibrio cholerae im Wasser.
Der Klimawandel verursacht Cholera nicht – aber er verschärft genau die Bedingungen, unter denen sie gedeiht. Solange Millionen Kinder keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, wird jede Extremwetterlage zur Gesundheitsgefahr.
Infolgedessen steht Familien und ihren Kindern oft nur verunreinigtes Wasser zur Verfügung, was sie einem größeren Risiko aussetzt, sich mit der durch Wasser übertragbaren Krankheit anzustecken.

Souza Mbomba (19) schöpft Wasser aus einer von UNICEF erschlossenen Wasserquelle in der Demokratischen Republik Kongo. Früher bezogen sie und ihre Familie das Wasser direkt aus dem nahe gelegenen Fluss. Es kam immer wieder zu Cholerafällen.
© UNICEF/UN0560203/DubourthoumieuUNICEF warnt, dass bis zu 1,1 Milliarden Menschen auf der Welt durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet sind, an Cholera zu erkranken – insbesondere durch intensivere und häufigere Wirbelstürme und Hurrikane, die extreme Regenfälle und verheerende Überschwemmungen mit sich bringen können.
Was sind typische Symptome einer Cholerainfektion?
Die meisten Kinder, die mit Cholera infiziert sind, haben keine oder nur leichte Symptome, und ihr Cholera-Verlauf und der zugehörige Salzverlust kann mit Hilfe einer oralen Rehydrationslösung erfolgreich behandelt werden. Bleibt die Krankheit jedoch unbehandelt, kann sie innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Schwere Fälle von Cholera erfordern eine schnelle Behandlung mit intravenöser Flüssigkeit und Antibiotika.
Nach dem Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser kann es zwischen zwölf Stunden und fünf Tagen dauern, bis ein Kind Symptome zeigt. Die Inkubationszeit – also die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung – ist somit relativ kurz. Die Bakterien verbleiben bis zu zehn Tage nach der Ansteckung in den Fäkalien und werden so in das Ökosystem zurückgegeben. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich auch andere Menschen mit dem Erreger anstecken – insbesondere wenn keine sicheren Sanitäreinrichtungen zur Verfügung stehen.

Obwohl Cholera vermeidbar und leicht behandelbar ist, erkranken immer wieder Kinder an der potenziell tödlichen Krankheit. Die Darminfektion breitet sich oft aus, weil es an sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen mangelt.
© UNICEF/UN041183/Maxence BradleyCholera kann sogenannten akuten wässrigen Durchfall, Erbrechen und schwere Dehydrierung verursachen, was tödlich verlaufen kann. Bei Säuglingen und Kindern ist das Risiko einer Dehydrierung bei Durchfall größer als bei Erwachsenen, vor allem, wenn sie bereits mangelernährt sind. Sie können dem großen Flüssigkeitsverlust nichts entgegensetzen und sterben sehr wahrscheinlich an ihrer Durchfallerkrankung, wenn sie nicht behandelt werden.
Cholera weltweit: Welche Länder und Regionen sind besonders betroffen?
In den letzten Jahren hat die Zahl der Choleraausbrüche weltweit stark zugenommen. Zuletzt waren vor allem Länder in Süd- und Ostafrika betroffen. Dazu ein kurzer Exkurs zum Thema Epidemien und Pandemien:
- Epidemie: Ansteckende Krankheit breitet sich schnell in einer bestimmten Region aus.
- In kurzer Zeit erkranken ungewöhnlich viele Menschen an derselben Krankheit.
- Die Ausbreitung bleibt auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt.
- Unterschied zur Pandemie: Eine Pandemie breitet sich über mehrere Länder und Kontinente aus.
- Auch in Deutschland könnte grundsätzlich eine Cholera-Epidemie entstehen, wenn sich eine Krankheit regional stark ausbreitet und deutlich mehr Menschen als üblich erkranken. Eine Cholera-Epidemie ist hier jedoch sehr unwahrscheinlich. Seit mindestens 2001 sind keine Übertragungen innerhalb Deutschlands bekannt.
Rekordhoch der Cholerafälle in Süd- und Ostafrika
12 Länder im östlichen und südlichen Afrika erleben seit Monaten einen besorgniserregenden Choleraausbruch mit mehr als 200.000 Krankheitsfällen und schätzungsweise 3.000 Todesfällen (Stand Juli 2025). Die tatsächlichen Zahlen sind wahrscheinlich noch höher.
