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Gut zu wissen

Hungersnot, Ernährungskrise, Mangelernährung – Was ist das?

In Ländern wie Madagaskar, Äthiopien oder Jemen hungern Hunderttausende Menschen. Bilder von ausgemergelten Kindern sind immer wieder in den Nachrichten. Warum gibt es immer noch Hunger auf der Welt und wann spricht man von einer Hungersnot? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Freitag, 06.08.2021, 16:00 Uhr

von Ninja Charbonneau  •  11 Kommentare

Adut ist zu schwach, um alleine zu stehen oder zu laufen. Nach einer Malaria-Infektion ist das 14 Monate alte Mädchen müde und kraftlos. Als ihre Mutter Angelina sie in ein Ernährungszentrum im Südsudan bringt, ist sofort klar: Adut ist lebensbedrohlich mangelernährt. Allein im Südsudan kämpfen derzeit nach UNICEF-Schätzung über 300.000 schwer akut mangelernährte Kinder ums Überleben.

Hungersnot: Adut auf dem Arm ihrer großen Schwester Lydia (12)

Adut auf dem Arm ihrer großen Schwester Lydia (12), im Hintergrund die Mutter, Angelina. Adut (14 Monate) ist lebensbedrohlich mangelernährt. 

© UNICEF/UN0344869/Wilson

Auch in anderen Ländern wie in Madagaskar, in Äthiopien oder im Jemen hungern Hunderttausende Menschen. Bilder von ausgemergelten Kindern nahe dem Hungertod, Berichte von qualvoll verhungerten Mädchen und Jungen sind immer wieder in den Nachrichten oder auf Social Media.

Trotzdem gibt es offiziell momentan in keinem Land der Welt eine Hungersnot – warum? Um das zu verstehen, muss man zunächst mal die Begriffe erklären. 

Hunger und Hungersnot: Definitionen und Hintergründe

Definition Hungersnot: Wann spricht man von einer Hungersnot?

Im Alltag sprechen wir von "Hungersnot", wenn in einer Region große Nahrungsmittelknappheit herrscht und viele Menschen nichts mehr zu essen haben. Aber offiziell wird eine Hungersnot von den Vereinten Nationen oder der jeweiligen Regierung eines Landes nach bestimmten Kriterien erklärt. 

Grundlage hierfür ist die Einschätzung einer internationalen Arbeitsgruppe nach den sogenannten "IPC-Phasen", die hierfür umfangreiche Daten erhebt. IPC steht für "Integrated Food Security Phase Classification". Auf dieser Skala für Ernährungssicherheit werden anhand von Kriterien fünf Stufen unterschieden, die von Phase eins "Minimal" über "Strapaziert" (Englisch: Stressed), "Krise" (Crisis), "Notsituation" (Emergency) bis hin zu Phase fünf "Hungersnot" (Famine) reichen. 

Bei Phase fünf – Hungersnot – fehlen mindestens jedem fünften Haushalt nahezu vollständig Lebensmittel und / oder andere lebenswichtige Dinge wie Trinkwasser. Zahlreiche Menschen hungern, sind unterernährt und sterben (mindestens zwei Menschen pro 10.000 Einwohner jeden Tag). Zu den Kriterien gehört auch, dass mehr als 30 Prozent der Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung leiden. 

Drohende Hungersnot im Jemen: Der mangelernährte Ali wird im Krankenhaus behandelt.
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Jemen: Ali ist zwölf Jahre alt und wiegt nur knapp 15 Kilo. Im Krankenhaus von Sanaa, der Hauptstadt des Jemen, wird er auf Mangelernährung untersucht und behandelt.

© UNICEF/UN0253355/Huwais
Drohende Hungersnot im Jemen: Ein mangelernährtes Mädchen isst im Krankenhaus angereicherte Erdnusspaste.
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Ein mangelernährtes Mädchen erhält im Krankenhaus von Sanaa therapeutische Nahrung. Die angereicherte Erdnusspaste lässt sich direkt aus dem Päckchen essen.

© UNICEF/UN0253492/Huwais
Drohende Hungersnot im Jemen: Die dreijährige Monira sitzt erholt auf einer Mauer.
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Monira (3) hat sich durch die therapeutische Behandlung erholt und ist wieder zu Hause. 

