KEIN WEG ZU WEIT: WIE UNICEF KINDER IN JEDEM WINKEL DER WELT IMPFT
Donnerstag, 4. Juni 2020, 09:00 Uhr
von Vera Mäusbacher | 5 Kommentare

Kein Kind sollte heutzutage mehr an Krankheiten wie Masern oder Tetanus sterben. Impfungen sind ein wichtiges Schutzschild für das Immunsystem des Körpers im Kampf gegen Krankheiten.

Deshalb ist es eine der zentralen Aufgaben von UNICEF, Impfstoffe im Kampf gegen diese Krankheiten zu liefern. Und das tun wir mittlerweile so umfangreich, dass wir damit fast jedes zweite Kind weltweit impfen können!

Im Moment gibt noch keinen Impfstoff, der vor Covid-19 schützt...

Und schlimmer noch: Wegen der Bekämpfung des Coronavirus fehlen aktuell Kapazitäten im Kampf gegen andere Krankheiten. Deshalb mussten lebensrettende Impfkampagnen gegen Masern für mehr als 117 Millionen Kinder vorerst gestoppt werden.

Diese Fotoserie zeigt die großen Herausforderungen, denen sich unsere UNICEF-Helfer trotzdem täglich stellen, um Jungen und Mädchen überall auf der Welt zu erreichen. Mit den folgenden 14 Fotos geben wir einen Einblick, welche Wege unsere Helfer einschlagen, um Kinder auf der ganzen Welt zu schützen. 

...kein Berg zu hoch

Jemen: Impfstoffe werden von UNICEF-Helfern in die Berge getragen 

© UNICEF Yemen/2017/Al-Zikri 

Nach fünf Jahren Krieg ist die Gesundheitsversorgung in Jemen eine immense Herausforderung. Die dortige Krise ist aktuell eine der größten humanitären Krisen der Welt. Diese UNICEF-Helfer sind trotz allem fest entschlossen, Kinderleben zu retten – selbst wenn sie mit ihren Impfstoffen auf Berge klettern, schwere Lasten und drückende Hitze ertragen müssen.

Weil viele Krankenhäuser im Jemen zerbombt oder verlassen sind, sterben Kinder an vermeidbaren Krankheiten wie Masern oder Tetanus. UNICEF tut alles dafür, um dies zu verhindern. In einer landesweiten Kampagne sind bisher zwölf Millionen Kinder gegen Polio, Masern und Co. geimpft worden. Mobile Teams bringen die Hilfe dabei selbst in von der Außenwelt nahezu abgeschnittene Gegenden und lassen sich weder von Frontlinien, noch durch hohe Berge und tiefe Täler aufhalten – für jedes Kind!

  

Nepal: UNICEF-Helfer kämpfen sich durch unwegsames Gelände 

© UNICEF/UNI199133/Panday | UNICEF/UNI199145/Panday 

Unwegsames Gelände ist kein Hinderungsgrund: UNICEF-Helfer in Nepal transportieren Impfstoffe gegen Masern und Röteln in die Provinz Gorkha. Nach Naturkatastrophen wie dem schweren Erdbeben 2015 breiten sich Krankheiten oft in rasender Geschwindigkeit aus. Es fehlt vor allem an sauberem Trinkwasser und hygienischen Toiletten – zwei wichtige Dinge, wenn es um die Vermeidung von Krankheiten geht. Um Kinder zu erreichen, müssen die Helfer durch bergiges Gelände und reißende Fluten.

...kein Fortbewegungsmittel undenkbar

Afghanistan: Mamadou reist mit seinem Eselskarren kilometerweit, um auch entlegene Dörfer mit dem Impfstoff zu erreichen 

© UNICEF/UN0293617/Keïta

Mamadou Kassé reist mit seinem Eselskarren kilometerweit, um auch entlegene Dörfer mit den wichtigen Impfstoffen zu erreichen. Die Familien mit Kindern warten auf ihn und sein Team – sie wissen: Auf ihn ist Verlass. Mopti gehört zu den Regionen Malis mit dem niedrigsten Impfniveau für Kinder – nur 37 Prozent der Kinder hier sind geimpft.

