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Kein Weg zu weit: Wie UNICEF Kinder in jedem Winkel der Welt impft

Kein Kind sollte heutzutage mehr an Krankheiten wie Masern oder Tetanus sterben. Impfungen sind ein wichtiges Schutzschild für das Immunsystem des Körpers im Kampf gegen Krankheiten.

Mittwoch, 21.04.2021, 09:00 Uhr

von Katharina Kesper, Vera Mäusbacher   •  5 Kommentare

Seit jeher ist eine der zentralen Aufgaben von UNICEF, Impfstoffe im Kampf gegen Krankheiten zu liefern. Und das tun wir so erfolgreich, dass wir fast jedes zweite Kind auf der Welt impfen können! Sehen Sie selbst:

Covid-Impfstoffe auf der ganzen Welt machen sich auf den Weg

Wir organisieren die Beschaffung und Lieferung von bis zu zwei Milliarden Corona-Impfdosen. Seit Ende Februar 2021 werden die Vakzine ausgeliefert. Kinder werden nicht gegen das Coronavirus geimpft, trotzdem ist die weltweite Impfaktion für sie von entscheidender Bedeutung.

Ein Drohenfoto zeigt den Transport von Vakzinen über eine schmale Brücke.
© UNICEF/UN0431123
In der Ferne sieht man neben Gebirgsketten zwei UNICEF-Helfer, die den Corona-Impfstoff transportieren.
© UNICEF/UN0431111
Zwei Gesundheitshelfer tragen den Covid-19-Impfstoff auf ihrem Rücken den Berg hoch.
© UNICEF/UN0431115/

In endlosen Höhenmetern transportieren Gesundheitshelfer von UNICEF den Covid-19-Impfstoff zu einer Gesundheitseinrichtung im Bezirk Jumla – einer der abgelegensten Regionen Nepals. 

Covax heißt die Initiative, der auch UNICEF beiwohnt, die sich für eine weltweite gerechte und gleichmäßige Verteilung des Vakzins einsetzt. Bis Ende 2021 sollen rund zwei Milliarden Impfdosen verschickt werden, bis zu 850 Tonnen Impfstoff pro Monat, dazu eine Milliarde Spritzen bis Ende des Jahres. UNICEF setzt sich dafür ein, dass auch die ärmsten Familien – wie hier im äußersten Westen von Nepal – Zugang zu Covid-19-Impfstoffen erhalten. Denn das Virus besiegen wir nur alle gemeinsam.

Tausende Kühlboxen müssen zu Fuß, per Boot, via Drohne oder gar Eselskarren in die entlegensten Winkel des Globus gebracht werden.

Im vergangen Jahr mussten wegen der Bekämpfung des Coronavirus lebensrettende Impfkampagnen teilweise gestoppt werden und die Gesundheitsversorgung von Kindern wurde unterbrochen. Dadurch drohen wichtige Fortschritte im Kampf gegen Armut, Hunger und Unterentwicklung verloren zu gehen.

UNICEF macht sich dafür stark, dass Kinder trotz der zusätzlichen Anstrengungen im Kampf gegen Covid-19 weiter gegen gefährliche Infektionskrankheiten wie Kinderlähmung oder Masern geimpft werden. 

Mit den folgenden Fotos geben wir Einblicke, welche Wege unsere Helfer und Helferinnen einschlagen, um Kinder auf der ganzen Welt zu schützen. 

Kein Berg zu hoch ...

© UNICEF Yemen/2017/Al-Zikri

Nach sechs Jahren Krieg ist die Gesundheitsversorgung im Jemen eine immense Herausforderung. Die dortige Krise ist aktuell eine der größten humanitären Krisen der Welt. Die UNICEF-Helferinnen und -Helfer auf unserem Foto sind trotz allem fest entschlossen, Kinderleben zu retten – selbst wenn sie mit ihren Impfstoffen auf Berge klettern, schwere Lasten und drückende Hitze ertragen müssen.

Kein Angst mehr vor Polio

Weltweit impft UNICEF Mädchen und Jungen wirksam gegen die hoch ansteckende Kinderlähmung. Unser Ziel ist: 100% Schutz für jedes Kind. Helfen Sie mit!

Weil viele Krankenhäuser im Jemen zerbombt oder verlassen sind, sterben Kinder an vermeidbaren Krankheiten wie Masern, Polio oder Tetanus. UNICEF tut alles dafür, um dies zu verhindern. In einer landesweiten Kampagne sind im Jahr 2020 fünf Millionen Kinder gegen Polio geimpft worden sowie 600.000 Kinder gegen Masern.  

Mobile Teams bringen die Hilfe dabei selbst in von der Außenwelt nahezu abgeschnittene Gegenden und lassen sich weder von Frontlinien, noch durch hohe Berge und tiefe Täler aufhalten!

