
Weltmädchentag 2026: Elf Fakten zum internationalen Mädchentag
Am 11. Oktober ist der internationale Mädchentag! In diesem Blogbeitrag haben wir die wichtigsten Fakten darüber zusammengestellt, mit welchen Benachteiligungen Mädchen weltweit immer noch zu kämpfen haben – und was sie bewegen können, wenn man ihnen die Chance dazu gibt.
von Lilian Sekkai und Ninja Charbonneau
Das Wichtigste in Kürze
- Der internationale Weltmädchentag am 11. Oktober macht auf die Rechte und Stärken von Mädchen aufmerksam und setzt sich für gleiche Chancen ein.
- Elf Fakten zeigen, welchen Benachteiligungen Mädchen weltweit ausgesetzt sind – etwa beim Zugang zu Bildung, durch mehr unbezahlte Hausarbeit sowie durch gesundheitliche Risiken, Kinderehen und geschlechtsspezifische Gewalt.
- UNICEF unterstützt Mädchen unter anderem durch sichere und inklusive Bildungsangebote, Maßnahmen zur Menstruationsgesundheit, Schutz vor Gewalt und Kinderehen, damit Mädchen ihre Rechte wahrnehmen und ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten können.

Seit 2012 wird jedes Jahr am 11. Oktober weltweit der Internationale Mädchentag gefeiert.
© UNICEF/UN0884611/YevtushenkoWas ist der Weltmädchentag?
Der internationale Tag der Mädchen, auch Weltmädchentag genannt, findet jedes Jahr am 11. Oktober statt. Der Tag dient dazu, Mädchen auf der ganzen Welt zu feiern und ihren Stimmen und ihrem Handeln mehr Gehör zu verschaffen.
Der internationale Mädchentag ist besonders wichtig, um sich für die Rechte von Mädchen einzusetzen. Denn der Weltmädchentag soll auf die besonderen Herausforderungen aufmerksam machen, mit denen Mädchen weltweit konfrontiert sind, und ihre Rechte stärken. Dazu gehören etwa der Einsatz für Bildung von Mädchen, der Einsatz gegen Kinderheirat und geschlechtsspezifische Gewalt, gegen Diskriminierung und für die Förderung von Gesundheit.
Alle Kinder haben die gleichen Rechte - aber Mädchen noch nicht die gleichen Chancen
Eine wichtige Bemerkung vorab: UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, dass alle Kinder - unabhängig vom Geschlecht - die gleichen Chancen haben, denn alle Kinder haben auch die gleichen Rechte. Wir sind davon überzeugt, dass die Gleichstellung der Geschlechter nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht ist, sondern auch eine notwendige Grundlage für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Welt. Auch die Kinderrechte lassen sich nur verwirklichen, wenn alle Kinder unabhängig vom Geschlecht gleichermaßen geschützt und gefördert aufwachsen.
Von den auch heute noch bestehenden Ungleichheiten sind Mädchen übermäßig betroffen. Zum Weltmädchentag wollen wir aber nicht nur auf die Benachteiligungen und Probleme schauen, vor denen Mädchen stehen, sondern auch auf ihre besonderen Fähigkeiten. Und wir wollen Vorbilder feiern, die sich für sich für Mädchenrechte stark machen.

Mädchen in der Schule in Äthiopien. In der Region Tigray unterstützt UNICEF Schulen dabei sichere Räume für Mädchen zu schaffen, in denen sie selbstbewusst lernen können.
© UNICEF/UNI992254/BizuwerkFakten über Mädchen zum Weltmädchentag am 11. Oktober
1. Wie viele Mädchen gibt es auf der Welt?
Rund 2,4 Milliarden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben derzeit auf der Erde (Stand 2025) – jeweils etwa die Hälfte von ihnen männlich und weiblich. Damit leben rund 1,1 Milliarden Mädchen unter 18 Jahren weltweit (Stand 2025).
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines heute geborenen Mädchens ist 76 Jahre (bei Jungen 71 Jahre). Allerdings können Frauen, die in einem Land mit geringem Einkommen geboren werden, mit einer durchschnittlich etwa 20 Jahre kürzeren Lebenszeit rechnen als Frauen in einem wohlhabenden Industrieland. Zudem gefährdet Armut die Gesundheit, Ernährung, Entwicklung und Lebenserwartung von Kindern allgemein. Weltweit leben über 400 Millionen Kinder in extremer Armut.
Die Lebenserwartung eines heute in Deutschland geborenen Mädchens liegt bei rund 83 Jahren (bei Jungen sind es etwa 79 Jahre). Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 in Deutschland 654.200 Kinder geboren, davon fünf Prozent mehr Jungen als Mädchen.

