© UNICEF/UN0613251/Dejongh

Kinder weltweit

Hier nur gute Nachrichten

Sie tun gut und deshalb sind sie wichtig: gute Nachrichten! Hier sammeln wir die besten Nachrichten für Sie, die das Leben von Kindern weltweit betreffen. Jeden Monat kommt eine neue gute Nachricht hinzu. 

Dienstag, 10.05.2022, 11:22 Uhr

Zuletzt haben meist der Ukraine-Krieg, die Corona-Pandemie und Krisen öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Dabei gab es sie, die positiven, inspirierenden Geschichten, die Hoffnung und gute Laune machen! Lesen Sie selbst:

Die besten Nachrichten der letzten Monate

April: Mehr Schutz für Kinder im Jemen

Vor sieben Jahren begann der Krieg im Jemen. Manche Kinder kennen keinen Alltag ohne - so wie Khalid. Er ist drei Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einem Camp für Geflüchtete. Er wächst, wie viele andere Kinder, mit dem Krieg auf.

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Jemen: Der dreijährige Khalid wächst im Al Jufainah Camp für Geflüchtete in Ma'rib auf.

© UNICEF/UN0624759/Al-hamdani

Nun macht eine Waffenruhe im Jemen Hoffnung auf Frieden. Und nicht nur das: Die Regierung in Sana‘a hat sich im April in einem Aktionsplan mit den Vereinten Nationen verpflichtet, Kinder besser zu schützen und schwere Verstöße gegen ihre Rechte zu verhindern. 

Der Aktionsplan verbietet, dass Kinder als Soldatinnen oder Soldaten eingesetzt werden. Denn das ist eine schwere Kinderrechtsverletzung. Außerdem sollen Gesundheits- und Bildungseinrichtungen wie Schulen stärker geschützt werden, damit Kinder versorgt sind und weiter lernen können. 

Eines ist gewiss: Der beste Schutz für Kinder wie Khalid vor schweren Kinderrechtsverletzungen ist und bleibt anhaltender Frieden im Land. Aber der Aktionsplan ist ein wichtiger Schritt. So erklärt Virginia Gamba, Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Kinder und bewaffnete Konflikte: "Mit diesem Aktionsplan arbeiten nun alle Hauptbeteiligten des bewaffneten Konflikts im Jemen mit den Vereinten Nationen zusammen und verpflichten sich, die schweren Verletzungen von Kindern zu beenden und zu verhindern." Eine gute Nachricht, die Hoffnung macht.

März: Waffenstillstand in Tigray –Hoffnungsschimmer für eine gebeutelte Region

Äthiopien gehört zu den trockensten Ländern der Welt, immer wieder gibt es Dürreperioden. Unzählige Familien leiden unter Armut und Hunger. Seit November 2020 ist zudem der Konflikt in der umkämpften Region Tigray im Norden des Landes eskaliert. Seitdem hat sich die Lage für Millionen Menschen immer mehr zugespitzt. Hunderttausende mussten ihr Zuhause verlassen.

Hungerkrise Tigray: Eine Mutter und ihr Baby mit einem UNICEF-Mitarbeiter.

Tigray: Eine Mutter und ihr Baby bekommen Hilfe von einem UNICEF-Mitarbeiter. Viele Frauen und Kinder in der Region sind gefährlich mangelernährt.

© UNICEF/UN0539173/Leul Kinfu

Über 80 Prozent der Menschen in Tigray leiden an Hunger. Familien wissen nicht mehr, wie sie ihren Kindern eine nährstoffreiche Mahlzeit ermöglichen können. Sie sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen – doch gerade in den umkämpften Gebieten von jeder Hilfe abgeschnitten.

Dann, Ende März, der Hoffnungsschimmer: Beide Konfliktparteien, die äthiopische Regierung und die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), einigen sich auf einen humanitären Waffenstillstand. Ein Zeichen, dass sich der Konflikt lösen und die humanitäre Situation langfristig verbessern lassen?

Zumindest konnte nun die humanitäre Hilfe weitergehen. Ein UN-Konvoi aus 13 Lastwagen brachte kurz nach Bekanntwerden des Waffenstillstands zunächst 500 Tonnen Lebensmittel in die Region Tigray, um den Familien in ihrer katastrophalen Situation zu helfen. Ein erster Schritt, dem hoffentlich viele weitere folgen. Auch die UNICEF-Teams vor Ort werden weiter daran arbeiten, möglichst alle betroffenen Familien mit Spezialnahrung, Wasser und Medikamenten zu erreichen.

