KINDERSOLDATEN IN AFRIKA UND WELTWEIT
Dienstag, 12. Februar 2019, 10:00 Uhr
von Ninja Charbonneau | 15 Kommentare

Kindersoldaten: Opfer und Täter zugleich, Kinder ohne Kindheit

Kinder leiden am meisten unter Kriegen und Konflikten. Besonders grausam ist es, wenn Erwachsene sie in ihre Kriege verwickeln und dazu bringen, als Kindersoldat oder Kindersoldatin zu kämpfen und zu töten. Kinder werden aber nicht nur zum Kämpfen benutzt, sondern zum Beispiel als Späher, Koch, Träger, oder sie werden sexuell missbraucht. 

Jeder Einsatz von Mädchen und Jungen durch Armeen und bewaffnete Gruppen ist eine Verletzung von Kinderrechten, bei Kindern unter 15 Jahren gilt er sogar als Kriegsverbrechen. Wenn hier vereinfachend von "Kindersoldaten" die Rede ist, sind damit - so die offizielle Bezeichnung bei den Vereinten Nationen - alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren gemeint, die bewaffneten Streitkräften oder Gruppen angegliedert sind. 

UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, die Rekrutierung von Minderjährigen zu beenden, Kindersoldaten freizulassen und ihnen dabei zu helfen, ein neues, ziviles Leben anzufangen.

Im Südsudan und anderen Ländern wie der Zentralafrikanischen Republik oder der Demokratischen Republik Kongo gelingt es UNICEF und Partnern immer wieder, Kindersoldaten zu befreien. Aber Zehntausende Jungen und auch Mädchen werden immer noch als Kindersoldaten missbraucht. Sie sind Opfer und Täter zugleich, Kinder ohne Kindheit, und der Weg zurück in ein normales Leben ist schwer.

Am 12. Februar ist Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten – eine jährliche Erinnerung, dass noch viel passieren muss, um diese schwere Kinderrechtsverletzung endlich zu beenden.

KINDERSOLDATEN ERZÄHLEN UNICEF IHRE GESCHICHTE

Viele Kinder haben als Kämpfer jahrelang das Töten gelernt, sind aber nie zur Schule gegangen. Viele bewaffnete Gruppen setzen die Mädchen und Jungen ein, weil sie leichter zu manipulieren oder schlicht billiger sind als Erwachsene. Die Gründe, weshalb sich Minderjährige bewaffneten Gruppen anschließen, sind vielfältig: Teilweise werden Kinder entführt und mit Gewalt dazu gezwungen, in anderen Fällen nutzen Milizen die Armut und Not der Kinder aus.

Tom und andere befreite Kindersoldaten im Südsudan haben UNICEF-Mitarbeitern ihre Geschichte erzählt:

Kindersoldaten: Tom erzählt seine Geschichte

Tom war drei Jahre Kindersoldat im Südsudan.
© UNICEF/UN043977/Kolok

Als Tom (alle Namen geändert) mit 14 seine Waffe niederlegt, hat er drei Jahre voller Gewalterfahrung hinter sich – er war erst elf, als sein Dorf in Pibor überfallen wurde. "Ich erinnere mich noch daran, als ob es gestern wäre. Ich hörte überall Schüsse und schreiende Menschen. Häuser haben gebrannt. Gerade, als wir unser Haus verlassen wollten, wurden wir von Soldaten eingekreist. Sie haben meine älteren Brüder geschlagen und gefragt, ob sie Waffen hätten. Meine Eltern sind mit mir und den anderen jüngeren Kindern in den Wald gerannt. Aus unserem Versteck haben wir gesehen, wie die Männer unser Haus abgebrannt und meine älteren Brüder mitgenommen haben."

Es war nicht das erste Mal, dass Toms Dorf angegriffen wurde. Bei einem früheren Angriff war eine seine Schwestern getötet worden. "Ich konnte es nicht mehr ertragen, unschuldige Kinder und Frauen sterben zu sehen. Ich war sehr verbittert wegen des Tods meiner Schwester. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich etwas tun muss. Ich wollte mich wegen all der Morde rächen, vor allem an dem meiner Schwester, deshalb schloss ich mich der Cobra-Miliz an."