Jue Jue San (7) und ihre Mutter zu Hause in ihrem kleinen Dorf in Myanmar. Jue Jue San putzt ihre Zähne.
© UNICEF/UNI1000704/Ahkhee Chel2. Mädchen werden diskriminiert
Es gibt viele Formen von Diskriminierung – zum Beispiel, wenn Mädchen in ihrer Familie weniger wertgeschätzt werden, weniger selbst bestimmen dürfen und weniger Freiheiten haben. Ein besonders extremes Beispiel für Diskriminierung ist, dass aktuell 2,6 Millionen Mädchen in Afghanistan keine weiterführende Schule mehr besuchen dürfen.
Aber häufig ist die Benachteiligung von Mädchen weniger offensichtlich. Diskriminierung kann schon vor der Geburt beginnen, wenn Eltern sich für die Abtreibung eines gesunden Kindes entscheiden, nur weil es weiblich ist. In vielen Gesellschaften ist auch das Thema Menstruation nach wie vor ein Tabu. Das kann dazu führen, dass Mädchen während ihrer Periode zum Beispiel nicht zur Schule gehen können. Doch es gibt auch positive Beispiele, wie etwa Elismar, die auf dem folgenden Bild zu sehen ist.

Elismar (11) und ihre Klasse brechen in Venezuela Tabus rund um die Menstruation: Gemeinsam nähen sie wiederverwendbare Binden. UNICEF unterstützt Mädchen und Frauen durch Möglichkeiten wie diese während ihrer Menstruation.
© UNICEF/UNI793144/Pocaterra3. Viele Mädchen erhalten schlechte Bildung
Weltweit sehen sich Millionen Mädchen und junge Frauen noch immer Hindernissen gegenüber, die ihren Zugang zu Bildung, Beschäftigung und Ausbildung begrenzen. Obwohl 2023 sowohl im Grundschulalter (35 Millionen im Vergleich zu 36 Millionen) als auch bei weiterführenden Schulen (88 Millionen im Vergleich zu 92 Millionen) mehr Jungen als Mädchen nicht zur Schule gingen, schlossen noch immer 4 von 10 jugendlichen Mädchen keine weiterführende Schule ab.
In ihren Bildungschancen benachteiligt sind Mädchen vor allem in Südasien und Subsahara-Afrika – der einzigen Region, in der in allen Bildungsstufen weniger Mädchen als Jungen die Schule abschließen. In Südasien ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren weder zur Schule gehen noch einer Arbeit nachgehen oder eine Ausbildung absolvieren, dreimal so hoch wie bei Jungen.

Ein wichtiges Anliegen für Mädchen ist Bildung. Deborah Amanuel (5) aus Äthiopien hat heute ihren ersten Schultag und freut sich riesig darauf zu Lernen.
© UNICEF/UNI711185/BizuwerkAllgemein tritt ab einem Alter von 15 Jahren die Ungleichberechtigung deutlich zutage: Jugendliche Mädchen und junge Frauen sind mehr als doppelt so häufig von Bildung und Beschäftigung ausgeschlossen wie ihre männlichen Altersgenossen.
Faktoren wie Klimawandel, Menstruation oder familiäre Verpflichtungen wie Wasser holen tragen ebenso dazu bei, dass Mädchen nicht zur Schule gehen können. In Krisensituationen – zum Beispiel nach einer Naturkatastrophe oder in Kriegen – ist die Bildung von Mädchen besonders betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einer solchen Notlage nicht mehr zur Schule gehen, ist mehr als doppelt so hoch wie bei Jungen.
In fragilen, von Konflikten und Gewalt geprägten Kontexten ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mädchen keine weiterführende Schule besuchen, um fast 90 Prozent höher als bei Mädchen in stabilen Kontexten.