Februar: Mädchen sind gemeinsam stark gegen Genitalverstümmelung

Eine andere Mut machende Geschichte aus Äthiopien erreichte uns schon im Februar. Es geht um zwei Schwestern: Die ältere von ihnen hat als Kind die grausame Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung erlitten; die jüngere Schwester ist dem Ritual entkommen. Und zwar deshalb, weil sie die Hilfe ihrer großen Schwester hatte.

Äthiopien: Zwei junge Frauen engagieren sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung

Nejat (links) und Kemeriya (rechts) kämpften gemeinsam gegen Nejats Beschneidung. Mit Erfolg!

© UNICEF/UN0591522/Tadesse

Kemeriya – so heißt die ältere der Beiden – wurde als Kind beschnitten. Bis heute leidet sie unter Schmerzen. Trotzdem hielt sie die Genitalverstümmelung lange Zeit für normal und unausweichlich. Erst in einem von UNICEF finanzierten Training für heranwachsende Mädchen bekam sie eine völlig andere Perspektive vermittelt: Sie erfuhr, dass die weibliche Genitalverstümmelung den Mädchen lebenslangen Schaden zufügt und lebensgefährlich werden kann. Und dass sie noch dazu in Äthiopien inzwischen illegal ist.

Als Kemeriyas Eltern die Beschneidung für ihre jüngere Schwester Nejat planten, stellte sich Kemeriya quer: "Ich habe meinen Eltern alles erzählt, was ich gelernt hatte – über die gesundheitlichen Folgen, die Komplikationen während der Wehen, die psychischen Auswirkungen", erzählt sie. Kemeriyas Eltern waren schwer zu überzeugen, aber Kemeriya und ihre Schwester Nejat ließen nicht locker. Als die Eltern sich immer mehr mit dem Thema auseinandersetzten, machten sie schließlich eine 180-Grad-Wendung: Sie entschieden, Nejat nicht beschneiden zu lassen.

Kemeriya gibt ihr Wissen über die Genitalverstümmelung mittlerweile auch an andere junge Mädchen und Frauen in ihrem Dorf weiter. Sie ist stolz, an einem Umdenken in ihrer Gesellschaft beteiligt zu sein. Und ihre jüngere Schwester Nejat ist einfach glücklich, dass sie so erfolgreich für ihre Rechte kämpfen und sich durchsetzen konnte.

Januar: Endlich wieder Schule!

Endlich wieder Schule! Am 10. Januar ging es in Uganda für Mädchen und Jungen zurück in die Klassenräume. Seit Beginn der Corona-Pandemie waren in dem ostafrikanischen Land die Schulen geschlossen geblieben – fast zwei Jahre lang.

UNICEF hatte die Rückkehr in die Schulen zusammen mit den Behörden vorbereitet: Für Kinder und Lehrer*innen wurden Corona-Schnelltests besorgt, sauberes Wasser und Seife wurden bereitgestellt. So hieß es zum Schulstart erstmal: Händewaschen! In den Klassen achteten die Lehrer*innen darauf, dass bei aller Freude weiter Masken getragen wurden.

Uganda: Eine Schülerin läutet die Schulglocke.

Letitia ist glücklich, zur Schule zurückzukehren. Nach zwei Jahren Pause durch die Pandemie darf sie zum Neustart die Schulglocke läuten.

© UNICEF/UN0578982/Wamala

Auch Letitia (Foto oben) kehrte im Januar zur Schule zurück. Zum Unterrichtsbeginn hatte die Siebtklässlerin die Ehre, die Schulglocke zu läuten. "Ich bin glücklich", sagte sie, "ich habe das Lernen sehr vermisst."

Danke, dass Sie gute Nachrichten möglich machen!

"Only bad news is good news", lautet eine alte Regel aus dem Journalismus. Soll heißen: Interessant sind nur die schlimmen Schlagzeilen. Auch wir von UNICEF berichten oft über die Probleme und Sorgen, mit denen Kinder weltweit konfrontiert werden. Es gehört zu unserer Aufgabe, den Menschen die Situation der Kinder vor Augen zu führen.

Aber gute Entwicklungen, Fortschritte und glückliche Geschichten sind für uns ebenso relevant. Und all die guten Nachrichten der letzten Monate hätte es nicht gegeben ohne die zahlreichen UNICEF-Unterstützerinnen und -Unterstützer, die sich unermüdlich für Mädchen und Jungen weltweit einsetzen. Dafür danken wir Ihnen herzlich!

Die Autor*innen

Klas Libuda, Susanne Nandelstädt, Caroline Dohmen und Tim Rohde haben für Sie gute Nachrichten recherchiert und diesen Beitrag gemeinsam verfasst.

Haben Sie auch gute Nachrichten entdeckt, die Sie teilen möchten? Wenn Sie mögen, schreiben Sie gerne darüber in den Kommentaren. Wir würden uns sehr freuen.

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