Toms Eltern waren damit einverstanden. Fast ein Jahr lang blieb er zunächst bei der Miliz. An den Tagen, an denen er nicht als Kämpfer gebraucht wurde, half er als Koch, Träger oder Wachtposten. 2014 schickte ihn der Kommandeur weg und sagte ihm, er solle zur Schule gehen. Aber als Toms Dorf zwei Jahre später erneut angegriffen wurde, wurde Tom wieder Kindersoldat. "Ich hatte keine Wahl: Entweder würde ich zur Cobra-Miliz gehen oder von den Regierungssoldaten getötet werden, also ging ich zur Cobra."

Kindersoldaten erzählen: Tom steht in einer Waldlichtung

Tom und seine Familie sind inzwischen wiedervereint.
© UNICEF/UN043976/Kolok

Anders als viele andere Kindersoldaten wurde Tom nicht zwangsrekrutiert – für ihn war die bewaffnete Gruppe ein Umfeld, in dem er etwas Schutz und regelmäßig zu essen bekam. Trotzdem ist der 14-Jährige heute traurig, wenn er an seine Zeit als Kindersoldat zurückdenkt: "Ich habe das Gefühl, dass ich drei Jahre meines Lebens verloren habe. Wenn ich zur Schule gegangen wäre, würde ich jetzt bald einen Abschluss machen."

Die verlorenen Jahre kann Tom zwar nicht nachholen, aber er bekommt jetzt eine zweite Chance. In einem von UNICEF unterstützten Interims-Zenter hat er Beratung und psychosoziale Hilfe erhalten. Inzwischen wurde er mit seiner Familie wiedervereint und hofft, dass er bald zur Schule gehen kann."Nie wieder! Nie wieder werde ich mich einer Miliz anschließen! Wenn es noch mal Kämpfe in meinem Dorf gibt, werde ich wegrennen und mich verstecken. Und wenn es ruhig ist, werde ich zur Schule gehen."

WO GIBT ES KINDERSOLDATEN?

Kindersoldaten weltweit

Kindersoldaten gibt es nicht nur in Afrika, sondern in vielen Ländern – obwohl die unfreiwillige Rekrutierung und die Beteiligung von Minderjährigen an Kampfhandlungen in den meisten Ländern verboten ist. Niemand weiß, wie viele Kindersoldatinnen und Kindersoldaten es weltweit tatsächlich gibt. 

Manche Schätzungen gehen von bis zu 250.000 Kindersoldaten weltweit aus, aber Beweise gibt es nur in deutlich weniger Fällen. Die Vereinten Nationen veröffentlichen jedes Jahr einen Bericht über Kinder in Konflikten, in dem auch die Zahlen für nachweislich rekrutierte Kinder genannt werden - und die Namen der dafür verantwortlichen Armeen oder bewaffneten Gruppen. Auf dieser sogenannten „Liste der Schande“ stehen momentan rund 50 Armeen und bewaffneten Gruppen. In 20 Ländern beziehungsweise Konfliktsituationen werden schwerste Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder begangen – dazu gehören die Rekrutierung von Kindersoldaten, aber auch die Tötung und Verstümmelung von Kindern oder Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser.

Kindersoldaten weltweit: Karte mit Ländern

Besonders viele Mädchen und Jungen werden von verschiedenen Gruppen in den langwierigen Konflikten im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik Kongo, in Somalia, in Syrien und im Jemen für ihre Zwecke missbraucht. Auch in Afghanistan,  Mali oder Myanmar werden Mädchen und Jungen als Kindersoldaten oder Helfer von bewaffneten Gruppen eingesetzt. Problematisch ist außerdem häufig der Umgang der Sicherheitskräfte mit Kindern und Jugendlichen, die wegen ihrer (vermeintlichen) Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Gruppe inhaftiert und teilweise misshandelt werden.

Aber es gibt auch Fortschritte: Rund 65.000 ehemalige Kindersoldaten konnten in den vergangenen zehn Jahren befreit werden.