Umso wichtiger ist Mamadous Job! Der mobile Einsatz von Impfstoffen gehört zu den Lösungsansätzen, die UNICEF und seine Partner entwickelt haben, um jedes noch so entlegend wohnende Kind zu erreichen. 

   

Mongolei: Oyunchimeg und seine Gesundheitshelfer reiten auf Rentieren bis in den tiefsten Norden der Mongolei 

© UNICEF/UNI134405/Sokol

Oyunchimeg und seine Gesundheitshelfer reiten auf Rentieren – richtig gelesen: auf RENTIEREN – bis in den tiefsten Norden der Mongolei, bevor der Winter einbricht. Sie wollen Kinder aus einer nomadischen Hirtengemeinschaft impfen, die fernab der Städte wohnen.

"Ich liebe es, in ländliche Gebiete zu reisen. Ich kenne diese Wälder wie meine Westentasche und ich reite gerne hierher, um den Menschen zu helfen", sagt er. 

...kein Fluss zu breit

Indien: Ein Träger klettert an einem Seil über einen Fluss 

© UNICEF/UNI184260/Lucky8 LLC

Drahtseilakt: Ein Träger mit einer Kühlbox auf dem Rücken überquert vorsichtig einen Fluss in Indien. Eine heikle Aufgabe – und schnell sein müssen die UNICEF-Helfer auch noch: Selbst bei tropischen Temperaturen müssen die Impfstoffe kühl bleiben.

2019 hat UNICEF fast die Hälfte aller Kinder weltweit mit lebensrettenden Impfstoffen versorgt. Von den UNICEF-Warenlagern aus reisen sie in jeden noch so entfernten Winkel der Welt. Kinder, die geimpft sind, haben bessere Überlebens- und Entwicklungschancen – egal, wo sie leben.

Diese Arbeit hat sich ausgezahlt: In Indien ist die Kinderlähmung seit 2014 besiegt, Tetanus bei Neugeborenen und Müttern seit 2015. 

  

Nepal: Ein Jeep durchquert einen Fluss um ans Ziel zu gelangen 

© UNICEF/UN0217108/Wingi 

Andere Helfer sind mit dem Fahrrad unterwegs. Und wenn es wegen eines Flusslaufs nicht weitergeht, wird das Rad eben kurzerhand geschultert! Pragmatisch und mit einer großen Portion Leidenschaft und Wille erreicht dieser Gesundheitshelfer aus der demokratischen Republik Kongo jedes Dorf.

   

Nepal: Zwei Träger überqueren einen Fluss über eine Brücke 

© UNICEF/UNI199159/Panday

Was die Auslieferung von Impfstoffen angeht, gilt Nepal als eines der härtesten Pflaster. Um Kinder zu erreichen, machen Gesundheitshelfer und Träger selbst vor hohen Bergen und reißenden Flüssen nicht Halt.

Die Impfstoffe nur abzuliefern ist nicht genug. Um ihre Wirksamkeit zu erhalten, müssen sie in einer speziellen Impfbox kühl gehalten werden. Wenn etwas schiefgeht und die Kühlkette unterbrochen wird, war der lange harte Weg umsonst.

Es ist nicht leicht, aber wir dürfen nicht aufgeben. Trotz aller Fortschritte sterben auch heute noch jeden Tag Tausende Kleinkinder, weil sie keine medizinische Versorgung erhalten und nicht geimpft sind. 

...keine Straße zu lang und einsam

Pakistan: Ein Jeep transportiert Impfstoffe auf dem Dach 

© UNICEF/UNI159314/Zaidi 

Auf dem Dach transportiert ein Jeep eine Box mit Polio-Impfstoffen in eine einsame Gegend Pakistans. Selbst bei großer Hitze hält der Behälter seine wertvolle Fracht kühl.