Seit dem ersten gemeldeten Fall in Sambia im Oktober 2023 schießt die Sterblichkeitsrate in die Höhe. In 9 von 10 Provinzen werden inzwischen Cholerafälle gemeldet. Rund 52 Prozent aller Erkrankten in Sambia sind Kinder unter fünf Jahren.

Die meisten Kinder, die mit Cholera infiziert sind, haben keine oder nur leichte Symptome und ihr Cholera-Verlauf kann mit Hilfe einer oralen Rehydrationslösung erfolgreich behandelt werden. Wenn das Arzneimittel greifbar ist!
© UNICEF/UN0782654/AdamCholera in der Demokratischen Republik Kongo
Die Demokratische Republik Kongo erlebt die schwerste Cholera-Krise seit 2017. Allein im Juli 2025 wurden über 38.000 Fälle und 951 Todesfälle gemeldet, 25 Prozent der Erkrankten sind Kinder unter fünf Jahren. Besonders betroffen sind die Provinzen South Kivu, North Kivu, Haut Katanga, Tshopo, Haut Lomami, Tanganyika und Maniema. Die Kombination aus Überschwemmungen, Vertreibung und unzureichendem Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung erhöht das Risiko für die schnelle Ausbreitung dieser bakteriellen Darmerkrankung.

Ein Gesundheitshelfer von UNICEF unterstützt die Cholera-Impfkampagne in Goma (Demokratische Republik Kongo). Wir liefern rund 1,7 Millionen Impfstoffdosen, um die Infektionskrankheit einzudämmen.
© UNICEF/UNI494329/BenekireCholera in Gaza: Die Krankheit erreicht den Gazastreifen
Laut Schätzungen von UNICEF stehen Kindern in Gaza lediglich 1,5 bis zwei Liter Wasser pro Tag zur Verfügung – weit unter dem in humanitären Notlagen empfohlenen Mindestbedarf von mindestens 15 Litern Wasser pro Tag (Stand Januar 2025).
Seit Oktober 2023 wurden 80 Prozent der Gesundheits-, Wasser- und Sanitärinfrastruktur zerstört, was die Ausbreitung von bakteriellen Darmerkrankungen begünstigte. Im Sommer 2024 tauchten nach über 25 Jahren wieder Polio-Fälle auf - das zeigten Abwasseranalysen.
UNICEF und Partner impften im Herbst 2024 trotz zerstörter Straßen und gefährlichster Bedingungen 560.000 Kinder und lieferten 1,6 Millionen Impfdosen sowie Kühlboxen. Die Kampagne schützt Kinder vor einer Krankheit, die wässrigen Durchfall, Erbrechen, Muskelkrämpfe verursacht, und zeigt die Bedeutung von Hygiene, abgekochtem Wasser und Impfungen.
Über 90 Prozent der Kinder unter zehn Jahren konnten mit der Impfkampagne im Gazastreifen gegen Polio geimpft werden. Da Anfang dieses Jahres erneut Erreger im Abwasser nachgewiesen wurden, erhielten in einer erneuten Impfkampagne im Februar 2025 rund 603.000 Kinder eine Immunisierung, etwa 40.000 Kinder mehr als in der vorangegangenen. Die Waffenruhe ermöglichte es, auch Kinder mit Impfungen zu erreichen, die vorher noch keinen Schutz erhalten hatten. Mit erneutem Einsetzen der Kampfhandlungen nur wenige Wochen später, wurden weitere größere Impfkampagnen unmöglich.

Impfungen sind Teil unserer medizinischen Hilfe im Gazastreifen. Hier bekommt gerade in Rafah in einem von UNICEF unterstützten Krankenhaus ein Baby eine lebensrettende Impfung.
© UNICEF/UNI498538/El BabaNigeria meldet Cholera-Rekordhoch
In Nigeria ist Cholera eine ernsthafte Bedrohung, besonders für Kinder und geschwächte Menschen. Bis Ende Juni 2025 wurden 3.109 Verdachtsfälle und 86 Todesfälle in 34 Bundesstaaten registriert. Die bakterielle Darmerkrankung breitet sich oft über verunreinigtes Wasser, Eiswürfel oder unzureichend abgekochtes Trinkwasser aus.