Schülerinnen auf einem Schulhof im Jemen lächeln selbstbewusst in die Kamera.
© UNICEF/UNI42616428 Prozent der Mädchen im Alter von 15 bis 24 Jahren sind weder in der Schule noch gehen sie einer bezahlten Beschäftigung oder Weiterbildung nach. Diese schlechte Startposition für das Arbeitsleben trifft nur auf 13 Prozent der Jungen zu.
Vorurteile und Gender-Stereotype tragen dazu bei, dass Mädchen nach wie vor schlechter in Mathematik abschneiden. Vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen gibt es außerdem eine digitale Kluft zwischen weiblichen und männlichen Teenagern und jungen Erwachsenen. Mädchen und junge Frauen haben im Durschnitt mit 35 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit digitale Kenntnisse – darunter einfache Fähigkeiten wie das Versenden einer E-Mail. Bis zu 90 Prozent der Mädchen und jungen Frauen haben keinen Zugang zum Internet, verglichen mit 78 Prozent ihrer männlichen Altersgenossen.

Nicht nur die Jungs, auch die Schülerinnen verbringen gerne Zeit im naturwissenschaftlichen Labor ihrer Schule in Indien. Inspiriert durch den Unterricht träumen sie davon, eine Karriere in der Wissenschaft einzuschlagen. Gender-Stereotype können dazu beitragen, dass Mädchen in Mathematik und Naturwissenschaften schlechter abschneiden. UNICEF fördert eine vorurteilsfreie und inklusive Bildung für alle Kinder.
© UNICEF/UNI915375/Bildung ist aber nicht nur wichtig, um später einen guten Beruf ergreifen zu können: Schule ist auch der beste Schutz der Mädchen, zum Beispiel vor Frühehen oder Zwangsehen. Nur ein einziges Jahr auf einer weiterführenden Schule kann die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mädchen zur Heirat gezwungen wird, um fünf Prozentpunkte oder mehr verringern.

Hawa und Koumba blicken selbstbewusst in die Kamera. Die beiden 15-Jährigen sind die ersten Mädchen in ihrem Dorf Gourel-Ceno-Dedji in der Region Kayes im Westen von Mali, die eine grundlegende Schulausbildung abgeschlossen haben. Auch dank der Fahrräder war der Schulweg für Hawa und Koumba kein Problem mehr.
© UNICEF/UNI693557/Dicko4. Mädchen müssen mehr im Haushalt arbeiten
Kochen, sauber machen, sich um Geschwister kümmern oder Wasser holen – mit diesen Arbeiten verbringen schon kleine Mädchen im Alter von fünf bis neun Jahren 30 Prozent mehr Zeit als Jungen gleichen Alters. Dieses Ungleichgewicht wird mit der Zeit noch größer: In der Altersgruppe von 10 bis 14 Jahren machen Mädchen doppelt so viele Arbeiten rund um den Haushalt wie Jungen.
Rechnet man beide Altersgruppen zusammen, machen Mädchen zwischen 5 und 14 Jahren 160 Millionen Stunden unbezahlte Care- und Haushalts-Arbeit mehr als Jungen – und zwar jeden Tag! Hausarbeit wird oft übersehen und wenig wertgeschätzt. Von anderen Formen der Kinderarbeit bis hin zu schwerer körperlicher Arbeit sind Jungen mehr betroffen.

Nariman (13) beim Spülen des Geschirrs. Sie hilft ihrer Mutter in einem kleinen Ort im Sudan im Haushalt und dabei, auf die Geschwister aufzupassen.
© UNICEF/UNI942015/Saif5. Mädchen haben Nachteile bei Ernährung und Gesundheit
Für weibliche Teenager ist die Gefahr, sich mit HI-Virus zu infizieren, deutlich höher als für Jungen: 70 Prozent der 15- bis 19-Jährigen, die sich weltweit mit dem HI-Virus neu infiziert haben, sind weiblich.
Acht Prozent der heranwachsenden Mädchen (10 bis 19 Jahre) sind untergewichtig. Gleichzeitig betrifft 45 Prozent der erwachsenen Frauen Übergewicht. Ein Drittel der Mädchen und Frauen weltweit haben Anämie und zwei Drittel einen Mangel an wichtigen Nährstoffen.