19.000 Kindersoldaten allein im Südsudan

In Südsudan, dem jüngsten Staat der Erde, tobt seit Dezember 2013 ein blutiger Bürgerkrieg. Der Präsident und sein ehemaliger Stellvertreter, die zu verschiedenen Ethnien gehören, liefern sich seitdem einen erbitterten Machtkampf. Zwar haben die verfeindeten Gruppen 2018 (erneut) einen Friedensvertrag geschlossen, der zu einem Nachlassen der Kämpfe geführt hat, aber echten Frieden gibt es noch nicht. Schätzungen zufolge wurden Hunderttausende Menschen seit 2013 getötet, rund vier Millionen Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben – und schätzungsweise 19.000 Minderjährige wurden seit 2013 als Kindersoldaten rekrutiert.

kindersoldaten-afrika-junge-mit-waffe-suedsudan-UN0276001

© UNICEF/UN0276001/Rich/Photographer

Sowohl die Regierung als auch die Opposition im Südsudan haben Vereinbarungen unterschrieben, dass sie die Rekrutierung und den Einsatz von Kindern in Streitkräften und bewaffneten Gruppen beenden wollen. UNICEF setzt sich beharrlich bei allen Konfliktparteien dafür ein, dass sie ihr Versprechen auch umsetzen. Seit 2013 ist es gelungen, über 3.000 Mädchen und Jungen aus den Reihen von Armeen und Milizen zu befreien, allein 2018 waren es 955 Kinder. Sie werden registriert und in ein Programm aufgenommen, das ihnen Schritt für Schritt bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft hilft. 

WELTTAG GEGEN DEN EINSATZ VON KINDERSOLDATEN

Am 12. Februar 2002 trat das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Verbot des Einsatzes von Kindern als Soldaten in Kraft, deshalb wird jährlich am 12. Februar der Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten begangen. Bis heute sind ihm 168 Staaten beigetreten. Deutschland hat das Zusatzprotokoll im Dezember 2004 ratifiziert.

Kindersoldaten in Afrika: Ehemalige Kindersoldaten im Südsudan mit ziviler Kleidung

© UNICEF/UN0275981/Rich/Photographer

Das Abkommen hat weltweit Diskussionen angestoßen und Gesetzesänderungen bewirkt. Laut Zusatzprotokoll gilt die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren als Kriegsverbrechen. Mädchen und Jungen unter 18 Jahren dürfen nicht gegen ihren Willen eingezogen werden oder an Kampfhandlungen teilnehmen. Das Zusatzprotokoll hat viel bewirkt und unter anderem dazu beigetragen, dass Verantwortliche erstmals vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt wurden.

So wurde 2012 der kongolesische Milizenchef Thomas Lubunga vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt – ein wichtiges weltweites Signal. Auch Charles Taylor, der ehemalige Präsident von Liberia, wurde 2012 zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wurde eine Reihe von Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter der Einsatz von Kindersoldaten.

UNICEF-HILFE FÜR EHEMALIGE KINDERSOLDATEN

Der Weg zurück in ein normales Leben ist für ehemalige Kindersoldaten sehr schwer. Oft sind sie traumatisiert von dem, das sie erlebt haben – und selbst tun mussten. In manchen Fällen werden sie in ihren Familien und Dörfern als Mörder angesehen und können nur langsam wieder in die Gesellschaft integriert werden.

  • Wir setzen uns unermüdlich dafür ein, dass Kindersoldaten befreit werden und dass Regierungen Aktionspläne verabschieden und umsetzen, um neue Rekrutierungen zu verhindern.
  • UNICEF richtet Übergangszentren ein, in denen die Kinder und Jugendlichen bleiben können und medizinisch und psychologisch betreut werden. 
  • Wir helfen auch dabei, die Kinder und Jugendlichen wieder in die Schule zu bringen oder ihnen durch praktische Kurse verschiedene Arbeitsmöglichkeit nahe zu bringen – damit sie nicht bei nächster Gelegenheit und aus Mangel an Alternativen erneut als Kindersoldaten rekrutiert werden.
  • In Südsudan leistet UNICEF umfangreiche Nothilfe für die Flüchtlinge, versorgt sie mit Trinkwasser und richtet Kinderzentren und Notschulen ein.

Schützen Sie Kinder vor Gewalt und Ausbeutung!

Angst und Verzweiflung prägen den Alltag von Kindern, die als Kindersoldaten und Arbeiter ausgebeutet, in Konflikten und Notsituationen traumatisiert oder missbraucht werden. Sie können dafür sorgen, dass diese Kinder gesetzlichen Schutz und professionelle Hilfe bekommen!