Nepal: UNICEF-Helfer kämpfen sich durch unwegsames Gelände
© UNICEF/UNI199133/Panday UNICEF/UNI199145/Panday

Unwegsames Gelände ist kein Hinderungsgrund: UNICEF-Helfer*innen in Nepal transportieren Impfstoffe gegen Masern und Röteln in die Provinz Gorkha. Nach Naturkatastrophen wie dem schweren Erdbeben 2015 breiten sich Krankheiten oft in rasender Geschwindigkeit aus. Es fehlt vor allem an sauberem Trinkwasser und hygienischen Toiletten – zwei wichtige Dinge, wenn es um die Vermeidung von Krankheiten geht. Um Kinder zu erreichen, müssen die Helfer*innen durch bergiges Gelände und reißende Fluten.

kein Fortbewegungsmittel undenkbar ...

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Mamadou Kassé reist mit seinem Eselskarren kilometerweit, um auch entlegene Dörfer mit den wichtigen Impfstoffen zu erreichen. Die Familien mit Kindern warten auf ihn und sein Team – sie wissen: Auf ihn ist Verlass. Mopti gehört zu den Regionen Malis mit dem niedrigsten Impfniveau für Kinder – nur 37 Prozent der Kinder hier sind geimpft.

Umso wichtiger ist Mamadous Job! Der mobile Einsatz von Impfstoffen gehört zu den Lösungsansätzen, die UNICEF und seine Partner entwickelt haben, um jedes noch so entlegend wohnende Kind zu erreichen. 

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Oyunchimeg und seine Gesundheitshelfer reiten auf Rentieren – richtig gelesen: auf RENTIEREN – bis in den tiefsten Norden der Mongolei, bevor der Winter einbricht. Sie wollen Kinder aus einer nomadischen Hirtengemeinschaft impfen, die fernab der Städte wohnen.

"Ich liebe es, in ländliche Gebiete zu reisen. Ich kenne diese Wälder wie meine Westentasche und ich reite gerne hierher, um den Menschen zu helfen", sagt er. 

kein Fluss zu breit ...

Oft brauchen aber auch Kinder Hilfe an Orten, die so abgelegen sind, dass man sie per Hubschrauber nicht erreichen kann. Unseren Helfern ist kein Weg zu weit oder zu gefährlich, wenn es um den Einsatz für Kinder geht.

© UNICEF/UNI184260/Lucky8 LLC

Drahtseilakt: Ein Träger mit einer Kühlbox auf dem Rücken überquert vorsichtig einen Fluss in Indien. Eine heikle Aufgabe – und schnell sein müssen die UNICEF-Helfer*innen auch noch: Selbst bei tropischen Temperaturen müssen die Impfstoffe kühl bleiben.

2019 hat UNICEF fast die Hälfte aller Kinder weltweit mit lebensrettenden Impfstoffen versorgt. Von den UNICEF-Warenlagern aus reisen sie in jeden noch so entfernten Winkel der Welt. Kinder, die geimpft sind, haben bessere Überlebens- und Entwicklungschancen – egal, wo sie leben.

Diese Arbeit hat sich ausgezahlt: In Indien ist die Kinderlähmung seit 2014 besiegt, Tetanus bei Neugeborenen und Müttern seit 2015. 

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Andere Helfer*innen sind mit dem Fahrrad unterwegs. Und wenn es wegen eines Flusslaufs nicht weitergeht, wird das Rad eben kurzerhand geschultert! Pragmatisch und mit einer großen Portion Leidenschaft und Wille erreicht dieser Gesundheitshelfer aus der Demokratischen Republik Kongo jedes Dorf.

Nepal: Zwei Träger überqueren einen Fluss über eine Brücke
© UNICEF/UNI199159/Panday

Was die Auslieferung von Impfstoffen angeht, gilt Nepal als eines der härtesten Pflaster. Um Kinder zu erreichen, machen Gesundheitshelfer*innen und Träger*innen selbst vor hohen Bergen und reißenden Flüssen nicht Halt.

Die Impfstoffe nur abzuliefern ist nicht genug. Um ihre Wirksamkeit zu erhalten, müssen sie in einer speziellen Impfbox kühl gehalten werden. Wenn etwas schiefgeht und die Kühlkette unterbrochen wird, war der lange harte Weg umsonst.

Es ist nicht leicht, aber wir dürfen nicht aufgeben. Trotz aller Fortschritte sterben auch heute noch jeden Tag Tausende Kleinkinder, weil sie keine medizinische Versorgung erhalten und nicht geimpft sind. 

keine Straße zu lang und einsam ...

Pakistan: Ein Jeep transportiert Impfstoffe auf dem Dach
© UNICEF/UNI159314/Zaidi

Auf dem Dach transportiert ein Jeep eine Box mit Polio-Impfstoffen in eine einsame Gegend Pakistans. Selbst bei großer Hitze hält der Behälter seine wertvolle Fracht kühl.