Lidia und ihre Freundinnen werden in ihrer Gemeinde gesundheitlich unterstützt. Die Ärztin kann auf die Bedürfnisse der jungen Frauen und Mädchen eingehen.
© UNICEF/UNI998101/Bizuwerk6. Millionen Mädchen sind von Genitalverstümmelung betroffen

In Guinea macht sich Diariou Barry (19) gemeinsam mit Menschen aus ihrer Gemeinde für Frauen und Mädchen stark. „Ich bestimme meine Zukunft“, sagt sie. Das ist nicht selbstverständlich. Zahlreiche Mädchen müssen vor Kinderehen und FGM, Genitalverstümmelung, geschützt werden.
© UNICEF/UNI842660/DejonghWeltweit gibt es schätzungsweise über 230 Millionen Frauen und Mädchen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind. Schätzungen von UNICEF zeigen einen Anstieg um 15 Prozent seit 2016. In einem Jahr sind demnach 4,4 Millionen Mädchen durch weibliche Genitalverstümmelung (früher „Mädchenbeschneidung" und teilweise „FGC- female genital cutting“ genannt) gefährdet.
Die meisten betroffenen Mädchen und Frauen (144 Millionen) leben in afrikanischen Ländern, gefolgt von 80 Millionen in Asien und sechs Millionen im Nahen Osten. In Somalia (99 Prozent) und Guinea (95 Prozent) erleiden fast alle Mädchen Genitalverstümmelung. Auch in Ägypten, Dschibuti, Eritrea, Gambia, Mali, Sierra Leone und im Sudan ist die Zahl der betroffenen Mädchen sehr hoch.
Auch wenn es Fortschritte gibt, findet ein Umdenken teilweise nur langsam statt und selbst Frauen erheben sich nicht gegen die Tradition. Meist ist das verbunden mit strengen gesellschaftlichen Normen und Strukturen und mit der Sorge, dass die eigenen Töchter sonst nicht als heiratsfähig gelten und ausgeschlossen werden.
7. Mädchen leiden unter Kinderehen
Wie viele Zwangsehen, Frühehen oder Kinderehen genau geschlossen werden, ist nicht bekannt, da sie fast überall verboten sind. Heute leben rund 650 Millionen Mädchen und junge Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet waren – das ist etwa jede Fünfte. UNICEF schätzt, dass jährlich zwölf Millionen Mädchen verheiratet werden. Im Durchschnitt wird alle drei Sekunden irgendwo auf der Welt ein Mädchen verheiratet.
Die meisten Frühehen werden im südlichen Asien und in Subsahara-Afrika geschlossen. In Indien lebt ein Drittel der verheirateten Mädchen. Dennoch ist in der Region ein Rückgang an Kinderehen zu verzeichnen. In Subsahara-Afrika sind Kinderehen am weitesten verbreitet, doch auch hier gibt es eine langsame Entwicklung zu weniger Kinderehen. Kinderehen kommen auch bei Jungen vor, jedoch sind sie bei Mädchen fünf Mal so häufig.

Bibi Hafsa (17) lebt in einer armen Region von Bangladesch und wurde schon mit elf Jahren verheiratet. Mit 13 bekam sie ihr erstes Kind, das eine schwere Behinderung hat. Mit 17 ist sie inzwischen zweifache Mutter.
© UNICEF/UN0821454/MapMädchen, die als Minderjährige verheiratet werden, gehen meist danach nicht mehr zur Schule, sondern müssen sich um den Haushalt kümmern und werden früh Mütter. Zugleich werden Mädchen aus ärmeren, ländlichen Haushalten mit wenig Zugang zu Bildung stark von Kinderheirat bedroht. Mädchen mit mindestens einem Sekundarschulabschluss heiraten mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit früh, und wenn alle Mädchen die Sekundarschule abschließen würden, könnte die Kinderheirat um etwa 66 Prozent zurückgehen.
Viele junge Ehefrauen (ungefähr eine von vier) geben an, dass sie physischer und sexueller Gewalt durch ihren Ehemann ausgesetzt sind.
In diesem Jahr hat der internationale Mädchentag das Motto „Kinderehen beenden und in die Rechte von Mädchen investieren“ (auf Englisch; „end child marriage and invest in girls’ rights“). Dieses Thema wurde in Absprache mit Mädchen entwickelt. Gemeinsam forderten sie dringende Maßnahmen zur Beendigung von Kinderheirat und Investitionen in die Rechte von Mädchen.
Übrigens sind Kinderehen nicht nur eine Verletzung der Kinderrechte, sondern haben auch wirtschaftliche Nachteile für die Gesellschaft: Laut einer Studie des International Center for Research on Women und der Weltbank könnten Länder durch die Abschaffung von Kinderehen Milliardensummen einsparen.
8. Mädchen werden zu früh schwanger
Rund 13 Prozent aller jungen Frauen weltweit haben ihr erstes Baby bekommen, als sie selbst noch Kinder waren. Der globale Durchschnitt verdeckt, dass es regional – aber auch innerhalb eines Landes zum Beispiel je nach Wohnort, Einkommensverhältnis oder Bildungsgrad – große Unterschiede gibt.
Im südlichen Asien werden durchschnittlich zehn Prozent der Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag Mutter. In Subsahara-Afrika sind frühe Schwangerschaften noch weiter verbreitet: Rund 24 Prozent der Mädchen bringen als Minderjährige ein Baby zur Welt.
Auch wenn man sich Teenager-Schwangerschaften ansieht, werden die regionalen Unterschiede deutlich. Die Teenager-Schwangerschaftsrate bei 15- bis 19-jährigen Mädchen und Frauen lag 2023 im weltweiten Durchschnitt bei 39 von 1.000. In Subsahara-Afrika lag die Rate bei 95 pro 1.000 Mädchen und jungen Frau der Altersgruppe. Zum Vergleich: In Deutschland waren es sechs Teenagermütter pro 1.000 15- bis 19-jährige Mädchen.