Typische Symptome sind wässriger Durchfall, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Austrocknung durch Ausscheidungen. Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Stunden bis wenige Tage, was die schnelle Ausbreitung in überfüllten Gebieten begünstigt. Besonders gefährdet sind Kinder mit geschwächtem Immunsystem. Trotz der bekannten Risiken bleibt Cholera in Nigeria endemisch, mit wiederkehrenden Ausbrüchen, die zeigen, wie wichtig präventive Maßnahmen und Zugang zu sauberem Wasser sind.
- 12 Länderim östlichen & südlichen Afrika
erleben äußerst besorgniserregende Choleraausbrüche mit fast 70.000 registrierten Fällen.
- 140.000 Fälleder Darminfektion
enden für Kinder jedes Jahr tödlich. Weltweit gibt es schätzungsweise vier Millionen Cholerafälle jährlich.
- 12 Stundenbis zu fünf Tage
nach dem Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser, kann es dauern, bis ein Kind Symptome zeigt.

Bild 1 von 6 | Behandlung von Cholera: Wenn Kinder an Durchfall erkranken und stark dehydriert sind, hilft die Einnahme von Elektrolyten, um schnell wieder auf die Beine zu kommen.
© UNICEF/UNI177128/Esteve
Bild 2 von 6 | Ein Junge wird gegen Cholera geimpft. UNICEF hat in Syrien große Cholera-Impfkampagnen durchgeführt.
© UNICEF/UN0755743/Nader
Bild 3 von 6 | Mund auf, Schluckimpfung rein! Nach der Impfung wird jedes Kind registriert und erhält einen Impfausweis. Zudem wird im Zuge der Impfkampagne das Bewusstsein für gute Hygienepraktiken geschärft, um eine Ansteckung mit Cholera zu vermeiden.
© UNICEF/UN0799479/Franco
Bild 4 von 6 | Lebengefährliche Krankheiten wie die Cholera breiten sich besonders schnell aus, wenn Familien nach Katastrophen kein sauberes Wasser zum Trinken und Waschen haben. Wie hier nach Überflutungen in Uganda sorgt UNICEF daher für sauberes Wasser.
© UNICEF/UNI356824/Adriko
Bild 5 von 6 | Ob dieser Junge weiß, wie gefährlich es ist, sich an diesem Abwasserrohr die Hände zu waschen? Verunreinigtes Wasser kann lebensbedrohliche Krankheiten wie Durchfall oder Cholera übertragen.
© UNICEF/Jemen/2017/UN0143426/Alsamai
Bild 6 von 6 | Wegweisende Erfindung der 70er Jahre: Salz-Zucker-Mischung gegen das Austrocknen bei schwerem Durchfall.
© UNICEF/UNI116251/Pirozzi
Gibt es einen Impfstoff gegen Cholera?
Bei einer Cholerainfektion können die meisten Kinder durch die schnelle Verabreichung einer oralen Rehydrationslösung (ORS), einer Mischung aus Salz und Zucker, erfolgreich behandelt werden. UNICEF verteilt in betroffenen Gebieten Beutel mit dieser Lösung aus Elektrolyten, die in sauberem Wasser aufgelöst werden muss.
Von 2000 bis 2019 ist die Gesamtzahl der jährlichen Todesfälle durch Durchfall bei Kindern unter fünf Jahren um 61 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang ist auch auf den verstärkten Einsatz der Elektrolyt-Päckchen zurückzuführen, die dank unserer Gesundheitshelfer*innen weltweit Kinder erreichen.
Wenn ein Kind sehr stark dehydriert ist, reicht diese Behandlung jedoch nicht aus. In diesem Fall sollte Flüssigkeit rasch intravenös verabreicht werden. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob das Kind möglicherweise auch Antibiotika benötigt, um die Dauer des Durchfalls zu verkürzen und den Flüssigkeitsverlust so gering wie möglich zu halten.
Für Kinder unter fünf Jahren ist Zink eine wichtige ergänzende Therapie. Zink ist ein lebenswichtiger Mikronährstoff, der während der Durchfallerkrankung verloren geht. In Form von Nahrungsergänzungsmitteln verringert Zink die Dauer und Schwere der Erkrankung und kann kurzfristig auch das Risiko von Rückfällen senken.
Gut zu wissen:
Eine Epidemie tritt auf, wenn sich eine ansteckende Krankheit rasch in einer bestimmten Region ausbreitet und zu einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Erkrankten führt.
Im Gegensatz zur Pandemie, die sich über Länder und Kontinente ausbreitet, ist die Epidemie auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt.