© UNICEF Yemen/2018/Al-Awami

Das klingt jetzt sehr technisch und das ist es auch, aber dafür gibt es Gründe: Auf diese Weise soll es objektive Kriterien geben, die international vergleichbar sind, damit niemand die Erklärung einer Hungersnot zum Beispiel für politische Zwecke nutzt. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, in einem Bürgerkriegsland wie Jemen aus allen Regionen an verlässliche Informationen zum Ernährungszustand der Menschen zu kommen. 

Auch ohne dass offiziell eine Hungersnot erklärt wird, sind deshalb Kinder in großer Gefahr, wie beispielsweise in Madagaskar oder in Äthiopien: Zahlreiche Mädchen und Jungen sterben jeden Tag, weil ihr Körper und ihr Immunsystem durch Unterernährung, Krankheiten und starken Gewichtsverlust keine Widerstandskraft mehr haben. Andere tragen durch Mangelernährung, zum Beispiel hervorgerufen durch einseitige Fehlernährung, dauerhafte Schäden davon und bleiben in ihrer Entwicklung zurück.

Leider ist es aber häufig so, dass eine Hungerkrise erst mit der Erklärung einer Hungersnot die nötige Aufmerksamkeit von Regierungen, Medien und Spendern bekommt – wenn es für viele betroffene Kinder schon zu spät ist. Bei der verheerenden Hungerkrise in Somalia 2011 starb etwa die Hälfte der Kinder schon vor der offiziellen Erklärung der Hungersnot an den Folgen ihrer Unterernährung. Dabei gibt es Mittel und Wege, diese Kinder zu retten. 

Die kontinuierliche Nothilfe von UNICEF in Hungerkatastrophen, zum Beispiel im Jemen, Südsudan oder in der Zentralafrikanischen Republik, ist genau deshalb so wichtig – auch wenn diese Krisen nicht im Licht der Weltöffentlichkeit stehen. Sie können den betroffenen Kindern mit Ihrer Spende helfen und Leben retten.

Wann gilt ein Kind als mangelernährt?

Generell unterscheiden Ernährungsexperten zwischen chronischer (langfristiger) und akuter Mangelernährung. 

Als akut mangelernährt gelten Kinder, deren Körpergewicht unter 80 Prozent des für ihr Alter angemessenen Gewichts liegt. Beträgt das Gewicht weniger als 70 Prozent, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung.

Hungersnot: In einem Kinderkrankenhaus in Pakistan wird Farhan, ein vier Monate alter Junge, behandelt

In einem Kinderkrankenhaus in Pakistan wird Farhan, ein vier Monate alter Junge, behandelt. Farhan ist völlig ausgezehrt. 

© UNICEF/UN048364/Pirozzi

Ursache von Mangelernährung ist chronischer Mangel an Nahrungsmitteln, aber auch an Nährstoffen wie Vitaminen, Eiweiß und lebenswichtigen Spurenelementen. Mangelernährung hat weitreichende Auswirkungen. Da die Verdauung beeinträchtigt wird, können die Kinder nicht mehr normal essen. Die Nahrungsaufnahme durch den Körper funktioniert nicht richtig. Dadurch werden die Kinder ab einem gewissen Punkt immer schwächer. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Erkrankungen wie Durchfall, Masern und Lungenentzündung.

Häufiges Kranksein wiederum zehrt ihren Körper weiter aus – ein Teufelskreis. Das Risiko, dass ein schwer mangelernährtes Kind stirbt, ist neunmal so hoch wie bei einem gesunden Kind.

Auch "moderate", chronische Mangelernährung (Wachstumsverzögerung) kann schwere Folgen haben: Wenn ihnen dauerhaft wichtige Nährstoffe fehlen, können die Kinder sich nicht richtig entwickeln und werden in ihrer gesamten geistigen und körperlichen Entwicklung geschädigt.

Wie viele Kinder weltweit leiden Hunger?

Nach aktuellen Schätzungen von UNICEF, dem Welternährungsprogramm und weiterer Organisationen der Vereinten Nationen hatten 2020 zwischen 720 und 811 Millionen Menschen weltweit nicht genug zu essen. 45 Millionen Kinder unter fünf Jahren (fast sieben Prozent) sind ausgezehrt (Englisch: "wasted"), also zu leicht für ihre Körpergröße. 149 Millionen Mädchen und Jungen zusätzlich sind wegen chronischer Mangelernährung unterentwickelt ("stunted"), also zu klein für ihr Alter. 