Hajara Mwajuma (18) war 16 Jahre alt, als sie ihr Kind bekam. Sie lebt mit ihrer Mutter in einer Unterkunft für Geflüchtete in Uganda. Von UNICEF bekam sie Bargeldhilfen. Dank dieser sorgt sie nun mit dem Verkauf von selbstgebackenen Kuchen für ihr Kind und ihre Mutter, die aufgrund einer Behinderung Unterstützung benötigt.
© UNICEF/UNI863136/RutherfordEin großes Problem: Viele Mädchen und Frauen sind in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt und können zum Beispiel nicht frei über ihre Sexualität und ihren Körper entscheiden. Es fehlt unter anderem an Aufklärung. Global haben etwa 63 Prozent der Teenager-Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren Zugang zu ausreichenden moderne Verhütungsmethoden. Allerdings sind große regionale und globale Unterschiede zu erkennen.
Frühe Schwangerschaften können gravierende Folgen für die Gesundheit der Mädchen und für ihre gesamte weitere Entwicklung haben. Unter jugendlichen Mädchen (15 bis 19 Jahre) sind Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt häufige Todesursachen. Sie können außerdem zu lebenslangen körperlichen Beeinträchtigungen führen.
Frühe Schwangerschaften führen häufig auch dazu, dass Mädchen die Schule abbrechen müssen und sozial ausgegrenzt werden. Schwangere Mädchen – wenn sie nicht schon in einer Kinderehe sind – werden häufig zu einer Heirat gezwungen.

Esperança aus Mosambik fand mit 15 Jahren heraus, dass sie schwanger ist. Mittlerweile ist sie Mutter einer sieben Monate alten Tochter. Sobald ihre Familie erfuhr, dass sie schwanger ist, zwang sie sie zu heiraten; dank der Intervention von UNICEF wurde sie aus der Kinderehe befreit. Ihr Traum ist es Krankenschwester zu werden.
© UNICEF/UNI735834/Gabriel9. Mädchen erleben Gewalt
Die Zahlen sind gravierend: Über 370 Millionen der heute lebenden Mädchen und Frauen weltweit – oder eine von acht – wurden laut einer UNICEF-Analyse vor ihrem 18. Lebensjahr vergewaltigt oder haben einen sexuellen Übergriff erlebt. Wenn „berührungslose“ Formen sexualisierter Gewalt wie Online- oder verbale Gewalt einbezogen werden, steigt die Zahl der betroffenen Mädchen und Frauen weltweit auf 650 Millionen – oder eine von fünf.