Euro
Kinderschutz

GESCHICHTEN VON FÜNF WEITEREN KINDERSOLDATEN

Kindersoldaten: Ein Mädchen posiert mit einem Spielzeug-Gewehr

© UNICEF/UN0149464/Sokhin

Ein Mädchen in der Zentralafrikanischen Republik posiert im November 2017 nach ihrer Freilassung mit einem Spielzeug-Gewehr. Nachdem ihr älterer Bruder getötet worden war, floh sie und schloss sich einer Miliz an, die übersetzt „Ohne Gnade“ heißt. „Ich holte Wasser für sie und Feuerholz zum Kochen. Ich habe auch viele andere Sachen für sie gemacht, so dass sie mich brauchten und nicht gehen lassen wollten. Jetzt gehe ich wieder zur Schule und versuche, alles zu vergessen. Manchmal möchte ich über das sprechen, was passiert ist, aber dann mache ich es doch nicht.

Kindersoldaten: Junior wurde von der Anti-Balaka-Miliz mitgenommen

© UNICEF/UN0149463/Sokhin

„Junior“, 16, aus der Zentralafrikanischen Republik erzählt: „Früher haben wir hier friedlich mit unseren muslimischen Nachbarn zusammengelebt, aber nach Dezember 2013 wurde alles anders. Eines Morgens waren plötzlich Schüsse zu hören. Wir sind in den Wald geflohen, mein Bruder und ich, zusammen mit allen Dorfbewohnern. Die Anti-Balaka-Miliz hat mich mitgenommen und gesagt, sie wollten mich beschützen. Aber die Wahrheit ist, sie wollten nur jemanden, der für sie arbeiten kann.

Nach zwei Monaten konnte ich weglaufen und zur gleichen Zeit hat das von UNICEF unterstützte Programm begonnen. Ich wurde aufgenommen. Manchmal frage ich mich, was aus mir geworden wäre, wenn ich nicht in das Programm gekommen wäre.“ Junior besucht ein von UNICEF unterstütztes Wiedereingliederungs-Zentrum für Kinder, die bei bewaffneten Gruppen waren. Sie können dort unter anderem Handwerkskurse besuchen.

Kindersoldaten in Afrika und weltweit: Fimi aus der Demokratischen Republik Kongo hinter einem Vorhang

© UNICEF/UN0271319/Tremeau

Fimi (12) musste mit ansehen, wie ihre Mutter von Milizionären enthauptet wurde. Mit ihr würden sie das gleiche machen, wenn sie nicht mitkommt, drohten die Männer, die ihr Dorf in der Demokratischen Republik Kongo überfielen. „Als Soldaten der Regierung in das Dorf kamen, sind wir alle in den Wald geflohen“, erzählt Fimi. „Ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation kam zu uns und hat uns gesagt, dass wir rauskommen und uns ergeben sollen, dann würden wir nicht verhaftet werden.“

Fimi wurde in ein von UNICEF unterstütztes Transit- und Orientierungszentrum für ehemalige Kindersoldaten aufgenommen. Über das Zentrum konnte ein Onkel des Mädchens ausfindig gemacht werden, der sich um sie kümmert. 

Kindersoldaten in Afrika und weltweit: James, ehemaliger Kindersoldat aus dem Südsudan mit dem Rücken zum Betrachter

© UNICEF/UN0272621/Holt

James war beim Angeln mit seinen Freunden im Südsudan, als er von einer bewaffneten Gruppierung entführt wurde. Er war damals erst 13. Sie zwangen ihn, zu trainieren und zu kämpfen. Erst als er im Bein angeschossen wurde und man ihn zum Sterben einfach liegen ließ, konnte er gerettet werden. Mit Unterstützung von UNICEF konnte er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern wieder zusammengeführt werden – er hatte sie drei Jahre lang nicht gesehen. 

Die physischen und psychischen Wunden jedoch machen James immer noch zu schaffen. „Meine Beinverletzung ist immer noch ein Problem. Manche Leute nennen mich behindert, und das mag ich nicht. Ich habe Beratung bekommen, und das hilft mir. Wenn mich jetzt jemand wütend macht, antworte ich ruhig und nicht mit Gewalt.“ James versucht, seine Zeit als Kindersoldat hinter sich zu lassen. „Ich habe versucht, alles zu vergessen, was passiert ist. Wenn ich immer an meine Vergangenheit denken würde, würde ich verrückt werden, also gucke ich nach vorne. Ich möchte ein besserer Mensch sein, ich möchte ein Vorbild sein, eine Schule bauen und in einem Krankenhaus arbeiten.“

Kindersoldaten in Afrika und weltweit: Gabriel zeichnet Schaltkreise in ein UNICEF-Heft