Gleichzeitig nimmt weltweit die Zahl der übergewichtigen Kinder zu, nicht nur aber vor allem in Industrieländern: 2020 waren mehr als 39 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig. Auch Übergewicht ist übrigens eine Folge von Fehlernährung und hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes.

Welche Regionen sind aktuell besonders stark von einer Hungerkrise betroffen?

Seit Mitte der 2010er-Jahre ist die Zahl der betroffenen Menschen, die an Hunger leiden, kontinuierlich angestiegen und hat die Hoffnung auf einen bleibenden Rückgang zunichtegemacht. 

Mehr als die Hälfte der unterernährten Menschen (418 Millionen) leben in Asien, mehr als ein Drittel (282 Millionen) in Afrika und ein kleinerer Anteil (60 Millionen) in Lateinamerika und der Karibik. Den schärfsten Anstieg bei der Zahl hungernder Menschen gab es 2020 in Afrika.

Besonders kritisch ist die Lage aktuell in der Region Tigray in Äthiopien, im Süden Madagaskars, in Jemen und im Südsudan.

Warum gibt es Hunger – immer noch?

Diese Frage stelle ich mir oft. Die Weltgemeinschaft hat sich schon lange vorgenommen, extreme Armut und Hunger zu beenden, aber in den letzten Jahren hat die Zahl der Hungernden sogar wieder zugenommen. Wie kann es sein, dass wir trotz aller Fortschritte und Technologien es immer noch nicht geschafft haben, dieses grundlegende Recht auf Nahrungsmittel und auf Überleben für alle Menschen zu sichern?

Hunger: Kinder beim Mittagessen im Kindergarten im Kongo

Kinder beim Mittagessen im Kindergarten im Kongo.

© UNICEF/UN0315970/Pirozzi

Was sind die Ursachen einer Hungersnot?

Die Ursachen einer Hungersnot oder Hungerkrise sind sehr komplex, das heißt, es kommen oft mehrere Faktoren zusammen. Häufig spielen Naturereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen oder Naturkatastrophen wie Erdbeben und Taifune eine Rolle, wenn sie Ernten zerstören. Aber auch Armut und soziale Ungleichheit, Konflikte und Flucht sowie die Folgen der Coronakrise können einzeln oder im Zusammenspiel zu Hungerkrisen führen.

Hungersnot: Die Familie von Abdi aus Äthiopien musste nach Somalia fliehen

Wegen einer Dürre in Äthiopien hat die Familie von Abdi (20 Monate) ihr Vieh verloren und sucht im benachbarten Somalia Hilfe. 

© UNICEF/UN057377/Holt

Naturkatastrophen als Ursache von Hunger

Naturkatastrophen, teils bedingt oder verstärkt durch den Klimawandel, können den Welthunger verschärfen. Zum Beispiel im Süden von Madagaskar, wo aktuell eine extreme Dürre herrscht. Brunnen trocknen aus, das Trinkwasser wird knapp. Die Ernte verdorrt, das Vieh stirbt. Vor allem Kleinbauern verlieren so ihre Einkommensgrundlage. Die Familien haben keine Lebensmittel und die Zahl der Kinder, die jeden Abend hungrig ins Bett gehen, steigt. 

In Mosambik haben die verheerenden Zyklone Idai und Kenneth und die folgenden Überschwemmungen 2019 die Lebensgrundlage zahlreicher Familien zerstört. In der Folge verarmten sie und können sich nun nicht mehr genug zu essen leisten.

In Ostafrika und Südasien kämpften die Menschen im vergangenen Jahr gegen eine andere Naturkatastrophe: Heuschrecken. Millionen der kleinen Insekten fressen in Sekundenschnelle Äcker und Weiden kahl. An nur einem Tag kann ein Schwarm Nahrung für 35.000 Menschen vernichten.

Soziale Ungleichheit als Ursache von Hunger

Armut ist sowohl die Ursache als auch die Folge von Hunger und anderen Formen der Mangelernährung. Mit anderen Worten: Arme Kinder leiden häufiger unter Hunger beziehungsweise sind schlecht ernährt und dadurch unterentwickelt (oder übergewichtig). 