Taina (Name geändert, 15) ist Überlebende von sexualisierter Gewalt. Bewaffnete Männer brachen in das Haus ihrer Tante in Haiti ein, entführten sie und steckten das Haus in Brand. Nach über einer Woche gelang ihr die Flucht. Bei einer Partnerorganisation von UNICEF erhält sie Unterkunft sowie medizinische und psychologische Hilfe.
© UNICEF/UNI425896/JosephOft ist der Täter jemand aus dem nahen Umfeld des Mädchens – oder sogar der eigene Freund oder Ehemann. Basierend auf globalen Daten aus dem Jahr 2024 sagen fast 50 Millionen jugendliche Mädchen und somit jedes sechste Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten körperliche und/ oder sexualisierte Gewalt durch den Partner erlebt haben.
Mädchen mit Behinderungen sind – im eigenen Zuhause oder außerhalb – besonders gefährdet, Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch zu erleben.
Im Jahr 2024 ist die Zahl der verifizierten Fälle von Vergewaltigung und anderen Formen sexualisierter Gewalt gegen Kinder in Konfliktgebieten um 35 Prozent gestiegen. Mädchen sind hier in besonders großer Gefahr durch geschlechtsspezifische Gewalt. Zum Beispiel hören wir aus dem Kriegsland Sudan immer wieder schreckliche Berichte über Vergewaltigungen und andere Formen der sexualisierten Gewalt gegen Mädchen und Frauen, die als Kriegstaktik eingesetzt wird.
Auch in der Demokratischen Republik Kongo gibt es Berichte über sexualisierte Gewalt einschließlich Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, Zwangsheirat und sexueller Sklaverei – meist waren davon Mädchen betroffen. Verschiedene bewaffnete Gruppierungen sind für die sexualisierte Gewalt verantwortlich. Insbesondere auch zu Beginn des Jahres 2025 erreichte das Ausmaß der sexualisierten Gewalt einen beispiellosen Höhepunkt: Während der intensivsten Kampfphase wurde jede halbe Stunde ein Kind vergewaltigt.

In einem Krankenhaus in Madagaskar bekommen Mädchen und Minderjährige, die sexualisierte Gewalt überlebt haben, medizinische und psychosoziale Hilfe.
© UNICEF/UNI977982/Andriantsoarana10. Mädchen sind Multiplikatorinnen!
Nach den vielen schlechten kommt jetzt eine gute Nachricht! Denn trotz der vielen Herausforderungen, denen Mädchen sich stellen müssen, bleiben sie optimistisch. Einer UNICEF-Studie aus dem Jahr 2024 zufolge gehen 80 Prozent der heranwachsenden Mädchen (15 bis 19 Jahre) davon aus, dass sich ihr Leben verbessern wird.
Es ist wichtig, dass sie auf ihrem Weg unterstützt und gefördert werden – und zwar nicht nur für ihre eigene Lebenszufriedenheit, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.
Denn junge Frauen, die länger zur Schule gehen, heiraten später und bekommen weniger und gesündere Kinder. Ihre Kinder wiederum gehen mit größerer Wahrscheinlichkeit später auch zur Schule. Zahlen gefällig? Studien zufolge führt jedes weitere Jahr, das ein Mädchen zur Schule geht, später zu einem durchschnittlich um zehn bis 20 Prozent höheren Einkommen. Wenn alle Mädchen in Entwicklungs- und Schwellenländern eine weiterführende Schule abschließen würden, rechnen die Expert*innen mit einem Rückgang der Kindersterblichkeit um die Hälfte.

Merveille (23) aus der Demokratischen Republik Kongo hat durch die Teilnahme an einem Mentoringprogramm finanzielle Unterstützung erhalten: „Ich investiere das Geld in die Verbesserung meiner Computer- und Englischkenntnisse sowie in mein Unternehmen zur Herstellung kostengünstiger, wiederverwendbarer Damenbinden. Ich möchte nicht nur Ärztin werden, sondern auch anderen Mädchen helfen, die in Armut leben und ihr Selbstvertrauen verloren haben, die Hoffnung nicht aufzugeben.“
© UNICEF/UNI608714/Shaka VumbiMädchen zu benachteiligen ist eine große Bürde für die ganze Gesellschaft. Das zeigt sich derzeit besonders drastisch in Afghanistan, dem einzigen Land, das Mädchen von Sekundarbildung ausschließt. Eine im April 2026 veröffentlichte UNICEF-Analyse zeigt, dass Afghanistan bis 2030 bis zu 20.000 Lehrerinnen und 5.400 weibliche Gesundheitsfachkräfte verlieren könnte.
Die Folgen reichen dabei weit über die betroffenen Mädchen und Frauen selbst hinaus: Durch eingeschränkte Bildungschancen für Mädchen und fehlende Erwerbsmöglichkeiten für Frauen hat das Land jährliche Verluste von schätzungsweise 84 Millionen US-Dollar. Kinder von Müttern ohne Bildung tragen ein erhöhtes Risiko für niedriges Geburtsgewicht, mangelnden Impfschutz und Wachstumsverzögerungen. Das setzt ohnehin überlastete Gesundheitssysteme zusätzlich unter Druck.