Bei einer Epidemie erkranken also in kurzer Zeit ungewöhnlich viele Menschen an der gleichen Krankheit, zum Beispiel an Cholera. Die Ursache einer Epidemie kann eine erhöhte Verbreitung von Krankheitserregern wie Viren, Bakterien oder Parasiten sein und somit häufig auch im Zusammenhang mit Wetterphänomenen und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Flutkatastrophen stehen.
Ein vielseitiger Ansatz ist der Schlüssel zur Bekämpfung von Cholera und zur Verringerung der Todesfälle durch Epidemien. In erster Linie muss sichergestellt werden, dass jedes Kind Zugang zu sicherem Trinkwasser und angemessenen sanitären Einrichtungen hat.
Darüber hinaus spielt das Engagement der lokalen Gemeinden eine wichtige Rolle. UNICEF hilft, die Familien über Hygienemaßnahmen aufzuklären und ein neues Bewusstsein zur Prävention der Infektionskrankheit zu schaffen. Dazu gehören simple Maßnahmen wie das Händewaschen mit Seife und die sichere Entsorgung von Fäkalien, wie Ärzte und Ärztinnen empfehlen.
Cholera ist schnell und effizient behandelbar! Auch Sie können aktiv werden und für unsere UNICEF-Projekte im Kapmf gegen Cholera spenden. Denn insbesondere der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten wie der Einnahme von Elektrolyten, Zink und Antibiotika während eines Choleraausbruchs sind entscheidend. Bei frühzeitiger und angemessener Behandlung kann die Sterblichkeitsrate dann unter einem Prozent liegen, da schwere Krankheitsverläufe eingedämmt werden.
Weiter sind wirksame Überwachungssysteme notwendig, um die Ausbreitung von Cholera zu beobachten und zu kontrollieren. UNICEF ist gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Vorreiter darin, die gesammelten Daten in zugängliche Informationen umzuwandeln und laufend in unsere Projektarbeit einfließen zu lassen.
Ja. Derzeit gibt es drei von der Weltgesundheitsorganisation zugelassene orale Cholera-Impfstoffe: Dukoral, Shanchol und Euvichol-Plus. Um einen vollständigen Schutz zu gewährleisten, müssen alle diese Impfstoffe jeweils zweimal verabreicht werden. Es wichtig, dass Kinder Zugang zu Cholera-Schluckimpfstoffen haben. UNICEF führt jedes Jahr mehrere groß angelegte Cholera-Impfkampagnen durch.
Die Internationale Koordinierungsgruppe (ICG), der UNICEF angehört, verwaltet die weltweiten Vorräte an oralen Cholera-Impfstoffen. UNICEF hat in der Vergangenheit unzählige Massenimpfkampagnen durchgeführt, bei denen mehr als 100 Millionen Dosen Cholera-Schluckimpfstoff verabreicht wurden. Diese Kampagnen konzentrierten sich auf Gebiete, in denen Cholera ausgebrochen ist, insbesondere in stark endemischen Gebieten, den sogenannten "Hotspots", und in Gebieten, die während humanitärer Krisen besonders gefährdet sind. Das ist entscheidend, um die Verbreitung des Erregers einzudämmen.
Ein Cholera-Endemiegebiet ist ein Gebiet, in dem in den letzten drei Jahren Cholerafälle festgestellt wurden und in dem es Anzeichen dafür gibt, dass die Krankheit bzw. das Bakterium durch lokale Übertragung und nicht durch Einschleppung aus anderen Ländern verursacht wurde. Das bedeutet, dass Cholera innerhalb dieser Länder zeitlich und örtlich begrenzt – aber dauerhaft erhöht – auftritt. Ein Choleraausbruch kann sowohl in Ländern auftreten, in denen die Durchfallerkrankung nicht regelmäßig vorkommt, als auch in endemischen Ländern.
Cholera kann sehr schnell lebensbedrohlich werden, besonders bei Kindern, geschwächten Personen oder Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser. Unbehandelt führt die bakterielle Darmerkrankung mit wässrigem Durchfall, Erbrechen und Muskelkrämpfen oft zu starker Dehydrierung. Mit schneller medizinischer Behandlung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Hygienemaßnahmen lässt sich das Risiko für schwere Verläufe jedoch deutlich senken.