Das breite UNICEF-Netzwerk für Kinder funktioniert immer und überall. Auch dort, wo Armut, Benachteiligung und große Entfernungen das Gesundheitssystem zusammenbrechen lassen, machen die lokalen freiwilligen UNICEF-Helfer den Unterschied: Menschen aus der Region zu schulen und mit der notwendigen Ausrüstung auszustatten, um Kinder impfen zu können, ist eine nachhaltige Langzeitstrategie, die besonders armen Gemeinden hilft.

kein Wasser zu tief ...

Tansania: Impfstoffe werden mit dem Boot auf die Insel Sansibar gebracht
© Gavi Path/Doune Porter

Gesundheitshelferinnen bringen Impfstoffe zu den Kindern auf der Insel Sansibar. Dank der Unterstützung von Gemeinden, Organisationen und Regierungen kann UNICEF jedes Jahr Kindern durch Impfungen das Leben retten.

Weite Entfernungen sind nicht das einzige Hindernis. UNICEF arbeitet mit Dorfbewohnern zusammen, um Mythen und hartnäckige Vorurteile auszuräumen und sicherzustellen, dass Familien von der Wirksamkeit des Impfens erfahren.

© UNICEF/UNI144216/Zaidi

In dieser pakistanischen Provinz führt der Weg zu den Kindern nur über den 3180 Kilometer langen Fluss Indus. Also kommen diese Gesundheitshelferinnen per Boot.

Dieses UNICEF-Team ist eines von den Tausenden, die seit 1998 an der Ausrottung von Polio in 122 Ländern beteiligt waren. Ein unglaublicher Erfolg, dank eines der effektivsten und kostengünstigsten Mittel, Kinderleben zu retten.

keine Räder zu langsam ...

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Geeta Female liefert den Impfstoff von UNICEF per Motorrad aus – bis in die entlegensten Gebiete und auch, wenn die Straßen mit einem Roller noch so unwegsam erscheinen. 

Heute sind mehr Kinder vor gefährlichen Krankheiten geschützt denn je. Aber es gibt noch viel zu tun: Mehr als ein Drittel der Kinder, die nicht ausreichend gegen Diphtherie, Masern, Tetanus und Keuchhusten geimpft worden sind, leben in Indien. Helfer und Helferinnen wie Geeta sind Teil der Lösung.  

Bangladesch: Johrul transportiert mit seinem Fahrrad wichtige Impfstoffe
© UNICEF Bangladesh/Akash

Fahrrad-Bote Johrul Islam aus Bangladesch nimmt seinen Job sehr ernst. Es gibt einen guten Grund: Er rettet Kinderleben. "Meine Aufgabe ist sehr wichtig", sagt Johrul. "Diese Kühlboxen mit Impfstoffen von UNICEF müssen sicher ankommen."

keine Anreise zu weit ... 

Südsudan: Ein Flugzeug mit Hilfsgütern wird entladen
© UNICEF/UNI122541/Sokol

Kinder im Südsudan beobachten, wie ein Flugzeug entladen wird. Die Hilfsgüter von UNICEF haben eine lange Reise hinter sich.

Südsudan: Frauen transportieren Kisten mit Impfstoffen durch die Straßen
© UNICEF/UN055430/Modola

Frauen tragen frisch eingetroffene Kisten mit lebensrettenden Impfstoffen. Dieses Dorf im Südsudan ist nur per Flugzeug erreichbar. Auch unmittelbar nach der Unabhängigkeit des jüngsten Landes der Erde und bevor der Krieg wieder ausgebrochen war, war Südsudan einer der am schwierigsten zugänglichen und gefährlichsten Orte für die Impfhelferinnen und Impfhelfer. Die Straßen sind unsicher und Reisen riskant. 

Wenn alles andere nicht mehr geht und die Zeit drängt, helfen sogenannte "Rapid Response Missions". Zu Fuß, per Boot, mit Flugzeugen und Hubschraubern versorgen mobile UNICEF-Teams die notleidende Bevölkerung in Extrem-Situationen mit dem Nötigsten und impfen die Kinder. 

... kein Ort zu gefährlich.

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Afia impft ein Kind in einer alten Militärkaserne im Süden Afghanistans. Afia ist 19 Jahre alt und eine von 70.000 freiwilligen Helferinnen. Sie arbeitet in einer der größten Frauenorganisationen in Afghanistan: einem Nationalteam, das sowohl von UNICEF als auch von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt wird und Polio bekämpft. Afia reist durch ihre Gemeinde, klärt auf und impft – weil sie der Meinung ist, dass kein Kind durch Polio gelähmt werden sollte!

Impfungen retten Kinderleben – helfen Sie mit Ihrer Spende

So unspektakulär sie uns erscheinen mögen: Impfungen retten unbestreitbar Leben und verhindern jedes Jahr Millionen Todesfälle! Unterstützen Sie deshalb die UNICEF-Arbeit im Bereich Gesundheit und Entwicklung.

Hierbei zählt jeder Cent, denn eine Dosis Impfstoff kostet nicht mal einen Euro.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Blog ist eine freie Adaption von Rashini Suriyaarachchi's Beitrag, der hier erschien. Dieser Blog wurde mehrfach für Sie aktualisiert.

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