Glücklich strahlen die Mädchen in einer Grundschule ihrer Gemeinde in Afghanistan in die Kamera. Noch dürfen sie lernen und die Schule besuchen.
© UNICEF/UN0889873/KarimiIn Gesellschaften, in denen Mädchen und Frauen ein selbstbestimmtes, gleichberechtigtes und erfülltes Leben führen können, profitieren alle davon, auch Jungen und junge Männer.
Das zeigt sich in Ländern, die die Gleichstellung im Bildungsbereich – und durch Bildung – fördern. Dazu gehört auch ein Bildungssystem, das frei von negativen Geschlechterstereotypen ist. So ist in diesen Ländern die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Jungen die Schule abbrechen, sich kriminellen Banden anschließen oder von bewaffneten Gruppen rekrutiert werden.
11. Was für die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen getan wird
Schon gewusst? Mit den „nachhaltigen Entwicklungszielen“ oder „UN-Entwicklungszielen“ hat sich die Weltgemeinschaft sehr ehrgeizige Ziele gesetzt, die bis 2030 erreicht werden sollen. Dazu gehört auch die vollständige Gleichberechtigung der Geschlechter. Aber auch die anderen Ziele wie Ende der Armut, Bildung für alle und Frieden und Gerechtigkeit können nur erreicht werden, wenn Mädchen und Jungen gestärkt und gefördert werden.
UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, dass jedes Kind bestmöglich aufwachsen kann – das gilt natürlich für alle Kinder unabhängig vom Geschlecht. Dazu gehört, Gleichberechtigung zu fördern, für Mädchen- und Frauenrechte einzutreten und Mädchen in Bereichen zu unterstützen, in denen sie benachteiligt sind. UNICEF hilft Mädchen, in die Schule zu gehen und eine Ausbildung zu machen, setzt sich für den Schutz vor Gewalt und die Beendigung von schädlichen Praktiken wie Kinderehen und Genitalverstümmelung ein.
Wir helfen, Kinder, Jugendliche und junge Menschen zu beteiligen, und ermutigen sie, ihre Stimme zu erheben und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.

In Deutschland engagieren sich Jugendliche ehrenamtlich für UNICEF. Beim Youth Festival entwickelten die Ehrenamtlichen Ideen für Initiativen und Aktionen.
© UNICEF/UN0875853/Sachse-GrimmMädchen sind großartig – und Jungen auch!
Die bisher jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten war zum Zeitpunkt ihrer Ehrung ein Mädchen: Die damals 17-jährige Malala Yousafzai aus Pakistan. Genau wie Malala setzt sich die junge Syrerin Muzoon Almellehan für das Recht aller Kinder auf Bildung ein. Dafür wurde Muzoon zur jüngsten UNICEF-Botschafterin ernannt. Auch viele weniger bekannte Jugendliche setzen sich für ihre Rechte ein, auch in Deutschland, zum Beispiel bei UNICEF-Youth.
Häufige Fragen und Antworten zum Weltmädchentag
Der Weltmädchentag, auch internationaler Mädchentag genannt, feiert Mädchen weltweit und stärkt zugleich ihre Stimmen. An dem Tag wird unter anderem durch Aktionen gemeinsam für die Rechte von Mädchen eingestanden – etwa gegen Kinderheirat, geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung, und für Bildung und Gesundheit von Mädchen.
Der Weltmädchentag findet jedes Jahr am 11. Oktober statt. Der internationale Mädchentag 2026 findet am Sonntag, dem 11. Oktober 2026 statt. Das Motto des Aktionstags lautet: „Kinderehen beenden und in die Rechte von Mädchen investieren" (auf Englisch: „end child marriage and invest in girls’ rights“) – entwickelt gemeinsam mit Mädchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen weltweit.
Seit 2012 wird der internationale Mädchentag weltweit am 11. Oktober begangen. Der Aktionstag wurde 2011 von den Vereinten Nationen beschlossen. Der Aktionstag entstand aus dem dringenden Bedarf, Mädchen zu stärken, ihre Beteiligung zu fördern und Politik sowie Gesellschaft dazu zu bewegen, ihre Rechte zu schützen und gleiche Chancen für alle Kinder zu schaffen. Seitdem bündelt der Aktionstag jedes Jahr weltweit Aufmerksamkeit und Engagement für die Anliegen von Mädchen.
Mädchen sind weltweit mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Der Weltmädchentag macht diese sichtbar und ruft zum Handeln auf etwa für das Recht auf Bildung, Schutz vor Kinderheirat und Gewalt sowie für gleichberechtigte Teilhabe. Denn Mädchen zu stärken bedeutet, in eine gerechtere Zukunft für alle zu investieren.
Lesen Sie hier inspirierende Mädchengeschichten aus aller Welt und überzeugen Sie sich selbst, dass oft ganz einfache Mittel und Methoden helfen, um Mädchen stark zu machen!
Weltmädchentag: Mädchengeschichten aus aller Welt