Das breite UNICEF-Netzwerk für Kinder funktioniert immer und überall. Auch dort, wo Armut, Benachteiligung und große Entfernungen das Gesundheitssystem zusammenbrechen lassen, machen die lokalen freiwilligen UNICEF-Helfer den Unterschied: Menschen aus der Region zu schulen und mit der notwendigen Ausrüstung auszustatten, um Kinder impfen zu können, ist eine nachhaltige Langzeitstrategie, die besonders armen Gemeinden hilft.

…kein Wasser zu tief

Tansania: Impfstoffe werden mit dem Boot auf die Insel Sansibar gebracht 

© Gavi Path/Doune Porter 

Gesundheitshelfer bringen Impfstoffe zu den Kindern auf der Insel Sansibar. Dank der Unterstützung von Gemeinden, Organisationen und Regierungen kann UNICEF jedes Jahr Kindern durch Impfungen das Leben retten.

Weite Entfernungen sind nicht das einzige Hindernis. UNICEF arbeitet mit Dorfbewohnern zusammen, um Mythen und hartnäckige Vorurteile auszuräumen und sicherzustellen, dass Familien von der Wirksamkeit des Impfens erfahren.

  

Pakistan: Die Impfstoffe werden mit einem Boot über den Indus transportiert 

© UNICEF/UNI144216/Zaidi

In dieser pakistanischen Provinz führt der Weg zu den Kindern nur über den 3180 Kilometer langen Fluss Indus. Also kommen diese Gesundheitshelfer per Boot.

Dieses UNICEF-Team ist eines von den Tausenden, die seit 1998 an der Ausrottung von Polio in 122 Ländern beteiligt waren. Ein unglaublicher Erfolg, dank eines der effektivsten und kostengünstigsten Mittel, Kinderleben zu retten.

...auf Rädern

Impfen: Geeta Female fährt druch matschige unwegsame Straßen in Indien 

© UNICEF/UN0125828/Sharma 

Geeta Female liefert den Impfstoff von UNICEF per Motorrad aus – bis an die entlegensten Gebiete und auch, wenn die Straßen mit einem Roller noch so unwegsam erscheinen. 

Heute sind mehr Kinder vor gefährlichen Krankheiten geschützt denn je. Aber es gibt noch viel zu tun: Mehr als ein Drittel der Kinder, die nicht ausreichend gegen Diphtherie, Masern, Tetanus und Keuchhusten geimpft worden sind, leben in Indien. Helfer wie Geeta sind Teil der Lösung.  

  

Bangladesch: Johrul transportiert mit seinem Fahrrad wichtige Impfstoffe 

© UNICEF Bangladesh/Akash

Fahrrad-Bote Johrul Islam aus Bangladesch nimmt seinen Job sehr ernst. Es gibt einen guten Grund: Er rettet Kinderleben. „Meine Aufgabe ist sehr wichtig”, sagt Johrul. „Diese Kühlboxen mit Impfstoffen von UNICEF müssen sicher ankommen.“

...aus der Luft 

Südsudan: Ein Flugzeug mit Hilfsgütern wird entladen 

© UNICEF/UNI122541/Sokol

Kinder in Südsudan beobachten, wie ein Flugzeug entladen wird. Die Hilfsgüter von UNICEF haben eine lange Reise hinter sich.

  

Südsudan: Frauen transportieren Kisten mit Impfstoffen durch die Straßen 

© UNICEF/UN055430/Modola

Frauen tragen frisch eingetroffene Kisten mit lebensrettenden Impfstoffen. Dieses Dorf im Südsudan ist nur per Flugzeug erreichbar. Auch unmittelbar nach der Unabhängigkeit des jüngsten Landes der Erde und bevor der Krieg wieder ausgebrochen ist, war Südsudan einer der am schwierigsten zugänglichen und gefährlichsten Orte für die Impfhelfer. Die Straßen sind unsicher und Reisen riskant. 