© UNICEF/UN0272596/Holt

Gabriel aus dem Südsudan war 15, als er entführt wurde. „Ich war auf dem Weg zum Bauernhof unserer Familie. Fünf Männer mit Waffen sind plötzlich aufgetaucht. Ich dachte, sie würden mich töten. Sie haben mir eine Waffe gegen und mich trainiert. Sie haben mir gezeigt, wie man sich aufstellt, wie man entschärft und wie man schießt. Wir wurden geprüft, und wenn wir Fehler gemacht haben, wurden wir bestraft. Wir wurden oft geschlagen und haben viel gelitten.“

Noch bevor sein Training abgeschlossen war, wurden sie angegriffen. Gabriel erzählt: „Wir haben gerade Essen zubereitet, als wir laute Schreie gehört haben. Ich und die anderen in der Ausbildung wussten nicht, was wir tun sollten. Ich bin gerannt und habe mich versteckt, aber überall wurde geschossen. Ich wurde von einem Granatsplitter im Gesicht getroffen, darum bin ich jetzt auf einem Auge blind.“ 

Als der Kampf vorbei war, wurden die Verletzten in ein Krankenhaus gebracht und dort von den Soldaten allein gelassen. Für Gabriel war das sein Glück: Er lebt jetzt wieder mit seiner Familie zusammen und nimmt an einem Kurs teil, um Elektriker zu werden. Gabriel ist schwer traumatisiert: „Ich habe immer noch Alpträume von den Kämpfen. Es ist, als würde ich alles noch mal erleben – den Geruch, den Lärm, die Gewalt – es ist grauenhaft. Aber der Workshop hilft mir, nach vorne zu sehen und ich fühle, dass es Hoffnung gibt. Mein Traum ist, einen Job als Elektriker zu finden und meinem Vater zu helfen.

Kindersoldaten: Der Hoffnungsträger Ishmael Beah zwischen lauter Kindern

© UNICEF/UN034138/Torgovnik/Verbatim Photo Agency

Vom Kindersoldat zum Hoffnungsträger: Ishmael Beah, hier bei einem Besuch seiner früheren Grundschule in Sierra Leone, hat ein Buch über seine Zeit als Kindersoldat geschrieben („Rückkehr ins Leben“) und setzt sich heute mit UNICEF dafür ein, dass Kinder in Konflikten geschützt werden und zur Schule gehen können. 

AKTIONSTAG "RED HAND DAY" IN DEUTSCHLAND

UNICEF ruft bundesweit dazu auf, am 12. Februar beim Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten mitzumachen. Am "Red Hand Day" beteiligen sich jedes Jahr vor allem viele Kinder und Jugendliche und setzen mit einem roten Handabdruck ein Zeichen.

* Dieser Beitrag erschien zuerst am 16.04.2015. Wir haben ihn für Sie aktualisiert.

KOMMENTARE

  • 12. Juni 2018 12:58 Uhr

    Nur mit 'psycho-sozialer Hilfe', ohne trauma-fokussierte Kurzzeitpsychotherapie, zB Narrativer Expositionstherapie, wird die Reintegration and Rehabilitation der Kinder nicht voranschreiten.

  • 20. November 2017 20:37 Uhr

    Ich hoffe diese ganzen Kinder kommen über ihre schrecklichen Gedanken weg und können sich ein schönes neues Leben aufbauen ☺️

  • 11. Juni 2017 20:13 Uhr

    Ich selber würde wahrscheinlich zu einer Armee (vorausgesetzt sie begeht keine Verbrechen o.ä) gehen da ich zwar links aber dennoch militärisch motiviert bin. Allerdings würde ich nicht wollen das auch andere Jugendliche zur Armee gehen

  • 12. März 2017 15:09 Uhr

    Tom und seine FAMILEI sind inzwischen wiedervereint Rechtschreibung Korrigieren bidddeee

  • 26. Januar 2017 20:31 Uhr

    Ich finde sehr gut das ir die amen Kinder hilft

KOMMENTAR SCHREIBEN

Herzlich Willkommen im UNICEF-Blog! Für ein faires Miteinander beachten Sie bitte die Verhaltensregeln.
Wir verarbeiten Ihre Daten mit Ihrer Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 f DSGVO, damit Sie einen Kommentar hinterlassen können. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
*Pflichtfeld