Bild 1 von 6 | Diksha Rajput (16) spielt leidenschaftlich gern Cricket und nimmt regelmäßig an den Sportangeboten ihrer Schule in Rajasthan, Indien, teil. Die Schule schafft mit der Unterstützung von UNICEF ein gesundes und geschütztes Lernumfeld. Auch Computer- und naturwissenschaftliche Lernangebote sowie Solarenergie gehören zur Ausstattung. Diksha möchte Cricket später zu ihrem Beruf machen.
© UNICEF/UNI915403/
Bild 2 von 6 | Die sechzehnjährige Umn (gelbes Oberteil) bei der Arbeit. Gemeinsam mit ihrem Team repariert sie einen defekten Generator und hilft damit Menschen in ihrer Gemeinde im Sudan. Dank eines von UNICEF unterstützen Programms konnten Umn und andere junge Frauen zu Mechanikerinnen ausgebildet werden. In ihrem Dorf zeigen sie allen Bewohner*innen wie stark Frauen und Mädchen sind.
© UNICEF/UNI956363/Dawod
Bild 3 von 6 | Leen (13) liebt es Fußball zu spielen. An ihrer Schule in einer Unterkunft für Geflüchtete in Jordanien gab es lange keinen Sportplatz. „Jetzt können wir gemeinsam Fußball spielen,“ berichtet Leen. „Das hat unsere Einstellung zur Schule stark verändert.” Ihre Leidenschaft für Fußball teilt sie mit ihrem Vater. Er hat ihr das Spielen beigebracht und kommt stets, um sie anzufeuern. Der neue Schul-Sportplatz, der durch die Unterstützung von UNICEF gebaut werden konnte, bietet den Kindern einen sicheren Ort.
© UNICEF/UNI850868/El-Noaimi
Bild 4 von 6 | Bitte lächeln! Diese Teenager in Indien posieren hinter einem Foto-Rahmen mit Botschaften zu Geschlechter-Gleichstellung. Bei einem Fest waren Männer, Frauen und Kinder eingeladen, um auf spielerische Weise über ernste Themen wie Diskriminierung, Gewalt und Kinderehen ins Gespräch zu kommen – und deren Folgen für die Gemeinschaft zu überdenken.
© UNICEF/UN0853161/Magray
Bild 5 von 6 | „Saleema“ bedeutet so viel wie vollständig, intakt, gesund an Körper und Geist. Im Sudan machen sich Mädchen in Saleema Clubs, unterstützt von UNICEF, stark für das Ende von weiblicher Genitalverstümmelung. Der Saleema-Bus tourt durch Gemeinden, um durch Aufklärung zu einem Normenwandel beizutragen.
© UNICEF/UN0787144/Fathi
Bild 6 von 6 | Engagiert und fit: Wudnesh in Äthiopien ist aktives Mitglied eines Gender-Clubs an ihrer Schule. Hier zeigt sie eine Info-Broschüre und ein Eisenpräparat, denn sie litt vor der Einnahme selbst an Eisenmangel: „Ich hatte kaum Energie, wollte nicht zur Schule gehen, war müde und blass. Seit ich die Tabletten genommen habe, sind meine Symptome verschwunden. Jetzt habe ich Spaß am Leben und an der Schule!“
© UNICEF/UN0839694/Pouget
Sie wollen auch Mädchen unterstützen und ihnen Chancen ermöglichen?
Fördern Sie unsere weltweiten Mädchenprojekte dauerhaft: Gemeinsam helfen wir Mädchen langfristig und ganzheitlich mit Bildung, Schutz vor früher Ehe und Gewalt, Gesundheitsversorgung und vielem mehr.
***Redaktionelle Anmerkung: Dieser Blog ist zum ersten Mal zum Weltmädchentag 2014 erschienen und wurde seitdem von uns jedes Jahr aktualisiert. Wenn Sie sich für die Situation von Jungen interessieren, können Sie hier einige Schlüsselzahlen über die Lage von Jungen weltweit nachlesen.
Lilian Sekkai arbeitet im Presseteam und schreibt über UNICEF-Themen und Kinder weltweit.