Wenn alles andere nicht mehr geht und die Zeit drängt, helfen sogenannte „Rapid Response Missions“. Zu Fuß, per Boot, mit Flugzeugen und Hubschraubern versorgen mobile UNICEF-Teams die notleidende Bevölkerung in Extrem-Situationen mit dem Nötigsten und impfen die Kinder. 

...unterwegs

Afghanistan: Afia ist eine von 70.000 Gesundheitshelfern und impft einen Jungen gegen Polio 

© UNICEF/UN0202762/Hibbert

Afia impft ein Kind in einer alten Militärkaserne im Süden Afghanistans. Afia ist 19 Jahre alt und eine von 70.000 freiwilligen Helferinnen. Sie arbeitet in einer der größten Frauenorganisationen in Afghanistan: einem Nationalteam, das sowohl von UNICEF als auch von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt wird und Polio bekämpft. Afia reist durch ihre Gemeinde, klärt auf und impft – weil sie der Meinung ist, dass kein Kind durch Polio gelähmt werden sollte!

Impfungen retten Kinderleben – helfen Sie mit

So unspektakulär sie uns erscheinen mögen: Impfungen retten unbestreitbar Leben und verhindern jedes Jahr Millionen Todesfälle! Unterstützen Sie deshalb die UNICEF-Arbeit im Bereich Gesundheit und Entwicklung.

Hierbei zählt jeder Cent, denn eine Dosis Impfstoff kostet nicht mal einen Euro.

50 Dosen Impfstoff gegen die hochansteckende Krankheit Masern
400 Dosen Impfstoff gegen Polio (Kinderlähmung)
5 Impfschutz-Pakete mit je 60 Impfdosen gegen Polio und 160 gegen Tetanus

Anmerkung der Redaktion: Dieser Blog ist eine freie Adaption von Rashini Suriyaarachchi's Beitrag, der hier erschien. Dieser Blog wurde mehrfach für Sie aktualisiert.

KOMMENTARE

  • anonym
    18. Oktober 2017 11:57 Uhr

    Liebes Unicefteam,

    als ich vor einiger Zeit überlegt habe Unicef Pate zu werden, war mir nicht ganz klar, ob ich damit tatsächlich hilfebedürftigen Kindern helfen kann...

    Wenn ich jedoch regelmäßig dieBriefe und Emails lese in denen Kinder sich für die Hilfe bedanken freue ich mich riesig und bin häufig den Tränen nah.

    Jedem Menschen der in einer sicheren Umgebung aufgewachsen ist und der sich fast alles leisten kann, kann ich nur empfehlen sich für eine Sekunde in die Lage der Kinder zu versetzen, die nicht in einer sicheren Umgebung aufwachsen und Tag für Tag ums Überleben kämpfen.

    Ich danke euch als Unicefteam sehr mir die Möglichkeit zu geben diesen Kindern zu helfen, obwohl ich tausende Kilometer weit weg bin...

    Ich danke euch auch von ganzem Herzen, dass ihr weiterhin alle Möglichkeiten ausschöpft und gefährliche Wege auf euch nehmt, um vielen Kindern auf der Welt zu helfen.

    Liebe Grüße
    Okan Uyma

  • anonym
    18. Oktober 2017 11:55 Uhr

    Super schöner Blog, danke Vera!

  • anonym
    17. Oktober 2017 18:51 Uhr

    Beeindruckend -
    Bewundernswert der Mut und das Engagement. Alles viel mehr Wert, als die paar €, die wir spenden.

    Viel Erfolg für alle !

  • anonym
    17. Oktober 2017 12:53 Uhr

    Liebes Unicefgroßteam,
    ich bin zu Tränen gerührt, welche Herausforderungen Menschen bereit sind, auf sich zu nehmen, um Anderen zu helfen!
    Ich danke Ihnen Allen dafür und wünsche allen Mitarbeitern, dass sie unbeschadet durch ihre Einsätze kommen.
    Herzliche Grüße

    Hellrun Nees

  • anonym
    17. Oktober 2017 10:26 Uhr

    Danke für die Fotos. Das ist sehr berührend zu sehen.

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