Die Armut ruft soziale Ungleichheit hervor. Mangelernährte Kinder haben ein hohes Risiko, zu sterben oder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückzubleiben. Das können sie im späteren Leben oft nicht mehr aufholen. Sie haben dadurch schlechtere Chancen, zum Beispiel eine gut bezahlte Arbeit zu finden und vererben ihre Armut in die nächste Generation. Nur wenn es gelingt, diesen Kreislauf zu durchbrechen, kann Hunger so bald wie möglich der Vergangenheit angehören. 

Auch Wirtschaftskrisen und die Coronakrise mit ihren Folgen führen dazu, dass viele Menschen ihre Arbeit verlieren und gleichzeitig die Preise für Lebensmittel und die Preise für andere lebenswichtige Dinge wie Medikamente drastisch steigen – so werden Nahrungsmittel für arme Familien häufig unerschwinglich und sie können sich keine regelmäßigen Mahlzeiten leisten.

Kriege und Konflikte als Ursache von Hunger

In einem Bürgerkrieg oder bewaffneten Konflikt werden ganze Familien brutal von ihren Feldern, ihren Arbeitsplätzen und aus ihrer Heimat vertrieben. Nicht selten wird der Haupternährer oder die Haupternährerin getötet, Familien werden auseinander gerissen und können ihren Lebensunterhalt nicht mehr ohne Hilfe bestreiten.

Viele Eltern in Konfliktregionen haben Schwierigkeiten, ausreichend Lebensmittel für ihre Kinder zu finden und zu bezahlen. So sind die Kinder schnell akut von Mangelernährung bedroht, wie beispielsweise im Jemen.

Hilfe für hungernde Kinder

Wie kann man Kinder vor dem Hungertod retten?

Die gute Nachricht ist: Wird eine akute Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Kinder sehr gute Chancen, zu überleben und wieder gesund zu werden. UNICEF sorgt in Krisensituationen weltweit dafür, dass der Ernährungszustand von möglichst vielen Kindern überprüft wird – das geht zum Beispiel ganz leicht, indem man mit einem Maßband den Umfang des Oberarms misst. Zeigt das Maßband rot, muss das Kind sofort behandelt werden.

Hungersnot: Ein mangelernährtes Kind in Nigeria

In einem von UNICEF unterstützen Gesundheitszentrum im Nordosten Nigerias  wird der Umfang des Oberarms der mangelernährten Fanne Saleh, 1, gemessen. 

© UNICEF/UN028417/Esiebo

Dafür setzt UNICEF erfolgreich therapeutische Spezialnahrung ein, vor allem angereicherte Spezialmilch und Päckchen mit sehr energiehaltiger Erdnusspaste, die pro Päckchen 500 Kilokalorien enthält. Schon nach wenigen Tagen geht es den meisten Kindern damit deutlich besser.

Hilfe bei Mangelernährung: Was ist therapeutische Spezialnahrung?

Die therapeutische Spezialnahrung ist so zusammengesetzt, dass schwer mangelernährte Kinder sie auch im extrem ausgezehrten Zustand essen, schlucken und verdauen können. Sie enthält zudem lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen.

Hunger: Ein Baby im Norden von Afghanistan erhält therapeutische Spezialmilch

Ein Baby im Norden von Afghanistan erhält therapeutische Spezialmilch. Afghanistan hat eine der höchsten Raten von chronisch mangelernährten Kindern weltweit. 

© UNICEF/UN0339425// Frank Dejongh

Sehr junge und sehr geschwächte Kinder erhalten therapeutische Spezialmilch, eine Trinknahrung, die über einen Nasenschlauch oder mit einem Löffel in kleinen Portionen verabreicht wird. Manche Kinder müssen gleichzeitig zum Beispiel gegen Krankheiten wie Durchfall oder Malaria behandelt werden.

Wenn es den Kindern etwas besser geht, bekommen sie eine angereicherte Erdnusspaste. Die Erdnusspaste ist in kleinen Portionen verpackt, lange haltbar und kann direkt aus den Päckchen gefüttert werden. Wenn die Kinder nicht in einem kritischen Zustand sind, können die Eltern die Päckchen vom Ernährungszentrum mit nach Hause nehmen und ihre Kinder zu Hause versorgen. 