Das Ansteckungsrisiko von Cholera ist dort besonders hoch, wo sauberes Trinkwasser, Toiletten und Hygiene fehlen. Im Alltag ist eine Übertragung durch normalen Kontakt eher unwahrscheinlich. Entscheidend ist, ob Bakterien über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel aufgenommen werden.
Cholera wird meist über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen. Ursache sind Bakterien, die über Fäkalien in Wasser und Nahrung gelangen können – besonders dort, wo sauberes Wasser, Toiletten und Hygiene fehlen.
Durch die Einführung von Präventionsmaßnahmen und den verbesserten Zugang zu Cholera-Behandlungsmethoden, einschließlich oraler Rehydrierungssalze und Zink, sind wir näher denn je daran, sicherzustellen, dass kein Kind an dieser vermeidbaren Krankheit stirbt.
Im Jahr 2021 verteilte UNICEF weltweit über 93 Millionen Zinktabletten und mehr als 30 Millionen Beutel mit oralem Rehydrierungssalz.
Doch die Ausbrüche, die wir immer wieder erleben, zeigen, dass Cholera nach wie vor eine unmittelbare und große Gefahr für Familien darstellt, insbesondere in instabilen und konfliktanfälligen Regionen weltweit.
Kinder dehydrieren durch Durchfall und Erbrechen schneller als Erwachsene – was bei ihnen innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann. Mangelernährte Kinder sind besonders gefährdet. Dazu kommt: Sie wachsen oft genau dort auf, wo Cholera gedeiht – in überfüllten Lagern, ohne sauberes Wasser, ohne funktionierende Sanitäranlagen. Sie tragen die schwerste Last einer Epidemie, die sie am wenigsten zu verantworten haben.
Während eines Choleraausbruchs ist es wichtig, dass die Behandlungen durch Ärzt*innen und Gesundheitshelfer*innen leicht zugänglich sind. Dies erfordert die Verteilung von oraler Rehydrationslösung an Behandlungskliniken in stark betroffenen Gemeinden. Bei frühzeitiger und angemessener Behandlung kann die Sterblichkeitsrate drastisch gesenkt werden.
Besser aber noch, es kommt gar nicht erst zu einer Cholerainfektion durch das Bakterium Vibrio cholerae: Wir von UNICEF fordern, dass Routineimpfungen verstärkt werden, indem wir den Zugang zu Cholera-Impfstoffen ausweiten. In vielen groß angelegten Impfkampagnen weltweit kümmert sich UNICEF mit seinen lokalen Gesundheitshelfer*innen darum, dass jedes Kind lebensrettende Impfungen gegen die vermeidbare Durchfallerkrankung bekommt.
UNICEF arbeitet gemeinsam mit den nationalen Behörden und Partnern, um systematisch auf Choleraausbrüche zu reagieren. Dazu gehört die Verteilung von Millionen von Wasseraufbereitungstabletten, um sicherzustellen, dass die Familien in den betroffenen Gemeinden Zugang zu sicherem Wasser haben. Außerdem versorgen wir die örtlichen Gesundheitsämter mit Elektrolyt-Päckchen und Zink sowie mit Hilfsgütern für akut wässrigen Durchfall zur Behandlung mittelschwerer und schwerer Verläufe.
Wir von UNICEF verbessern in vielen Ländern den Zugang zu gebrauchsfertiger therapeutischer Nahrung, um mangelernährten Kindern zu helfen. Kommen Mangelernährung und Cholera zusammen, kann dies für die betroffenen Kinder schnell tödlich enden.
Wir unterstützen die Helfer*innen vor Ort in den Gemeinden, in denen die Krankheit ausgebrochen ist. UNICEF schult diese Mitarbeiter*innen in der Aufklärung über die Durchfallerkrankung, einschließlich Übertragungswege, Symptome, Behandlung und Präventionsmechanismen. Außerdem setzen wir uns dafür ein in lokalen Radio- und Fernsehsendern über die Hotspots zu berichten, um das Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung für die Gefahren von Cholera zu schärfen.
Für uns ist Cholera nicht nur eine Gesundheitsfrage – sie ist ein Zeichen dafür, dass grundlegende Kinderrechte noch immer nicht für alle Kinder verwirklicht sind. Sauberes Wasser ist kein Privileg. Es ist ein Recht.
Katharina Kesper ist Chefin vom Dienst bei UNICEF und teilt in ihren Blogs bewegende Geschichten von Kindern, spannende Einblicke in die Arbeit von UNICEF weltweit und besondere Begegnungen mit Helfer*innen.