Die mangelernährten Mädchen und Jungen erhalten die therapeutische Spezialnahrung in der Regel einige Wochen lang, bis sich ihr Gewicht stabilisiert hat. Während dieser Zeit werden sie weiterhin regelmäßig medizinisch untersucht.

Hungersnot: Ein Baby wird mit Erdnusspaste gefüttert

Die Erdnusspaste ist in kleinen Portionen verpackt, lange haltbar und kann direkt aus den Päckchen gefüttert werden.

© UNICEF/UN034405/Rich

Therapeutische Zusatznahrung sollte nur in Fällen von schwerer Mangelernährung verwendet werden. Sie ist eine Behandlung für stark geschwächte Kinder und kein Ersatz für gesunde Ernährung.

Bringt diese Hilfe überhaupt etwas?

Ja, die Hilfe bringt viel! Es ist frustrierend, dass es im 21. Jahrhundert immer noch nicht gelungen ist, den weltweiten Hunger zu beenden. Die aktuellen Krisen sind vor allem von Menschen gemacht: Im Jemen, in Madagaskar und im Südsudan haben Konflikte und Gewalt die ohnehin schon schwierige Situation der ärmsten Familien verschärft, weil sie zum Beispiel ihre Felder nicht bestellen konnten, weil Importe erschwert werden und die Lebensmittelpreise drastisch gestiegen sind. Wegen der Sicherheitslage haben Mitarbeiter von Hilfsorganisationen auch häufig keinen Zugang zu allen Menschen in Not. 

Hungerkrise in Afrika: Eine UNICEF-Helferin untersucht ein Kleinkind auf Mangelernährung.

Ernährungsexpertin Aishat Abdullahi untersucht den sieben Monate alten Umara, der schwer mangelernährt ist. Er bekommt therapeutische Nahrung, um wieder zuzunehmen.

© UNICEF/UN041140/Vittozzi

Die Klimakrise führt dazu, dass gerade in Entwicklungsländern Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen oder Wirbelstürme immer häufiger auftreten. Unter dem Klimawandel leiden derzeit damit die Länder am meisten, die am wenigsten zu seiner Verschärfung beitragen.

Die Kinder können nichts für diese Krisen – wir müssen alles tun, zu verhindern, dass sich eine Katastrophe wie 2011 am Horn von Afrika wiederholt. Und wir tun auch schon sehr viel: Allein zwischen Januar und Oktober 2020 wurden über 167.000 lebensbedrohlich mangelernährte Kinder im Südsudan und 160.000 Kinder im Jemen mit therapeutischer Spezialnahrung behandelt. 

Auch Adut, von der ich zu Beginn des Artikels gesprochen hatte, wurde im Südsudan mit Erdnusspaste gegen Mangelernährung behandelt. Meine Kolleginnen vor Ort haben sie regelmäßig besucht: in Woche eins, fünf und acht der Behandlung sowie noch einmal sechs Monate später. Lesen und sehen Sie hier Aduts Weg aus der Mangelernährung.

Hunger: UNICEF-Ernährungsexpertin Jesca Wude Murye besucht Adut

UNICEF-Ernährungsexpertin Jesca Wude Murye besucht Adut zu Hause: Nach acht Wochen Behandlung hat sich das Mädchen vollständig erholt. 

© UNICEF/UN0344940/Wilson

Erfolgsgeschichten wie die von Adut geben Zuversicht. Gleichzeitig muss die langfristige Hilfe weitergehen, um die Kinder besser vor künftigen Krisen zu schützen. Wussten Sie übrigens, dass die weltweite Kindersterblichkeit in den vergangenen 20 Jahren mehr als halbiert wurde? Flächendeckende Impfungen und auch der Einsatz von therapeutischer Zusatznahrung haben dazu beigetragen. Es gibt also auch Erfolge, auf denen wir aufbauen können. Gleichzeitig müssen wir alles dafür tun, dass die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie diese Fortschritte nicht zunichtemachen.

Wie kann ich Kindern bei Hungerkrisen oder einer Hungersnot helfen?

Schon kleine Beträge können helfen, Leben zu retten: Die Behandlung eines schwer mangelernährten Kindes mit Erdnusspaste kostet etwa 29 Euro pro Monat. Jeder Beitrag zählt!

* Dieser Artikel erschien bereits zu einem früheren Zeitpunkt erstmalig. Wir aktualisieren ihn für Sie regelmäßig mit neuen Zahlen.

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